Marschall bringt Halle zum Toben

DHB-Pokal: Hanauer Handballer scheitern an Erstligist Bietigheim

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Der erst 17-jährige Tarek Marschall (links) nimmt Maß: Der Hanauer sorgte nach der Pause mit drei Treffern in Folge für Hochspannung im Pokalduell gegen Bietigheim.

Hanau - Nur um Haaresbreite haben die Handballer der HSG Hanau in der ersten Runde des DHB-Pokals eine Sensation verpasst. Nach hartem Kampf unterlag der Drittligist dem Neu-Bundesligisten SG BBM Bietigheim mit 32:33 (13:17).

„Das war eine Riesenleistung, wir haben das Spiel bis zur letzten Sekunde offen gehalten“, sagte Hanaus Trainer Patrick Beer. Und Bietigheims Coach Ralf Bader gab zu: „Hanau hätte dieses Spiel gewinnen können.“ Großen Anteil an der guten Leistung der Hausherren hatte der erst 17-jährigen Tarek Marschall aus der eigenen Jugend, den Beer nach der Pause ins kalte Wasser warf. Mit drei Toren hintereinander verwandelte Marschall die Main-Kinzig-Halle in ein Tollhaus. „Tarek hat die Halle abgeholt“, sagte Patrick Beer.

Rund 600 Zuschauer hatten die zwei „First-Four“-Partien am Samstag verfolgt. Im zweiten Spiel setzte sich Bundesligist HC Erlangen gegen Drittligist MSG Groß-Bieberau/Modau mit 38:18 durch. Mit dem 34:20 (22:11) gegen Bietigheim qualifizierte sich Erlangen fürs Achtelfinale.

Bietigheim führte gegen die HSG schnell mit 3:0 und nach 18 Minuten mit 11:6. Doch größer als fünf Tore sollte der Rückstand der Hanauer auf den Favoriten nicht mehr werden. Die Grimmstädter, angeführt von ihren beiden Türmen Marc Strohl und Yaron Pillmann, ließen nicht locker und wurden von den Fans unaufhörlich nach vorne gepeitscht. Mit 13:17 ging es in die Halbzeit.

Was dann nach Wiederanpfiff passierte, wird in ein paar Jahren noch ewig eine tolle Lagerfeuer-Geschichte wert sein. Mit den drei Toren von Tarek Marschall zum 16:18 kämpften sich die Hausherren binnen dreieinhalb Minuten heran. Spätestens ab der 34. Minute verfolgten die Zuschauer den Spielverlauf weitestgehend im Stehen. Als Marc Strohl nach 38 Minuten erstmals zum Ausgleich (20:20) traf, stand die Main-Kinzig-Halle Kopf. Mit fünf Treffern gehörte Strohl neben Marschall zu den treffsichersten Schützen der HSG. Nur Yannik Woiwod, der mit seinem großen Kämpferherz das Zeug zum Publikumsliebling hat, und Jannik Ruppert (sechs Tore) trafen häufiger ins Schwarze.

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Nach Strohls Ausgleich ging es die übrigen 22 Minuten hin und her und die Zuschauer rasteten von Minute zu Minute mehr aus. Mehrfach hatte Hanau die Möglichkeit das Spiel zu drehen, doch zu keinem Zeitpunkt gelang der HSG die Führung. Mit Glück und Cleverness brachte Bietigheim die Partie über die Runden. Ein Sieg, der letztlich verdient war, aber auch glücklich.

Patrick Beer schwärmte hinterher von einer „geilen Spielatmosphäre“, Neuzugang Woiwod sprach von „Gefühlschaos“ und Ruppert erfand sogar mit „Gänsehaut-Euphorie“ einen neuen Begriff auf der nach oben offenen Emotionsskala. (leo)

Hanau: Schermuly, Müller; Woiwod (6), Hemmer, Gerst (2), Strohl (5/1), Marschall (5), Bergold (1), Brüggemann (1), Pillmann (4), Ruppert (6), Geist (1), Christoffel (1/1), Matschat, Pareigis

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