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HSG Hanau kämpft mit Abschlussschwäche und kassiert vierte Niederlage in der Aufstiegsrunde

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Von: Robert Giese

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Kein Durchkommen: Jannik Ruppert (am Ball) und die HSG Hanau standen sich gegen Pforzheim auch selbst im Weg.
Kein Durchkommen: Jannik Ruppert (am Ball) und die HSG Hanau standen sich gegen Pforzheim auch selbst im Weg. © Scheiber

Drittligist HSG Hanau muss weiter auf das erste Erfolgserlebnis in der Aufstiegsrunde zur 2. Handball-Bundesliga warten: Am Samstagabend gab es für die Mannschaft von Hannes Geist im vierten Spiel die vierte Niederlage, gegen die SG Pforzheim/Eutingen scheiterte die HSG dabei zu oft am gegnerischen Torhüter, am Pfosten - und an sich selbst. Die HSG unterlag mit 20:30 (10:15).

Hanau – Personell waren die Hanauer diesmal zwar besser aufgestellt als in den Vorwochen, als eine Verletzungsmisere und eine Corona-Welle den Kader stark ausgedünnt hatten, trotzdem fielen beim Heimspiel gegen Pforzheim wichtige Spieler aus: Im Tor, wo Sebastian Schermuly und Fabian Tomm fehlten, bildeten Henrik Naß und Oldie Felix Bondkirch das Torhüter-Duo, von den Feldspielern musste neben Michael Hemmer und Robin Marquardt auch Björn Christoffel pausieren.

Die zuletzt von so vielen Ausfällen geplagten Gastgeber mussten sich dementsprechend erst einmal auf dem Spielfeld finden, und da auch Pforzheim zunächst vorsichtig agierte, war die Anfangsphase von einem gegenseitigen Abtasten geprägt, in dem nicht viele Treffer fielen. Das lag einerseits an den starken Torhüterleistungen auf beiden Seiten - der junge Naß stand seinem Gegenüber Bastian Rutschmann dabei zumindest im ersten Durchgang in nichts nach - aber auch am eher gemächlichen Tempo der Partie. Während die Gäste ihre Angriffe mit Vorliebe lang auszuspielen pflegten, probierte sich Hanau eher halbherzig im Tempospiel. Vorteile konnten sich die Pforzheimer dabei erst dann erspielen, als sie in Überzahl waren - nach gut zehn Minuten stand es 2:4 aus Sicht der HSG. Da Naß aber ein sicherer Rückhalt war und Jannik Ruppert im Angriff mehrmals eindrucksvoll seine Dynamik demonstrierte, glichen die Hausherren nach 20 Minuten zum 6:6 aus.

Kurz darauf kam es zu einer kuriosen Doppel-Chance für Hanau: Erst schloss David Rivic vom Kreis ab, traf aber nur den Pfosten, und Linksaußen Marius Brüggemann, der sich den Abpraller sicherte, machte es seinem Teamkollegen direkt nach. Diese Szene war symptomatisch für das weitere Spiel, denn im Abschluss präsentierten sich die Gastgeber in der Folge mal zu unpräzise, um den glänzend aufgelegten Gästetorwart zu überwinden, oft aber auch einfach glücklos, denn immer wieder stand der Pfosten einem Torerfolg im Weg.

Die Pforzheimer hatten solche Probleme nicht, denn den Gästen gelang es immer wieder, in kniffligen Situationen zu treffen: Mehrmals zwang die HSG-Deckung die Gäste ins Zeitspiel, diese brachten den Ball aber nahezu jedes Mal doch noch im Tor unter. Oft setzte die SG dabei ihre Außenspieler in Szene, die sich im Gegensatz zu ihren Gegenstücken auf Hanauer Seite äußerst treffsicher zeigten. Bis zum Seitenwechsel hatte sich Pforzheim, das im Aufstiegsrennen noch alle Chancen hat, auf 15:10 abgesetzt.

Die Hoffnungen der Heimfans auf eine Trendwende im zweiten Durchgang lösten sich schon kurz nach Wiederanpfiff in Luft auf, denn am Spielverlauf änderte sich nichts: Gleich in der ersten Szene kam Ruppert frei zum Wurf, scheiterte aber an Rutschmann. Dessen Team traf dreimal hintereinander, was HSG-Coach Hannes Geist zu einer frühen Auszeit zwang. „Die ersten Minuten der zweiten Halbzeit waren der Genickbruch für Hanau“, analysierte Gästetrainer Alexander Lipps treffend, denn vom 10:18-Rückstand sollten sich die Gastgeber nicht mehr erholen.

Geist stellte in der Folge zwar die Abwehr um, wo Cedric Schiefer nun sehr offensiv agierte, aber die Messe in der Main-Kinzig-Halle war längst gelesen. Was den Gästen gelang, missglückte Hanau weiterhin viel zu oft, sodass an eine Aufholjagd nicht zu denken war und die Partie schließlich mit 20:30 verloren ging.

„Wir sind aktuell in einer schwierigen Phase“, kommentierte der HSG-Coach die neuerliche Niederlage. „Wir haben uns gute Chancen erspielt, aber beim Wurf denken wir dann zu viel nach. Momentan sind wir nicht am Leistungslimit.“

HSG Hanau: Bondkirch, Naß; Ahrensmeier (3), Bergold (6/3), Braun (1), Brüggemann, Gerst (1), Lorenz (3), Pillmann, Ritter (1), Rivic, Ruppert (4), Schiefer (1), Strohl - Schiedsrichter: Dinges / Schmack - Siebenmeter: HSG 3/3, SG 2/2 - Zeitstrafen: HSG 3, SG 5 - Zuschauer: 300

Von Robert Giese

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