Beste Platzierung der Vereinsgeschichte

HSG Nieder-Roden erneut in 3. Liga: „Diese Liga bestraft alles“

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Vergangene Saison Gegner, in der nächsten Runde gemeinsam für die HSG Rodgau Nieder-Roden aktiv: Florian Stenger (vorn) und Niklas Geck (Nummer 3), auf diesem Foto noch im Trikot des TV Großwallstadt.

Nieder-Roden -  Das siebte Jahr in der 3. Liga bleibt den Handballern der HSG Rodgau Nieder-Roden in besonderer Erinnerung. Von Patrick Leonhardt 

Den Punkterekord aus der Spielzeit 2016/2017 (36:24) verfehlten sie zwar um einen Zähler, doch nach vier sechsten Plätzen hintereinander feierten sie als Vierter das beste Ergebnis ihrer zwölfjährigen Vereinsgeschichte.
Nach der Ära Alexander Hauptmann sorgte Nachfolger Jan Redmann gleich in seiner ersten Saison bei den Rodgauern dafür, dass sich die HSG-Verantwortlichen eigentlich um zwei Trainer-Denkmäler bemühen müssten. „Ich bin sehr zufrieden“, sagt Redmann, „dass wir uns in einer so ausgeglichenen Liga so gut behauptet haben. Mit nur fünf, sechs Punkten weniger hätten wir auch ganz schnell in einer gefährlichen Region landen können.“ Doch die Nieder-Rodener sammelten viele Punkte, weil sie meist die knappen Spiele zu ihren Gunsten entschieden. Etwa die Topspiele gegen den späteren Meister TV Großwallstadt (24:23) oder bei Vizemeister HC Erlangen II (30:29).

Redmann setzte von Beginn an auf eine gesunde Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern. „Der Jugend eine Chance“, lautet sein Credo, das der HSG-Trainer von Beginn an durchzog. Henning Schopper, Johannes von der Au, Sam Hoddersen standen nicht nur im Kader, sondern auch oft auf dem Parkett. Florian Stenger ist nur unwesentlich älter, auch Sven Schultheis aus der eigenen zweiten Mannschaft sammelte seine Erfahrungen in der 3. Liga. „Es gab nie Zweifel, dass das nicht der richtige Weg ist“, erklärt Redmann, „Natürlich können das die Jungs nicht in jedem Spiel zurückzahlen. Aber das ist der Weg, den die HSG konsequent gehen muss, mit jungen Leuten aus der Region.“

Und die „alten Hasen“ – die allesamt einst auch als Jungspunde nach Nieder-Roden gekommen sind – leisteten ihren Teil zu einer erfolgreichen Saison. Kapitän und Torhüter Marco Rhein mit unglaublichen Paraden, die laufstarken Tim Henkel und Michael Weidinger in der Abwehr, Christian Schmid am Kreis oder Timo Kaiser, der mit 179 Treffern in der Torschützenliste als Vierter wieder ganz vorne landete. Philippe Kohlstrung glänzte als Spielmacher und Torjäger – und als herausragender Vertreter für den lange verletzten Philipp Keller. Der sagt: „Platzmäßig war das die beste Saison, die wir je hatten. Wir hatten viele gute Spiele, aber auch einige, die so nicht ablaufen durften. Zum Beispiel in Hanau.“ Dort verloren die Nieder-Rodener das Derby nach schwacher Leistung mit 20:25. „Wir haben aber insgesamt gezeigt, dass wir zurecht von den anderen Mannschaften geschätzt werden. Mit zwei, drei konzentrierteren Spielen hätten wir auch zwei Plätze weiter oben landen können“, sagt Keller.

Immer wieder war in der vergangenen Saison die Ausgeglichenheit der Liga ein Thema. „Selbst der Meister hat Punkte im zweistelligen Bereich abgegeben“, verweist Redmann auf die elf Minuspunkte auf dem Konto des TV Großwallstadt. Und ohne den Rückzug der Sportfreude Springe hätten dem TV Gelnhausen 23 Pluspunkte nicht zum Klassenerhalt gereicht. „Du musst in jedem Spiel da sein, fit sein. Das macht es auch sehr schwer. Aber diese Liga bestraft alles“, sagt Redmann, „wir haben es geschafft, dass wir nur einmal zwei Spiele hintereinander verloren haben. Das ist herausragend, weil wir auch mehrfach zwei Auswärtsspiele in Folge hatten.“ In der Hinrunde gelang es lediglich fünf Mannschaften, drei Spiele oder mehr hintereinander zu gewinnen: Großwallstadt (9), Leutershausen (4), Baunatal, Bernburg und Groß-Bieberau (je 3). Ebenfalls ein Indiz für die Ausgeglichenheit der Liga. „Die könnte durchaus bleiben“, blickt Redmann auf die neue Saison voraus, „für die Fans hat diese Ausgeglichenheit die Liga auf jeden Fall sehr attraktiv gemacht“, erklärt Redmann. Weil jeder jeden schlagen kann.

Bilder: HSG Rodgau verliert gegen Großwallstadt

„Natürlich gibt es Dinge, die wir optimieren wollen und müssen“, sagt Redmann vor seinem zweiten Jahr als Trainer bei der HSG. Von den jungen Spielern erwartet er einen weiteren Schritt nach vorne. In Kreisläufer Christian Schmid (beruflich nach Hamburg) und Rückraum-Schütze Jonas Müller (zum Zweitligisten TuS Ferndorf) verließen zwei Stammspieler die HSG. „Jonas können wir nicht 1:1 ersetzen“, weiß Redmann, der seinen Kader nach den Verpflichtungen von Benjamin von Stein (27, MSG Groß-Bieberau/Modau) und Jannik Schneider (20, TSV Birkenau, beide Kreis), Niklas Geck (20, TV Großwallstadt, Rückraum) sowie Philipp Wunderlich (23, Rückraum) aus der eigenen zweiten Mannschaft gut aufgestellt sieht. Wunderlich gehörte im Saisonendspurt mehrfach dem Drittliga-Kader an.

„Die jungen Spieler aus dem Landesliga-Kader sehen, dass die Möglichkeit gegeben ist, oben auszuhelfen. Die Tür nach oben ist offen, sie haben die Möglichkeit, diesen Schritt zu gehen“, freut sich Redmann über die gute Zusammenarbeit mit Zweitmannschaftstrainer Christian Sommer. Offen ist allerdings, wann der Langzeitverletzte Philipp Keller (Knöchelödem) wieder zur Verfügung steht. „Wir denken positiv, wissen aber auch, dass wir uns gedulden müssen“, sagt Redmann. Keller selbst erklärt: „Ich fühle mich besser und hoffe, dass ich in der Vorbereitung dabei bin. Im Alltag spüre ich nichts, erst unter Belastung. Ich bin froh, wenn ich wieder einen Ball in den Händen halten kann.“ Am 26. Juni bittet Redmann zum ersten Training 2018/19.

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