Fußball

Im Dauereinsatz für den Sport: Niklas Oppermann spielt in der Gruppenliga und macht Profis von Viktoria Aschaffenburg fit

Die Berufung zum Beruf gemacht: Niklas Oppermann ist Fußballer und Physiotherapeut aus Leidenschaft.
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Die Berufung zum Beruf gemacht: Niklas Oppermann ist Fußballer und Physiotherapeut aus Leidenschaft.

Ein Leben für den Sport. Ein Satz, der wohl selten besser zutrifft als auf das Leben von Niklas Oppermann. Seit rund einem halben Jahr ist der 22-jährige Neuberger als ausgebildeter Physiotherapeut - neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit im Medi-Reha-Point in Erlensee - Teil des Physiotherapeuten-Teams des bayerischen Regionalligisten Viktoria Aschaffenburg.

Neuberg – Und als wäre das noch nicht zeitintensiv genug, geht der Mittelfeldmotor für die Gruppenligamannschaft der SG Marköbel auch noch selbst auf Punktejagd.

Schon früh hat den 22-Jährigen die Sportbegeisterung gepackt. Im Alter von sechs Jahren begann Oppermann in seinem Heimatort Neuberg mit dem Fußballspielen. Doch schon in der E-Jugend zog es ihn nach Marköbel, dem Verein, bei dem auch sein Vater schon lange aktiv ist. Dort durchlief er dann den ganzen Jugendbereich und kickt seit einigen Jahren in der Gruppenliga-Mannschaft der Hammersbacher. Trotz einiger Angebote anderer Vereine dachte der Mittelfeldspieler nie über einen Wechsel nach: „Der Umgang in Marköbel ist sehr familiär. Hier kann ich mit meinen Freunden spielen. Hier fühle ich mich wohl.“

Doch auch abseits des Fußballplatzes wusste Oppermann sehr schnell, wo die Reise beruflich für ihn hingehen soll. Bereits in der Schulzeit absolvierte er ein Praktikum bei seinem heutigen Arbeitgeber im Medi-Reha-Point in Erlensee: „Mir war relativ früh klar, dass ich nicht für einen Bürojob gemacht bin. Und weil ich sehr sportbegeistert bin, wollte ich auch gerne mit Sportlern zusammenarbeiten.“ Also durchlief der zielstrebige Sportfan eine dreijährige schulische Ausbildung zum Physiotherapeuten in Bad Orb. Anschließend kehrte er nach Hause zurück und erhielt vor rund einem Jahr eine Festanstellung in der Praxis, in der er wenige Jahre zuvor noch seine ersten Erfahrungen in der Physiotherapie gesammelt hat.

Knapp sechs Monate später tat sich für den jungen Physiotherapeuten eine weitere große Chance auf. Gerald Mai, Co-Trainer beim bayerischen Regionalligisten Viktoria Aschaffenburg und Bekannter von Niklas Oppermann, hat ihn als einen von mehreren Physiotherapeuten für die Mannschaft angefragt. Für Oppermann die Gelegenheit, seine beiden Leidenschaften Fußball und Physiotherapie miteinander zu verbinden. „Ich habe mich dann mit den Verantwortlichen von Aschaffenburg getroffen und das hat direkt super gepasst“, erklärt er stolz.

Aufregende Zeit bei Viktoria Aschaffenburg

Für ihn waren die letzten Monate mit Aschaffenburg eine aufregende Zeit. Einmal die Woche fährt er zum Training und behandelt die Spieler vor Ort. Oftmals sind es muskuläre Probleme, um die er sich kümmern muss. Aber auch Spieler, die nach Operationen wieder fit gemacht werden müssen, betreut er. Besondere Highlights für ihn sind die Auswärtsspiele, zu denen er immer mal wieder mitfährt. Für lange Busfahrten quer durch Bayern wird er mit spannenden Gegnern wie der Spielvereinigung Unterhaching um Trainer und Ex-Nationalspieler Sandro Wagner oder der Nachwuchsmannschaft von Bayern München entschädigt.

Das alles ist eine einmalige Chance für den Neuberger. Die Sache hat nur einen Haken: Oppermanns ohnehin schon voller Terminkalender mit Fußball in Marköbel und seinem Job in Erlensee wird noch enger: „Es gibt unter der Woche keinen Tag mehr, an dem ich abends vor halb zehn nach Hause komme. Jetzt, wo ich jung bin, kann ich das noch machen.“ Dass er das alles ohne die Unterstützung seines Umfelds nicht schaffen würde, ist Oppermann bewusst. „Zum einen muss ich meinem Trainer in Marköbel danken, den ich schon ewig kenne. Freitags im Training fehle ich meistens, weil ich dann schon mit Aschaffenburg unterwegs bin. Das ist für ihn kein Problem. Auch meinem Chef auf der Arbeit, der selbst Fußballer durch und durch ist, bin ich dankbar. Er kommt mir da immer sehr entgegen, wenn ich Einsätze bei Aschaffenburg habe“, weiß der Physiotherapeut die Unterstützung seines beruflichen und privaten Umfelds zu schätzen. Denn auch seine Eltern und Freunde unterstützten ihn, wo es nur geht, damit er alles unter einen Hut bekommt.

Viele Verletzungen nach dem Re-Start?

Dass Oppermann und seinen Kollegen irgendwann die Arbeit ausgeht, davon ist aktuell nicht auszugehen. Immer mehr Fußballvereine, vor allem im Amateurbereich, beklagen Verletzungen in ihren Teams. Ein Zusammenhang mit der langen Corona-Pause lässt sich laut Oppermann nicht ausschließen: „Während des Lockdowns haben viele Spieler nicht mehr fußballspezifisch trainiert oder sogar gar nichts gemacht. Die Vorbereitungszeit bis zu den ersten Spielen war teilweise auch noch sehr kurz, sodass für viele die Belastung nun zu hoch wird. Darüber hinaus ist oftmals auch die Belastungssteuerung in den Vereinen nicht optimal. Daraus resultiert, dass es viele Muskelverletzungen wie Zerrungen oder Muskelfaserrisse gibt.“

Niklas Oppermanns Traum ist es, die Spieler nach diesen Verletzungen eines Tages in seiner eigenen Praxis zu behandeln und wieder fitzumachen. (Von Nils Moock)

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