Vorsitzender Uwe Just im Interview

HSG Hanau will die Aufstiegsrunde forsch angehen

Hat mit der HSG Hanau noch viel vor: Der Vorsitzende Uwe Just möchte „die HSG Hanau sportlich und infrastrukturell weiterentwickeln“.
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Hat mit der HSG Hanau noch viel vor: Der Vorsitzende Uwe Just möchte „die HSG Hanau sportlich und infrastrukturell weiterentwickeln“.

In den seit Monaten brachliegenden Drittliga-Handball ist Bewegung gekommen: Der Deutsche Handball-Bund (DHB) hat entschieden, dass alle Drittligisten, die das möchten, wieder Spiele bestreiten können – entweder in einer Pokalrunde oder in einer Aufstiegsrunde für die 2. Bundesliga.

Hanau – Die HSG Hanau hat sich entschieden, an der Aufstiegsrunde teilzunehmen. Warum verrät deren Vorsitzender Uwe Just im Interview.

Herr Just, die spielfreie Zeit scheint ein Ende zu haben, ab April sollen wieder Partien stattfinden können. Die Corona-Pandemie ist dann vermutlich nicht aus der Welt – warum hat sich Ihr Verein also entschieden, diese Möglichkeit wahrzunehmen?
Wir sehen es als unsere Aufgabe an, dass Handballspielen dort, wo es die passenden Rahmenbedingungen gibt, wieder möglich zu machen. Wir haben allerdings auch eine Verantwortung gegenüber unseren Spielern und Trainern, sie bestmöglich zu schützen. Im Trainingsbetrieb, den wir mit unserer ersten Mannschaft und der A-Jugend aufrechterhalten durften, haben wir deshalb seit mehreren Wochen ein freiwilliges Testkonzept umgesetzt, bei dem die Spieler mehrmals pro Woche vor dem Training getestet werden. Das ist ein gewisser Aufwand, aber das ist uns der Schutz der Mannschaft wert. Wenn die Spiele im April beginnen, gibt es darüber hinaus ein Testkonzept vom DHB, das ohnehin zwingend umgesetzt werden muss.
Warum haben Sie das Team für die Aufstiegsrunde gemeldet? Will die HSG sofort in die 2. Bundesliga?
Aktuell dürften einige Vereine weit vor uns sein, aber wir wollen in den kommenden Jahren auch mal oben anklopfen. Aktuell sehen wir die Aufstiegsrunde für uns als Lernprozess, bei dem wir ausloten können, wie weit wir schon sind – und zwar nicht nur in sportlicher Hinsicht, sondern auch unter organisatorischen und infrastrukturellen Gesichtspunkten.
In der Aufstiegsrunde wird die HSG auf die stärksten Teams aus allen vier Drittliga-Staffeln treffen, gut ein Dutzend Vereine haben ihr Interesse bekundet. Wie kann sich Hanau in diesem Feld schlagen?
Das hängt selbstverständlich von vielen Faktoren ab: Ob und wie sich andere Mannschaften personell verstärkt haben, wie gut sie während der vergangenen Monate trainieren konnten und letztlich auch, wie der Modus und die Konstellation in der Aufstiegsrunde aussehen wird. Generell wollen wir diese Aufgabe aber forsch angehen und uns bestmöglich aus der Affäre ziehen.
Mögliche Konkurrenten wie die HSG Krefeld haben sich in der Zwischenzeit noch einmal personell verstärkt. Wird es in Hanau auch kurzfristige Neuzugänge geben?
Nein, wir vertrauen auf den Kader, mit dem wir in die Saison gegangen sind, da wird es keine Veränderungen geben.
Wie steht es denn um den Fitnessstand der Mannschaft? Gab es im Training Verletzungen?
Das Team hat in den vergangenen Wochen und Monaten gut trainiert und auch die Rochade zwischen Hannes Geist und Oliver Lücke, die ihre Rollen als Co- und Cheftrainer getauscht haben, hat problemlos funktioniert. Die Spieler verfügen über einen sehr guten Fitnessstand und wir haben momentan auch keine Verletzten, sodass wir mit Bestbesetzung antreten könnten.
Während der Spielbetrieb ruhen musste, hat sich bei der HSG Hanau im Hintergrund viel getan, zuletzt mit der Gründung der HSG Hanau Handball GmbH. Was hat es damit auf sich?
Das war ein Schritt, den wir schon länger geplant hatten und den wir während der spielfreien Zeit nun umsetzen konnten. Um unsere positive Entwicklung fortzusetzen, ist die Schaffung eines wirtschaftlichen Trägers unumgänglich – das ist bei uns nun eben jene GmbH, deren Geschäftsführer unser Geschäftsstellenleiter Hannes Geist ist. Im Tagesgeschäft halten sich die Änderungen dadurch in Grenzen, insgesamt sind der Gesamtverein und auch der Vorstand durch diese Konstruktion aber besser geschützt, weshalb wir sie unabhängig von unserer künftigen Ligazugehörigkeit aufrechterhalten werden.
Was passiert, wenn die HSG den Aufstieg verpasst?
(lacht) Wir gehen die Aufgabe zwar beherzt an, aber es müsste schon ganz viel zusammenpassen, wenn wir tatsächlich in die engere Auswahl kommen würden. Uns ist es wichtig, den Handball-Standort Hanau weiter bekannt zu machen und die HSG Hanau sportlich und infrastrukturell weiterzuentwickeln. Man wächst mit seinen Aufgaben. Mit der Aufstiegsrunde haben wir uns die schwerste Aufgabe herausgesucht.

Das Gespräch führte Robert Giese

14 Teams melden für Aufstiegsrunde

14 Drittligisten haben bis zum Ablauf der Meldefrist signalisiert, um zwei Aufstiegsplätze in die 2. Liga spielen zu wollen:

VfL Pfullingen, TV Willstätt, TSB Heilbronn-Horkheim, HC Oppenweiler/Backnang, TuS Vinnhorst, TuS Spenge, VfL Eintracht Hagen, VfL Potsdam, HC Empor Rostock, Eintracht Hildesheim, MTV Braunschweig, HSG Hanau, TuS Kaiserslautern-Dansenberg und die HSG Krefeld.

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