RUGBY: „Amateure gegen Profis“ ohne Chance

Erstligist Heusenstamm verliert bei Meister Frankfurt klar mit 7:62

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Kein Durchkommen: Heusenstamms Vedad Garanovic (links) wird von Etienne du Plessis gestoppt: Rechts hinten: Patrick Weber, der den einzigen RKH-Versuch legte.

Patrick Weber ist der schnellste Spieler des RK Heusenstamm und einer der schnellsten in der 1. Rugby-Bundesliga. Lässt man ihm etwas Platz, ist er kaum zu halten. So auch im Derby beim SC Frankfurt 1880.

Frankfurt – In der eigenen Hälfte fing Weber den Ball ab und reckte noch vor der Mittellinie jubelnd seinen linken Arm in die Luft. Kurz darauf wiederholte er diese Geste und legte den Ball direkt zwischen den Malstangen ab, sodass Lucas Schmitt kein Problem hatte, den Versuch zu erhöhen. Es waren jedoch die einzigen Punkte für die „Füchse“ – zum 7:24-Zwischenstand. Letztlich unterlagen sie beim Titelverteidiger klar – 7:62, für den RKH die dritte Pleite im dritten Spiel.

„Wir waren ohne Chance, ließen aber aufblitzen, welches Potenzial das Team hat, allen voran Patrick Weber“, sagte RKH-Präsident Markus Walger. Erfreulich sei zudem gewesen, dass in Can Barak, Lukas Knopf und Justus Lehmann drei Eigengewächse Erfahrung sammelten.

Trainer Mikey Ferraris zeigte sich deutlich kritischer. Es habe nicht viel Positives gegeben, ärgerte sich der Südafrikaner nach der Pleite bei seinem Ex-Verein. „Wir hatten nicht die Physis und nicht die Organisation, die die Achtziger hatten.“ Eine Erklärung dafür lieferte er auch: „Es gibt eben einen Unterschied zwischen bezahlten Profis und Hobby-Rugbyspielern.“

Während die Gastgeber einige Akteure in ihren Reihen hatten, die bei ihnen als Jugendtrainer arbeiten, sich ansonsten aber voll aufs Rugbyspielen konzentrieren können, traten die Heusenstammer Amateure nicht in Bestbesetzung an. Einige Spieler waren verletzt oder im Urlaub. „Manche brauchen mal eine Auszeit“, sagte Ferraris und richtete den Blick nach vorne: „Wir müssen uns auf nächste Woche vorbereiten.“

Denn empfängt der punktlose Vorletzte Heusenstamm den Drittletzten Heidelberger RK (ein Punkt). Danach geht es gegen Schlusslicht RC Luxemburg. „Gegen beide sollte man punkten“, sagt Walger. Ferraris warnt aber: „In dieser Liga ist kein Spiel leicht.“

RK Heusenstamm: Fischer, M. Weber, Krimer, Joswig, Lehmann, Iding, Howells, N. Rainger, Zeiger, Schmitt (2), P. Weber (5), Fernandez, Beaufort, Höhmann, Rojas (Barak, Garanovic, Knopf, Schuster, Schreiber, Utikal, Moreno) cd

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