Nicht die besten Erinnerungen an Racice

Holt sich Lisa Holbrook aus Hanau nach EM-Gold auch eine WM-Medaille?

Lisa Holbrook vom Hanauer RC Hassia startet bei der U23-WM in Tschechien.
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Lisa Holbrook vom Hanauer RC Hassia startet bei der U23-WM in Tschechien.

Lisa Holbrook aus Großauheim, der Dörnigheimer Julian Bothe und der Hanauer Henry Hopmann nehmen ab heute an der U23-Weltmeisterschaft im tschechischen Racice teil. Holbrook und Bothe starten für den Hanauer Ruderclub Hassia, Hopmann für Hansa Dortmund. Allen drei Ruderern der deutschen Nationalmannschaft werden in ihrer jeweiligen Bootsklassen Chancen auf eine Medaille eingeräumt.

Hanau – Bei den Europameisterschaften im vergangenen Jahr hat Lisa Holbrook mit dem Frauen-Achter Gold gewonnen. Bei der am heutigen Mittwoch beginnenden U23-Weltmeisterschaft in Racice/Tschechien ist ein Medaillengewinn für die 20-Jährige des Hanauer Ruderclubs Hassia nicht ausgeschlossen.

Holbrook hat an die Mini-Kommune (nur gut 300 Einwohner) nicht die besten Erinnerungen. Platz vier bei der U19-WM vor drei Jahren sei zwar okay gewesen, die Bedingungen im damaligen Hotel beschreibt sie aber als „interessant“. Der Deutsche Ruderverband hat seine Lehren gezogen. „Diesmal sind wir in einem anderen Hotel“, erzählt die Großauheimerin.

Mit dem Reisebus von Ratzeburg nach Racice

Am Samstag war der Reisebus mit den deutschen Ruderern vom Trainingslager in Ratzeburg nach Tschechien gefahren. Holbrook und ihre Achter-Kolleginnen haben sich mit den Wasser- und Windbedingungen inzwischen vertraut gemacht. Gestern stand nur eine Trainingseinheit auf dem Wasser auf dem Programm. „Normalerweise trainieren wir zweimal am Tag. Da wir aber 50 Minuten bis zur Strecke fahren müssen, waren wir gestern nur vormittags dort.“ Am Nachmittag standen Kraftübungen und Gymnastik an.

Lisa Holbrook

Holbrook, die in Hannover Architektur studiert und am dortigen Stützpunkt trainiert, kann sich wohl bereits auf das Finale am Sonntag einstellen. Da es bei den Britinnen einen Corona-Fall gab, kann dieses Boot wohl nicht starten. Dann würde der Vorlauf wegfallen und die sechs übrigen Boote stünden direkt im Finale. Holbrook schätzt die Konkurrenz aus Amerika, Rumänien, Frankreich und den Niederlanden stark ein. „Ziel ist aber eine Medaille“, so die Hassianerin.

„Beim Frauen-Achter kommt es immer auf die Gegner an, welche Bootklassen da am stärksten besetzt sind“, meint Volker Lechtenberg. Der Hassia-Trainer tippt: „Zwischen der Silbermedaille und Platz vier ist alles drin.“ Auch Julian Bothe traut Lechtenberg eine Medaille zu.

Auch Ruder-Exoten bei der U23-WM

Bis Sonntag werden im tschechischen Racice die U23-Weltmeister in 22 Bootsklassen ermittelt. Die USA und Deutschland haben alle Bootsklassen besetzt. Unter den Teilnehmern sind aber auch Ruder-Exoten aus Peru, Panama und Paraguay.

Das größte Starterfeld gibt es im Herren-Einer. Unter den 31 Nationen sind Starter aus der Elfenbeinküste und aus Uruguay. Favoriten sind Emil Neykov aus Bulgarien und der Belgier Tristan Vandenbussche. Für den Einer der Damen haben 22 Nationen gemeldet. Große Medaillenchancen werden Alexandra Föster vom Ruderclub Meschede eingeräumt.

Eine Medaille ist auch das Ziel des Männer-Achters mit Steuermann, in dem Henry Hopmann aus Hanau sitzt. Der ehemalige Ruderer der Hanauer RG und des RC Hassia startet für Hansa Dortmund. Für den 21-Jährigen ist es der fünfte Einsatz im Nationalteam.

Wegen der Covid-19-Pandemie werden keine Zuschauer zugelassen. Alle Rennen können im Internet live angeschaut werden.

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