Kreisoberliga

In der Schießbude der Liga: Der 18-jährige Till Schulz glänzt dennoch im Tor des SV Oberdorfelden

Glanzparade: Trotz der 3:9-Niederlage beim FC Hochstadt wurde Oberdorfeldens junger Keeper Till Schulz am letzten Spieltag vom Gegner als bester SVO-Spieler genannt.
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Glanzparade: Trotz der 3:9-Niederlage beim FC Hochstadt wurde Oberdorfeldens junger Keeper Till Schulz am letzten Spieltag vom Gegner als bester SVO-Spieler genannt.

Für ihn als Torwart sei es „eigentlich gar nicht so schlimm“, direkt aus der Fußball-Jugend ins kalte Kreisoberliga-Wasser geworfen worden zu sein, meinte die aktuelle Nummer eins des SV Oberdorfelden, Till Schulz. Und das, obwohl er und seine Mannschaftskollegen Woche für Woche zum Teil hohe Niederlagen einstecken und auf dem letzten Tabellenplatz verharren müssen.

Schöneck – „Man hat ja schon vor der Saison ein bisschen damit gerechnet, dass wir es ganz schwer haben werden“, erklärte SVO-Trainer Daniel Rück, warum sich trotz dessen, dass der letzte und bislang einzige Sieg der Schwarz-Gelben knappe drei Monate zurückliegt, keine nervöse Stimmung beim Schönecker Verein auftut. „Mehr oder weniger die gleiche Mannschaft aus der B-Liga spielt jetzt KOL“, ergänzt der 38-jährige Rück das Bild einer Mannschaft, die sich seit ihrem Aufstieg 2018 bewusst ist, dass es ebenso schnell wie es damals hoch- auch wieder runtergehen kann.

Dennoch gilt für den seit mehr als zehn Jahren amtierenden SVO-Coach: „Die Art und Weise des Spielens ist wichtig. Wenn du 3:0 oder 4:0 hinten liegst nach 30 Minuten, dann muss auch mal was passieren.“ Ein bisschen Risiko schadet nicht, schließlich muss auch Rück eingestehen: „Schlechter als jetzt geht es ja nicht!“

Gerade zu Beginn der Saison habe die Mannschaft es noch nicht verinnerlicht, in diesen Situationen auch mal mit einer absichtlich abgeholten gelben Karte ein Zeichen zu setzen. Aktuell sollten aber nicht zu viele Verwarnungen gesammelt werden, denn der sowieso schon dünne 16-Mann-Kader der Oberdorfelder ist durch Verletzungen und Krankheitsausfälle zusätzlich dezimiert.

So verletzte sich beispielsweise Stammtorwart Oliver Asmus Anfang September beim Spiel in Bischofsheim an der Schulter. Somit kam der erst 18-jährige Till Schulz zu seinem Senioren-Debüt - und kann sich seither nicht darüber beklagen, unterfordert zu werden.

Die zu Saisonbeginn fünf hinzugekommenen A-Jugendspieler wollte man langsam heranführen - „das war halt teilweise gar nicht möglich“, sagte Rück, der sofort auf die Fähigkeiten der Nachwuchskicker angewiesen war.

„Es ist schon ein anderer Fußball“, so Till Schulz über den Unterschied der Kreisoberliga zum Jugendfußball, jedoch würden sich die Feldspieler schwerertun als der seit der C-Jugend im Tor spielende Schulz. Und tatsächlich, trotz oft hoher Niederlagen (1:7 gegen Oberrodenbach, 0:6 bei Erlensee II, zuletzt gab es gegen Hochstadt ein 3:9) schwärmen nicht nur Trainer Rück und Pressesprecher Dietmar Böhmert von den Leistungen des jungen Keepers, sondern auch diejenigen auf gegnerischer Seite, die an Spieltagen den „Besten Spieler“ gegenüber dem HANAUER ANZEIGER benennen. Schulz hat eine einleuchtende Erklärung hierfür: „Das ist recht einfach - wenn viele Bälle aufs Tor kommen, hat man auch mehr Chancen, sich auszuzeichnen.“

71 Tore hat der SVO in den bisherigen 15 Spielen kassiert. Wie oft sich Schulz am kommenden Sonntag gegen den TSV Niederissigheim auszeichnen werden muss, liege auch daran, ob man es schaffe, auf dem Platz als Mannschaft zu stehen und unnötige Fehlpässe zu vermeiden. Eine Strategie, die auch Daniel Rück empfehlen und etwas ergänzen würde: „Das Augenmerk liegt bei uns auf jeden Fall auf dem Verteidigen“, bestätigt er, dennoch wolle man auch versuchen, mitzuspielen.

Von Lennart Nickel

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