RUGBY Bundesliga-Start im September? Schmitt verletzt

RK Heusenstamm trainiert wieder und sucht nach Verstärkungen

Rugby Deutschland - Schweden
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Rugby Deutschland - Schweden

Markus Walger hängt sprichwörtlich in der Luft. „Noch ist gar nichts klar“, sagt der Präsident des Rugby-Erstligisten RK Heusenstamm, der auch Teil des Trainerteams ist, mit Blick auf die Saison 2020/21.

Heusenstamm – Walger geht derzeit davon aus, dass die Spielzeit im September beginnt. Doch das ist eher eine Hoffnung, denn von offizieller Stelle gibt es bislang keine Aussagen. „Noch ist es ruhig. Wir müssen abwarten, was die Politik entschiedet“, weiß Walger. Immerhin: Die Vorgabe, dass wieder in Zehnergruppen mit vollem Körperkontakt trainiert werden darf, gilt auch für Rugby.

Und so hat beim RKH auch das Herren-Team inzwischen wieder mit den Übungseinheiten begonnen. Etwas später als einige andere Bundesligisten, jedoch mit genauso viel Elan. „Die Jungs sind froh darüber, dass sie nach drei Monaten endlich wieder den Ball in die Hand nehmen dürfen und für sie nicht nur Fitness ansteht“, berichtet Walger. „Wir haben genug Desinfektionsmittel besorgt.“ Die Spieler kommen bereits umgezogen ins Sportzentrum Martinsee, gehen mit Mundschutz zum Platz. Trainiert wird freilich ohne.

Dass die Pause für das Bundesliga-Team des RKH etwas länger gedauert hat als für die Jugendmannschaften, dafür hat Jens Steinweg vom Trainerteam eine einfache Erklärung: „Jetzt ist auch der Rasenplatz wieder nutzbar.“

Im Optimalfall soll bei den Übungseinheiten künftig etwas mehr Betrieb herrschen als vergangene Saison. Der RKH sucht per Aufruf im Internet Spieler aus Deutschland sowie dem europäischen Ausland - und zwar positionsunabhängig. „Wir brauchen einfach mehr Tiefe in unserer Mannschaft“, stellt Steinweg klar. „Wir haben tolle Spieler, aber die Positionen sind noch lange nicht doppelt und gleich gut besetzt.“ Das zu erreichen, sei auch nur schwer möglich, betont er. „Aber ein paar Alternativen können sicher nicht schaden.“

Wie wichtig es ist, über einen breiten Kader zu verfügen, hatten die „Füchse“ in der vergangenen Saison auf bittere Weise erlebt. Das Verletzungspech war zum Teil so groß, dass phasenweise ein komplettes Team ausfiel. Die Folge: Der RKH rutschte auf den letzten Platz in der Süd/West-Staffel ab und hielt die Klasse lediglich aufgrund der Entscheidung des Bundesliga-Ausschusses, dass es trotz des Saisonabbruchs keinen Absteiger gibt.

Kommende Saison wird es für die Heusenstammer nicht einfacher werden. Eines steht immerhin schon fest: Einen Substanzverlust gibt’s im Kader nicht. „Keiner wird zu einem anderen Klub wechseln. Es hören lediglich einige Akteure aus privaten oder beruflichen Gründen auf, die allerdings zuletzt ohnehin selten gespielt hatten“, sagt Walger. Dafür rücken aus dem eigenen Nachwuchs zwei Spieler auf, die dieses Jahr volljährige werden und dann berechtigt sind, im Herren-Bereich zu spielen. Auf Lucas Schmitt muss der RKH vorerst verzichten. Er zog sich gleich zu Beginn der Vorbereitung einen Innenbandriss zu. „Erstes und letztes Kontakttraining für die nächsten acht Wochen“, schrieb er auf Instagram zu einem Foto, das sein mit einer Schiene stabilisiertes linkes Knie sowie eine Krücke zeigt. VON CHRISTIAN DÜNCHER

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