Basketball

Hanau White Wings: Volle Konzentration auf das Kerngeschäft

Challenges wie beim Wandsitzen mit Gewicht (von links Matthias Fichtner und Felix Hecker) bieten die Hanauer regelmäßig auf ihrer Facebook-Seite an.
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Challenges wie beim Wandsitzen mit Gewicht (von links Matthias Fichtner und Felix Hecker) bieten die Hanauer regelmäßig auf ihrer Facebook-Seite an.

Die Hanau White Wings aus der 3. Basketball-Liga ProB haben ihre Social-Media-Aktivitäten schon vor einiger Zeit in die Hände einer Agentur gegeben, um sich besser aufs Kerngeschäft konzentrieren zu können. Vor allem die Livestreams sind gut besucht.

Hanau – Ein bisschen Facebook hier, etwas Instagram da. Alles machbar, zumindest auf Sparflamme. Doch das ist den Verantwortlichen der Hanau White Wings nicht mehr genug. Der Basketball-Drittligist hat seine virtuelle Präsenz ausgebaut und geht seit Jahresbeginn neue Wege. „Wir haben den Social-Media-Bereich komplett ausgegliedert und in die Hände einer Agentur gegeben“, erklärt White-Wings-Geschäftsführer Sebastian Lübeck.

Das in Hanau ansässige Start-up-Unternehmen ist darauf spezialisiert, die sozialen Netzwerke ihrer Auftraggeber zu erweitern und im Fall der White Wings vor allem auch eine Fannähe herzustellen. „Gerade in diesen Zeiten, in denen die Menschen mehr Zeit zuhause verbringen, ist das ein wichtiges Signal nach außen“, betont Lübeck.

Auf ihrer Facebook-Seite spannt der Klub die Anhänger ein, sei es mit Bilder-Rätseln oder „Challenges“, also Herausforderungen, bei denen sich die Spieler auf unterhaltsame Art und Weise duellieren. Das können Korbleger im Schwindel-Modus sein oder das Wandsitzen, bei dem die Teilnehmer noch Fragen zum Allgemeinwissen beantworten müssen. Aber auch dem gesamten grafischen Auftritt wurde ein neuer Anstrich verpasst, ruhiger und klarer in der Darstellung.

Ideen und technische Umsetzung liegen in den Händen der Agentur, freilich in Absprache mit dem Klub. „Letztlich ist es ein weiterer Schritt in Richtung Professionalisierung“, sagt der Geschäftsführer. „Natürlich hätten wir das Nötigste auch in Eigenregie auffangen können, aber so können wir uns aufs Kerngeschäft konzentrieren.“

Und das heißt Basketball, 3. Liga, Division Pro B. Sportlich steuern die White Wings der Play-off-Teilnahme entgegen. Lübeck fühlt sich aber auch in der virtuellen Neuausrichtung bestätigt. „Feedback und Klicks geben uns recht.“

Das gilt auch für das Interesse an den Livestreams, die der Klub bei den Heimspielen anbietet. Wie etwa 80 Prozent aller Drittligisten. Auf freiwilliger Basis, denn in der Pro B ist eine solche Übertragung nicht verpflichtend. Während einige Konkurrenten dafür ihre Youtube-Plattform nutzen, haben die White Wings eine Vereinbarung mit dem Online-Sender Sportdeutschland.TV.

Die Hanauer dürfen Paywall und Serverkapazitäten des Anbieters nutzen, sind selbst für Ausstattung und Umsetzung verantwortlich. „Wir haben unsere eigenen Kameraleute, die das ehrenamtlich machen“, so Lübeck. Kommentiert werden die Spiele von (früheren) Hanauer Basketballern oder Trainern. Fünf Euro kostet das Ticket für ein Heimspiel, wobei drei Viertel der Netto-Einnahmen auf das Konto der White Wings fließen. Bei geplanten elf Heimspielen, die Play-offs noch nicht eingerechnet, und Abrufzahlen im dreistelligen Bereich kommt da ein nettes Sümmchen zusammen. Zuschauereinnahmen hatte Lübeck in der Saison ohnehin nicht eingeplant. „Das wäre auch fahrlässig gewesen.“

Von Jörn Polzin

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