Hanau verspielt 26:24-Führung

3. Liga: Schockmoment für HSG in letzter Sekunde

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Der Hanauer Tilman Werner (rechts) wird von Erik Gülzow (Burgwedel) angegangen. Gülzow erhielt bereits nach elf Minuten die Rote Karte wegen eines Schlages ins Gesicht.

Hanau - In buchstäblich letzter Sekunde haben gestern Nachmittag die Handballer der HSG Hanau den sechsten Heimsieg der Saison aus der Hand gegeben.

Mit dem 26:26 (16:14) gegen den HSC Burgwedel verpasste es das Team von Trainer Patrick Beer, den Abstand zu den Abstiegsplätzen zu vergrößern. Patrick Beer war nach der dramatischen Schlussphase in der Main-Kinzig-Halle fassungslos. „So etwas habe ich noch nie erlebt“, sagte der Trainer des Aufsteigers aus Hanau. Bis 20 Sekunden vor Schluss führte die HSG mit 26:24 - und gab den ersehnten Sieg doch noch aus der Hand. Besonders bitter war die Szene, die zum Ausgleich führte. Bei eigenem Anwurf verloren die Hanauer den Ball - der Gegenstoß in allerletzter Sekunde ließ die Gäste über einen unverhofften Punkt jubeln. „Das darf so nie passieren, passiert aber eben doch“, meinte Beer: „Das ist ein echter Nackenschlag für uns.“

Dabei hatten die Hanauer lange Zeit alles ordentlich im Griff. Nach ausgeglichener erster Hälfte setzte sich die HSG ab der 34. Minute konstant auf vier Tore ab. Bis zum 23:19 (48.) rechneten die 400 Zuschauer fest mit einem weiteren Heimsieg. „Doch in dieser Phase haben wir es versäumt, uns noch weiter abzusetzen“, meinte Beer. Dabei machte sein Team „vieles richtig“. Die Wurfquote stimmte, die Zahl der Fehler hielt sich in Grenzen. Nur die drei verworfenen Siebenmeter sowie die laut Beer unberechtigte Rote Karte für den gerade sieben Minuten auf dem Feld aktiven Zugang Philipp Reuter (22.) wurmten ihn. Dass die HSG in den letzten drei Minuten drei „Hundertprozentige“ ausgelassen hatte, wurde grausam bestraft. „Das sind Lerneffekte für uns“, sagte Beer und schaute sofort nach vorne. „Wir müssen es in Kirchzell besser machen.“ Beim Schlusslicht (5:31 Punkte) muss die HSG (13:25 Punkte), die ein Spiel mehr ausgetragen hat als die Konkurrenz, unbedingt gewinnen. „Wir müssen das Positive mitnehmen“, forderte Beer. Und die Schlussphase gegen Burgwedel vergessen. (jm)

Handball: HSG Hanau gewinnt gegen Gelnhausen

7m: 7:4 / 4:2 - Zeitstrafen: 2:4 - Disqualifikationen: Reuter (23.) / Herbold (11.), Gülzow (47./dritte Zeitstrafe)

HSG Hanau: Adanir, Schermuly; Strohl (2), Werner (3), Appel (1), Siegmund, Bergold (5/3), Brüggemann (1), Reuter (2), Pillmann (4), Best, Geist (3), Christoffel (5/1), Ruppert

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