Bürgels Rettungsanker

Rechtsaußen Chris Hofmann bereit für Spitzenspiel und 3. Liga

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Auf dem Weg zum Torerfolg. Bürgels Rechtsaußen Chris Hofmann kommt frei vor Babenhausens Torwart Dominik Goder zum Wurf.

Chris Hofmann vom Oberligisten TSG Bürgel hat in der hektischen Sportart Handball seinen eigenen Stil entwickelt.

Offenbach – Trainer Sven Lenort beschreibt den 24-jährigen Rechtsaußen vor dem Spitzenspiel am Sonntag, 17.30 Uhr, in der Offenbacher Sportfabrik gegen Tabellenführer HSG Gensungen-Felsberg als „völlig unaufgeregt. Chris lässt sich auf dem Parkett wirklich durch nichts aus der Ruhe bringen, er spielt seinen Stiefel herunter. Und er ist manchmal wie ein Rettungsanker. Wenn man nicht mehr weiß, wohin mit dem Ball, dann zu ihm auf die Außenposition. Er kann immer was damit anfangen, egal in welcher Situation – das ist richtig klasse.“.

Chris Hofmann sei zudem bei schnellen Gegenstößen kaum zu stoppen, seine Würfe von außen seien sehr variabel“. Lenort berichtet denn auch, dass sein Rechtsaußen bei gefühlt jedem gegnerischen Trainer auf der Liste steht mit der Frage, wie man ihn denn komplett ausschalten kann. Aber das gelingt fast niemandem.

In dieser Saison war das am ehesten noch eine Handverletzung, die ihn zu einer zwischenzeitlichen Pause zwang. In zwölf Spielen warf Hofmann 53 Tore (Schnitt von 4,4 pro Spiel) für den Tabellenzweiten, er liegt damit in der internen Torjägerliste hinter Siebenmeter-Schütze Markus Wagenknecht (103 Tore in 14 Spielen) und Nils Lenort (61 Tore in 14 Spielen) auf Platz drei.

Jetzt, bei der Handball-EM, hat Hofmann auf die Bewegungsabläufe von Timo Kastening geachtet, diesem so unbekümmert und frech aufspielenden Rechtsaußen aus Hannover. „Vor allem beim eins gegen eins auf der Außenbahn kann man schon was mitnehmen“, berichtet Hofmann, der sein Angriffsspiel selbst als gut bezeichnet, aber durchaus Verbesserungsmöglichkeiten im Abwehrverhalten sieht. Da stimmt Trainer Lenort zu.

Hofmann spielt seit dem zweiten A-Jugend-Jahr bei der TSG Bürgel, zuvor war er in seiner Heimatstadt Mühlheim und bei der HSG Hanau in der Jugend-Bundesliga am Ball. Der BWL-Student hat bereits für die nächste Saison in Bürgel zugesagt, unabhängig von der Spielklasse. „In Bürgel spielen meine Freunde, wir verstehen uns richtig gut, und es läuft ja auch spielerisch“, sagt Linkshänder Hofmann und ergänzt: „Die 3. Liga wäre schon interessant und reizvoll, da wollen wir mit unserer Mannschaft sehr gerne hin.“

Ein Sieg gegen Gensungen wäre da natürlich hilfreich. Hofmann ist zuversichtlich, dass das gelingen und die TSG nach Punkten mit dem Primus gleichziehen kann. „Bei uns stimmt die Fitness, wir haben einen breiten Kader. Unsere Abwehr hat zuletzt überragend gespielt. Wenn wir im Angriff wieder gut kreuzen und das Tempo hochhalten, können wir Gensungen bezwingen“, meint Hofmann. Er wäre mit einem „knappen Sieg und fünf, sechs Toren von mir“ durchaus zufrieden.

VON HOLGER APPEL

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