White Wings profitieren von größeren finanziellen Möglichkeiten

Hanau wirbt Langen Trainer Ty Shaw ab

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Trainer Ty Shaw will nächste Saison die Hanauer in die Play-offs führen.

Langen/Hanau - Paukenschlag in der Basketball-Division ProB: Ty Shaw wird neuer Trainer der Hanau White Wings. Erst vor wenigen Tagen hatte der US-Amerikaner seinen Weggang vom TV Langen verkündet. Nun unterschrieb der 34-Jährige einen Vertrag in Hanau - beim Lokalrivalen. Von Jörn Polzin

Völlig unerwartet traf TVL-Manager Jürgen Barth die Nachricht nicht, Begeisterung löste sie aber nicht aus. „Ty hat uns gesagt, dass er ein Angebot aus Hanau hat und gern mit seiner Frau in der Region bleiben würde“, sagt Barth. Nach kurzer Atempause fügt er leise hinzu: „Es ist so, wie es ist. Wir müssen seine Entscheidung hinnehmen. “

Barth kennt die Gegebenheiten in Langen. Der Klub bietet Tradition, eine gute Nachwuchsarbeit und familiäre Atmosphäre, verfügt aber über geringe finanzielle Möglichkeiten. So fehlen im Männer- und Frauenbereich die Mittel für hauptamtliche Trainerstellen, die andernorts angeboten werden. „Hanau hat da ganz andere Möglichkeiten“, betont Barth, der vor einem Jahr bereits Leistungsträger Marco Völler zu den White Wings ziehen lassen musste.

„Er ist ein Trainer mit einer klaren und direkten Linie“

Barth sagt es zwar nicht, aber die vergangene Saison dürfte für ihn eine Genugtuung gewesen sein. Während Langen die Hauptrunde als Tabellenzweiter abschloss und bis ins Halbfinale vorstieß, verpassten die favorisierten White Wings die Play-offs und mussten um den Klassenerhalt bangen. Das soll sich unter Shaw nicht wiederholen. „Er ist ein Trainer mit einer klaren und direkten Linie“, sagt Thorsten Wünschmann vom Hanauer Management, „ein Mann mit Konzept“. Der US-Amerikaner, schon als Spieler eine Kämpfernatur und akribischer Arbeiter, freut sich auf die neue Herausforderung, „Wir wollen mit Spielern arbeiten, die bereit sind, hart an sich zu arbeiten und an ihre Grenzen zu gehen“, sagt Shaw und schiebt gleich nach: „Die Bedingungen in Hanau sind sehr gut. Unser Ziel muss es sein, ein Team für die Play-offs zusammenzustellen.“ Helmut Wolf, der mit dem Team nach der Trennung von Hans Beth den Klassenerhalt sicherte, muss wieder in die Rolle des ersten Assistenztrainers zurücktreten.

Als sportlicher Nachrücker wäre der Sprung in die Pro A möglich

In Hanau ist der Trainerstab komplett, in Langen bemüht man sich, zeitnah die Lücke zu schließen. „Mit unseren Mitteln ist der Markt nicht riesig“, betont Barth. Es müsse jemand sein, der sich ein zweites Standbein aufbauen will. In welcher Klasse die Langener in der neuen Saison spielen, ist weiter ungewiss. Die Liga erteilte die Lizenz für die 2. Liga, die Division Pro A, wie auch für die Pro B. Als sportlicher Nachrücker wäre der Sprung in die Pro A möglich. Dafür müsste der TVL allerdings einen Parkettboden beschaffen. Derzeit fehle es noch an der „zündenden Idee“, sagt Barth. Zudem müsse die sportliche Perspektive stimmen. Barth will versuchen, das Gros der Mannschaft zusammenzuhalten. Leistungsträger Joscha Domdey steht allerdings wegen eines Auslandssemesters in Wien nicht zur Verfügung. „Stand jetzt ist die Pro A für uns kaum umsetzbar“, sagt Barth daher.

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