HANDBALL Nachrücker in die Landesliga / Trainer Sascha Lenhardt: „Wir wären noch Meister geworden“

HSG Hanau verzichtet - und lässt Dreieich jubeln

+
Nur selten stoppen ließen sich die Dreieicherinnen in der Bezirksoberliga, hier Eileen Bittner, mit 135 Treffern Torschützenkönigin der Liga, zwischen den Hanauerinnen Hanna Engler (links) und Lisa Tefarikis. 

Groß war der Jubel bei den Handballerinnen der HSG Dreieich, als sie kurz vor Ostern vom offiziellen Aufstiegsverzicht der HSG Hanau erfuhren.

Dreieich –  Denn dadurch dürfen sie als Vizemeister der Bezirksoberliga Offenbach-Hanau in die Landesliga nachrücken. Es ist der größte Erfolg seit der Gründung dieser Handballspielgemeinschaft vor 13 Jahren.

„Den Aufstieg hatten wir uns intern schon als Ziel gesetzt“, sagt Sascha Lenhardt, dessen erste Saison als hauptverantwortlicher Trainer gleich mit dem Aufstieg gekrönt wurde. Ein eingespieltes Team, im Vorjahr Fünfter, punktgleich mit dem Dritten, bildete die Grundlage und wurde mit vier Zugängen ergänzt. Nach vielversprechender Vorbereitung mit Siegen gegen Landesligisten begann die Runde mit einem richtungsweisenden Spiel beim Topfavoriten HSG Hanau, der als Vorjahresmeister schon einmal auf den Aufstieg verzichtet hatte. Es endete in einem Fiasko – 18:31. Das habe sich wie ein Schlag ins Gesicht angefühlt, sagt Lenhardt und erklärte: „Vor Hanau hatten die Mädels schon immer Bammel.“

2017 waren die Dreieicherinnen als Zweiter hinter der HSG Hanau in die Bezirksoberliga aufgestiegen. In den sechs Duellen seit jener Saison setzte es sechs Niederlagen, zumeist wurde es deutlich. Wie auch diesmal.

Doch die Dreieicherinnen verarbeiteten die Niederlage sehr gut und setzten sich mit neun Siegen in Serie in der Spitzengruppe fest, bevor es im letzten Spiel vor Weihnachten in Altenhaßlau eine zweite Niederlage gab. „Da war einiges unglücklich zusammengekommen“, sagt Lenhardt im Rückblick.

Das Jahr 2020 begann mit einem 31:22 bei der TSG Bürgel II vor dem mit Spannung erwarteten Rückspiel gegen Hanau. Mit dem 23:23 haben die Dreieicherinnen das Duell zwar erstmals nicht verloren, ein Sieg gelang aber erneut nicht und in der Tabelle blieben sie hintendran.

Eine Woche später, beim Tabellenachten Obertshausen/Heusenstamm, gab die HSG Dreieich noch einen sechsten Punkt ab, musste sogar froh sein, nicht verloren zu haben. „Das war die einzige Phase in dieser Saison, in der es nicht ganz rund lief“, sagt Lenhardt, „wir haben dann das Training intensiviert und in die Erfolgsspur zurückgefunden.“ Vier Siege in Folge zeugen davon, darunter ein beeindruckendes 30:19 beim Tabellendritten HSG Oberhessen, der schon im Hinspiel mit 33:20 deutlich bezwungen und damit in der Tabelle klar auf Distanz gehalten worden war.

Punktgleich mit Spitzenreiter Hanau (je 30:6) standen die Dreieicherinnen auf Tabellenplatz zwei, sechs Zähler vor den Verfolgern, als die Saison am 13. März wegen der Coronavirus-Pandemie vorzeitig abgebrochen wurde.

„Wir waren damals sehr enttäuscht“, sagt Lenhardt, „denn wir waren überzeugt, dass wir sportlich Meister geworden wären. Hanau spielte nicht mehr so souverän. Bei denen war etwas die Luft raus. Und dann wurden sie durch die Verletzung von Kristina Lorenz doch arg geschwächt. Und wir waren richtig gut drauf.“ Durch den Aufstiegsverzicht der HSG Hanau, deren überwiegend älteren Spielerinnen der Aufwand in der Landesliga zu groß ist, kam es doch noch zum Happy End in Dreieich.

Das Abenteuer Landesliga wollen die Dreieicherinnen geschlossen angehen. Auch mit Spielmacherin Eileen Bittner, mit 135 Treffern Torschützenkönigin der Liga. „Wir bleiben komplett zusammen“, verkündet Lenhardt, „wir werden natürlich nicht in der oberen Tabellenhälfte mitspielen. Aber mithalten wollen wir schon.“ Dass sie das können, haben die Dreieicherinnen ja schon in der Vorbereitung auf diese Saison bewiesen.

HSG Dreieich 2019/20:

Tor: Jacqueline Werner (16 Einsätze/0 Tore), Laura Gerhardt (15/0), Franziska Seyffert (14/0)

Rückraum links: Sabrina Holzmann (17/43), Felicitas Fink (10/36), Michaela Mittelstädt (17/14), Nena Gottschämmer (1/4), Leonie Eberle (1/0)

Rückraum Mitte: Eileen Bittner (17/135)

Rückraum rechts: Nora Helmstätter (18/72), Laura Mitteregger (16/27), Kimberly Weil (8/16)

Linksaußen: Rebekka von Gaisberg-Helfenberg (17/78), Franziska Jacob (18/10)

Rechtsaußen: Lauren Bauch (16/10), Tamara Ruhl (14/19)

Kreis: Melanie Kühn (16/39), Alina Lindner (12/15)

Trainer: Sascha Lenhardt

VON STEFAN MORITZ

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare