Trainerin aus Urberach spielte Anfang der 90er in Regional- und Oberliga

Silvia Löhr: „Immer weniger Frauen spielen Handball“

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Silvia Löhr

Offenbach - Die Urberacherin Silvia Löhr ha 1979, im Alter von 14 Jahren, mit dem Handballspielen beim BSC begonnen. Mit 16 debütierte sie im Regionalligateam der Frauen des BSC, brachte es als Torhüterin bis in die Jugendnationalmannschaft.

Nach Differenzen mit der damaligen Abteilungsleitung verließ sie im Sommer 1993 als eine von mehreren Spielerinnen den BSC, wechselte zum Oberligisten PSV Heusenstamm, für den und später die HSG Obertshausen/Heusenstamm sie bis zu ihrem Karriereende spielte.

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Anschließend machte sich Silvia Löhr als Trainerin einen Namen, erneut beim BSC Urberach, bei der HSG Dietzenbach und sechs Jahre lang beim TSV Klein-Auheim. Heute trainiert die 53 Jahre alte Landschaftsgärtnerin das Team der HSG Hörstein/Michelbach (Bezirksoberliga Odenwald/Spessart) und ist damit eine perfekte Gesprächspartnerin für den Frauenhandball vor 25 Jahren und heute. Mit ihr sprach unser Redakteur Stefan Moritz.

Was kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie an den Frauenhandball hier in der Region Anfang der 90er Jahre denken?

Das war eine schöne Zeit damals. Sowohl in Urberach als auch in Heusenstamm hatten wir eine gute Truppe, waren erfolgreich und hatten viel Spaß. Das Regionalligateam des BSC trifft sich übrigens heute noch regelmäßig.

Was unterscheidet den Frauenhandball damals von dem heutigen?

Das ist komplett was anderes. Der Handballsport ist ja durch die Regeländerungen, die Einführung des Zeitspiels, die schnelle Mitte, etc. viel dynamischer geworden. Damals gab es eigentlich nur eine Abwehrformation: 6:0. Die Spiele gingen oft 10:11 oder 12:13 aus. Jedes Tor, das man warf, aber auch das man kassierte oder eben nicht, war unheimlich wichtig.

Warum gibt es in der Region heute nur noch so wenige hochklassige Frauenhandballteams?

Weil immer weniger Frauen Handball spielen. Das sieht man ja auch an den vielen Spielgemeinschaften, weil immer weniger Vereine alleine eine Mannschaft stellen können. Das Sport- und Freizeitangebot ist heutzutage auch viel vielfältiger. Klettern, Surfen, Tauchen. Aber auch ein Auslandsjahr, das gab es damals alles nicht.

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Trotzdem sind Sie Ihrem Sport immer treu geblieben.

Ja, ich kann irgendwie nicht ohne. Es macht mir Spaß, jungen Spielerinnen etwas vermitteln zu können und mich mit ihnen zusammen im Wettkampf zu messen.

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