Regionalliga

Hoffen auf Ausnahmeregelung: FC Bayern Alzenau unterliegt bayerischen Corona-Regeln

Sonderweg: Der FC Bayern Alzenau (Marcel Wilke) hat einen Sonderantrag gestellt, um in der Fußball-Regionalliga Heimspiele gegen nicht-bayerische Teams vor Zuschauern austragen zu dürfen.
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Sonderweg: Der FC Bayern Alzenau (Marcel Wilke) hat einen Sonderantrag gestellt, um in der Fußball-Regionalliga Heimspiele gegen nicht-bayerische Teams vor Zuschauern austragen zu dürfen.

„Wenn wir keine Heimspiele mit Zuschauern austragen dürfen, dann können wir Insolvenz anmelden“, sagt Andreas Trageser. Der Vorsitzende des FC Bayern Alzenau hofft mit Hilfe der Politik den drohenden Supergau beim Fußball-Regionalligisten abwenden zu können. Das Problem sind die bayerischen Corona-Regeln, die aktuell keine Heimspiele gegen nicht-bayerische Teams erlauben.

Alzenau liegt bekanntermaßen im Norden des unterfränkischen Landkreises Aschaffenburg und ist zugleich der nordwestlichste Ort des Bundeslandes Bayern. Seit 1993 spielen die Weiß-Blauen aber unter der Fahne des Hessischen Fußball-Verbands (genauer gesagt dem Fußballkreis Gelnhausen), gehören jedoch weiterhin dem Bayerischen Sportverband an. So spielen die Alzenauer aktuell auch als hessischer Vertreter in der Regionalliga Südwest, in der Mannschaften aus insgesamt fünf Bundesländern kicken. Die zweite Mannschaft des FC Bayern Alzenau ist aus der Kreisoberliga Gelnhausen in die Fußball-Gruppenliga Frankfurt Ost aufgestiegen.

Der FC Bayern Alzenau ist also ein hessisch-bayerischer Grenzgänger, der beim Ausüben des Sports aber den politischen Regeln Bayerns – und des örtlichen Gesundheitsamts – unterliegt. „Die bis auf Weiteres geltende sechste Bayerische Infektionsschutzmaßnamen-Verordnung untersagt derzeit, dass bayerische Vereine Heimspiele gegen Vertreter anderer Bundesländer austragen. Das heißt, wir dürften in der Regionalliga keine Spiele zu Hause austragen“, erklärt Mathias Simon. Der geschäftsführende Beamte der Stadt Alzenau, zugleich Vorstandsmitglied des Klubs, hofft zusammen mit den politischen Verantwortlichen eine schnelle Lösung zu finden. Denn schon am 5. September stünde der Saisonauftakt mit dem Heimspiel gegen TUS Rot-Weiß Koblenz auf dem Programm.

FC Bayern Alzenau: Ein Schreiben des Bürgermeisters ist mittlerweile an den Landrat gegangen

„Wir haben uns am Dienstag mit Bürgermeister Stephan Noll zusammengesetzt, das weitere Vorgehen besprochen und ein entsprechendes Schriftstück vorbereitet“, erklärt Trageser. Das Schreiben ging mittlerweile an Landrat Alexander Legler, der nun die weiteren Schritte einleiten soll. Grundsätzlich ginge es darum, nicht nur Heimspiele austragen zu dürfen, sondern auch, dass entsprechend der Hygienebestimmungen Zuschauer ins Stadion dürfen.

Man habe beispielsweise 25 000 Euro Schiedsrichterkosten, diese allein seien ohne Einnahmen aus dem Tagesgeschäft kaum zu stemmen. Zudem bestehe die Gefahr, dass Sponsoren abspringen, da sie sich entsprechend unterrepräsentiert verstünden, außerdem Werbung von keinem im Stadion wahrgenommen werden könne.

Dass der FC Bayern Alzenau nur auswärts antritt, käme nicht in Frage

Trageser macht unmissverständlich klar, was er von der aktuellen Situation hält: „Es kann nicht sein, dass es nur ein paar wenige Kilometer weiter mit Zuschauern funktionieren soll und bei uns nicht. Was die Verantwortlichen da zurechtstricken, ist für mich ein riesengroßer Flickenteppich. Hier gehören für ganz Deutschland einheitliche Regelungen her, nicht nur was den Fußball betrifft.“ Und eine Saison, in der die Alzenauer nur auswärts antreten dürfen, käme für ihn sowieso nicht in Frage. „Klar, dann melden wir Insolvenz an, kriegen neun Punkte abgezogen und können dann schauen, ob wir drinbleiben. Das ist aber wahrlich keine Option“, meint der Vereinschef.

Und auch Gegenstimmen, die meinen, der FC Bayern Alzenau hätte weiter in Bayern spielen können, ringen Simon und Trageser gleichermaßen nur ein müdes Lächeln ab. Selbst eine nachträgliche Eingliederung in die Regionalliga Bayern, sei absolut kein Thema. Trageser: „Wir wollen nur eines und das ist in der Regionalliga Südwest zu Hause und auswärts vor Zuschauern spielen. Alles andere könnte das Aus bedeuten.“

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