Basketball-Drittligist beklagt zwei Verletzte und einen Abgang

Hanau White Wings müssen personell nachlegen

Klein, aber oho: Der nur 1,73 Meter große Spielmacher Tylik Evans (links, gegen Trier) zeigte in den Testspielen gute Ansätze und kam in Schwenningen auf 15 Punkte.
+
Klein, aber oho: Der nur 1,73 Meter große Spielmacher Tylik Evans (links, gegen Trier) zeigte in den Testspielen gute Ansätze und kam in Schwenningen auf 15 Punkte.

Beim Basketball-Drittligisten Hanau White Wings häufen sich die Personalsorgen. Zwei Spieler haben sich verletzt, einer ist kurzfristig gewechselt. Bedeutet: Die Grimmstädter müssen in personeller Hinsicht nachlegen.

Hanau – „Bescheiden“. So fasst Sebastian Lübeck die Personallage bei den Hanau White Wings zusammen. Und das ist eher wohlwollend formuliert. Derzeit reiht sich beim Basketball-Drittligisten eine negative Meldung an die nächste. Luca Eibelshäuser? Kreuzbandriss. Saison vermutlich gelaufen. „Das ist sehr schade, weil er zu unseren Talenten zählt, die im Training gut mitmischen“, betont der Geschäftsführer, der auch den längerfristigen Ausfall eines Führungsspielers hinnehmen muss.

Josef Eichler, bereits seit 2014 für die Hanauer am Ball, hat sich im Training einen Meniskusriss zugezogen. Operation unumgänglich. „Er wird uns vermutlich sechs bis sieben Wochen fehlen“, bedauert Lübeck. Zwei-Meter-Mann Eichler hinterlässt im wahrsten Sinne eine große Lücke unter den Körben. Somit hätte Calvin Schaum eine wichtigere Rolle einnehmen können. Doch der Zugang hat um seine Vertragsauflösung gebeten. Aus persönlichen Gründen. „Das kommt natürlich schon überraschend, weil er erst vor vier Wochen zu uns gestoßen ist. Aber da wollen und können wir nicht im Wege stehen“, sagt Lübeck.

Somit wird der Geschäftsführer gemeinsam mit Cheftrainer Kamil Piechucki alles daran setzen, zeitnah einen neuen „Big Man“ zu verpflichten. Möglichst einen Spieler mit dem Status „Local Player“. Ob sich auf dem deutschen Spielermarkt etwas anbietet, kann Lübeck nicht abschätzen. Mit der Verpflichtung des Spaniers Eduard Arques galten die Personalplanungen als abgeschlossen. „Natürlich wirft uns das zurück, nach dem wir wegen der Corona-Maßnahmen erst später ins Teamtraining einsteigen konnten. Aber wir werden nicht jammern“, betont Lübeck. Trotzdem keine einfache Ausgangslage vor dem Saisonstart am 17. Oktober gegen den FC Bayern II.

Den haben die Hanauer fest im Blick und bereiten sich sorgsam darauf vor. Alles steht und fällt mit der Umsetzung des Hygienekonzeptes, für das der Klub vom Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreises grünes Licht erhalten hat. Dies erlaubt Heimspiele vor bis zu 400 Zuschauern. „Aktuell sehen die Infektions-Zahlen so aus, dass wir es durchziehen können“, betont Lübeck und hofft, dass die Zuschauer trotz aller Begleitumstände und Bedenken „wieder ein Stück Normalität annehmen wollen“.

Vorkehrungen sind getroffen: Bis zum Sitzplatz herrscht Maskenpflicht, Hygienespender sind angebracht, alles verläuft kontaktlos. Bedeutet auch, dass die Abendkasse geschlossen bleiben wird. Um Ansammlungen zu vermeiden, geht es auch in der Main-Kinzig-Halle im Einbahnstraßensystem voran. Zudem wird bei jedem Fan am Einlass Fieber gemessen. „Alles wird anders sein, aber an vieles haben wir uns im Alltag auch schon etwas gewöhnt“, meint Lübeck.

Doch nicht nur bei den Zuschauern, auch bei den Basketballern genießt die Gesundheit höchste Priorität. So wird vor jedem Training bei Spielern und Betreuern die Körpertemperatur kontrolliert und ein Gesundheitsprotokoll erstellt, das über vier Wochen aufbewahrt wird. Die Liga schreibt zudem zwei Coronatests vor dem Saisonstart vor - binnen fünf Tagen. „Vieles liegt in der Eigenverantwortung der Spieler, aber das funktioniert sehr gut“, betont der Geschäftsführer.

Am 10. Oktober (18 Uhr) startet der Klub einen Testlauf mit Zuschauern. Dann kommen die Baskets Schwelm (ProB Nord) zum Vorbereitungsspiel. 150 Karten sollen verkauft werden. Eine Anzahl, die bei positiver Rückmeldung gesteigert werden kann. Für diejenigen, die doch lieber zuhause bleiben, bieten die Hanauer zudem einen Livestream an.

Dann sollen die Zuschauer ein junges Team zu sehen bekommen, das unter dem neuen Trainer schnell und aggressiv spielt. „Ich bin bisher zufrieden mit der Vorbereitung und wie sich die Jungs reinhängen“, sagt Piechucki, weiß aber auch, dass noch viel Arbeit vor ihm liegt. Die deutlichen Niederlagen gegen die Pro-A-Ligisten aus Trier (62:92) und Schwenningen (74:97) will er nicht zu hoch hängen. „74 Punkte in Schwenningen können sich sehen lassen und zeigen auch, dass wir Qualität im Kader haben“, meint Lübeck. Zumindest auf Kapitän Till-Joscha Jönke kann der Pro-B--Ligist zum Saisonstart setzen. Der Spielmacher war zuletzt erkrankt, trainiert aber seit dieser Woche wieder mit. Das ist immerhin eine positive Nachricht. (Von Jörn Polzin)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare