Hanauerin hofft auf Olympia-Ticket

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Sarah Bormann.

Offenbach ‐ Sarah Bormann schreibt Boxgeschichte. Als erste Kämpferin aus Hessen hat sie einen deutschen Meistertitel gewonnen. Die 48 Kilogramm „schwere“ Hanauerin dominierte in Wismar ihre Gegnerin Ludmilla Prochorow im Finale der Klasse Halbfliegengewicht. Von Marc-Thorben Bühring

Geehrt wurde die Sportlerin der TG Hanau für ihre Leistungen vom Vizepräsident des Hessischen Boxverbandes, Andreas Krämer, als „Hessens Boxerin des Jahres 2010“. Die 20-jährige Schülerin der Chemie-Technik sucht nun eine größere Herausforderung und steigt künftig gegen Gegnerinnen aus der Klasse Fliegengewicht bis 51 Kilogramm in den Ring. International tritt sie weiterhin in der neureformierten Klasse des Halbfliegengewichts - jetzt bis 49 Kilogramm - an. Vom Verband wurde sie für die U21 WM nominiert. Bormann will hier wie bei der EM 2011 „internationale Erfahrungen sammeln“.

Bei der vergangenen EM 2010 in Ungarn hatte die Hanauerin im Viertelfinale nach Punkten klar geführt und Bronze sicher, ein unabsichtlicher Kopfstoß der Gegnerin zwang die Hanauerin allerdings zur Aufgabe - Nasenbluten machte eine Fortsetzung unmöglich.

Zum Boxen kam Bormann über ihren Vater, der die Sportart gerne anschaute. „Das hat mich als Kind schon fasziniert. Schon mit vier Jahren hatte ich einen Boxsack daheim“, sagt sie. Im Verein boxt sie seit 2007. Ihre aktuelle Kampfbilanz: zwölf Siege in 13 Kämpfen - einzige Niederlage war die verletzungsbedingte Aufgabe in Ungarn. An ihrem geradlinigen Boxstil arbeitet sie mit Trainer Benjamin Romero dreimal die Woche, vor Kämpfen sogar täglich. „Sie ist viel unterwegs, für den Gegner schwer zu stellen. Sie hat eine gute Schule genossen, am Anfang haben wir nur auf die Beinarbeit geachtet“ lobt Romero. Bei der U21-WM hält er „eine Medaille für möglich“. Bemerkenswert sei, wie Bormann „einen Kampf lesen kann und früh erkennt, was ihre Gegnerin plant“.

Ihr  großer Traum ist London 2012. Erstmals ist auch Frauen-Boxen olympisch. „Wenn das klappt, wäre das genial. Das ist natürlich das Größte für einen Sportler“ meint Bormann. Roland Kubath, im Boxverband zuständig für Frauenboxen, ist bereits aufmerksam auf das 1,63 m große Kraftpaket geworden.

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