Vor Derby gegen Rüsselsheim

Intensive Judo-Einheit mit dem Weltmeister

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Training in der Hafenschule mit Weltmeister Alexander Wieczerzak. Rechts vorn bereitet sich Brian-Miles Smith vor.

Offenbach - Hier eine Umarmung mit dem Weltmeister, da noch ein gemeinsames Foto. Von Holger Appel 

Alexander Wieczerzak hatte mit dem Hessischen Judoverband und dem JC Samurai zu einer Trainingseinheit in die Offenbacher Hafenschule geladen, 70 Athleten - Jugendliche, Frauen, Männer, Senioren - quälten sich auf den Matten. Und waren am Ende begeistert.

Kurz vor dem Finale der mehr als zweistündigen Einheit schien das Chaos perfekt zu sein. „Werfen, immer werfen“, rief Wieczerzak. Und die Athleten setzten seine Vorgaben um. Fast schon im Sekundentakt schlugen die Kämpfer nach Überwürfen mit lautem Knall auf den Matten auf. „Tempo, Tempo, Tempo“, feuerte er sie weiter an. Dann kurze Pause. Umdrehen, nächster Gegner, völlig unabhängig von der Gewichtsklasse. Egal ob Frau oder Mann. Und wieder volles Tempo. Der Schweiß floss in Strömen. Am Ende lagen alle erschöpft auf den Matten. Applaus. Abklatschen. Auslaufen. Hinsetzen in einer langen Reihe und eine respektvolle Verabschiedung mit Verbeugung vor dem Trainer, das musste sein.

„Das war richtig gut. Eine klasse Idee, die man öfter durchführen sollte. Die Judowelt ist klein, wir kennen uns alle. Schön, dass viele Athleten dabei waren“, sagte Markus Horn, Teammanager des JC Samurai. „Wir haben viel Lob erhalten. Aber man muss auch sagen, die Trainingshalle hier am Hafen ist ein Traum und optimal für so etwas.“

Viele seiner Kämpfer wie Markus Seifert, Felix Herbst, Alexander Schönfeld, Daniel Gleim, Max Bartel, Leon Ehmig und Brian-Miles Smith nahmen das Angebot vor dem Derby an diesem Samstag, 17 Uhr, in der Sportfabrik gegen den Rüsselsheimer Judoclub an. Selbst Eduard Trippel, Dritter der Junioren-WM und am Samstag als Gegner in Offenbach, wirkte mit in der Halle der Hafenschule. In anderen Sportarten vermutlich undenkbar, im Judo kein Problem.

Trippel wird am Samstag für Rüsselsheim in der Klasse bis 90 kg punkten, da gibt sich Horn keinen Illusionen hin. Ebenso Tobias Schirra (bis 73 kg). Doch der Aufsteiger will dagegenhalten und endlich den ersten Bundesligasieg der 62-jährigen Vereinsgeschichte feiern – auch wenn in Andreas Fischer (verletzt) und Alexander Bimmermann (verhindert) zwei Athleten fehlen. „Insgesamt sind wir aber gut aufgestellt. Wir müssen punkten, sonst haben wir den Klassenerhalt nicht mehr in der eigenen Hand“, sagt Horn nach nur einem Zähler aus bisher drei Kämpfen. „Wir sind gut vorbereitet und voller Elan“, blickte Smith voraus, der sich mit dem etwa 20 kg schwereren Wieczerak einen intensiven Trainingskampf geliefert hatte.

Die richtige Kampfsportart finden

Die Rüsselsheimer liegen mit vier Punkten im Mittelfeld. In der 2. Liga sind Rüsselsheim und Offenbach zweimal aufeinander getroffen - Endstand jeweils 7:7. Horn und Smith rechnen erneut mit einem engen Derby. Immerhin: Am Samstag treten im Polen Kamil Grabowski (Schwergewicht) und im Griechen David Tsokouris (bis 81 kg) auch die ausländischen Punktegaranten für Samurai an - auch wenn sie die Trainingsgala unter Wieczerzak verpasst haben.

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