„Die 1.  Liga ist mein Kindheitstraum“

Handball-Torwart Can Adanir über Wechsel zu Rhein-Neckar Löwen II

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Auf dem Weg in die Bundesliga: Torwart Can Adanir (im Spiel gegen Baunatal) hat mit dem Wechsel von der HSG Hanau zu den Rhein-Neckar Löwen II den nächsten Schritt gemacht.  

Offenbach - Aus Babenhausen in die Handball-Bundesliga – so stellt sich Torwarttalent Can Adanir seine Karriere vor. Den nächsten Schritt hat der 18-Jährige nun vollzogen – mit dem Wechsel von der HSG Hanau zur Reserve des Erstligisten Rhein-Neckar-Löwen. Von Christian Düncher

Er will sich nun in professionellem Umfeld behaupten. Im Interview spricht er über die zurückliegenden drei Jahre in Hanau und seine weiteren Ziele.

Can Adanir, kommt beim Gedanken daran, dass das Spiel gegen den TV Großwallstadt Ihr letztes für die HSG Hanau war, Wehmut auf?

Es war schon ein komisches Gefühl beim Aufwärmen. Ich habe daran gedacht, dass ich das letzte Mal mit den Jungs in der Kabine sein oder mit ihnen im Kreis stehen werde. Aber während des Spiels habe ich jeden Moment genossen. Die Fans haben uns wieder brutal unterstützt. Und dass wir gewonnen haben, war natürlich riesig. Ich bin der HSG Hanau dankbar für alles, was sie mir gegeben hat. Aber ich freue mich auch auf das, was jetzt auf mich wartet.

Was bleibt denn von der Zeit in Hanau in Erinnerung?

Eine ganze Menge. Ich hatte gleich zu Beginn ein absolutes Highlight. Als ich 2015 in meinem zweiten Jahr als B-Jugendlicher kam, hatte ich zuvor noch nie einen Titel gewonnen. Wir wurden auf Anhieb Hessenmeister und sind bis ins Viertelfinale der deutschen Meisterschaft gekommen. Dann der erste Einsatz bei den Herren in der 3. Liga. Ich durfte in Leipzig 45 Minuten ran, habe sogar ein Tor erzielt. Auch das erste Heimspiel werden ich nie vergessen: Im Derby gegen Gelnhausen habe ich uns zum Sieg geführt - vor 1000 Zuschauern. Ich hatte noch nie vor so vielen Leuten gespielt.

Das ist eine rasante Entwicklung. Wem bei der HSG Hanau haben Sie denn am meisten zu verdanken?

Vor allem zwei Leuten: Doktor Frantisek Fabian und Heiko Winter. Sie waren die zwei entscheidenden Personen. Fabian war in der A-Jugend unser Trainer, er hat mich auch menschlich vorangebracht. Ich vermisse ihn sehr (Anm. d. Red.: Fabian verstarb im Februar 2017). Und Heiko Winter hat immer intensiv mit mir gearbeitet. In den Ferien, wenn trainingsfrei war, sind wir manchmal um neun Uhr morgens in die Halle.

Mit welchen Zielen und Erwartungen gehen Sie Ihre neue Aufgabe bei den Rhein-Neckar Löwen II an?

Priorität hat für mich, dass ich mich richtig in der Mannschaft etabliere. Ich will in einem professionellen Umfeld das Maximum herausholen. Mein Ziel ist es, in dieser jungen Truppe, die in der abgelaufenen Saison in der Südstaffel ganz vorne mitmischte, die Nummer eins zu werden. Und mein Kindheitstraum war schon immer die 1. Liga. Diesem Ziel bin ich nun einen kleinen Schritt nähergekommen.

HSG Hanau schlägt TV Großwallstadt: Bilder

Werden Sie künftig auch Profi sein und sich somit ganz auf Handball konzentrieren können?

Ich werde zwar in Kronau wohnen, mich nach meiner hoffentlich erfolgreichen Abiprüfung für einen Studienplatz bewerben. In Heidelberg oder Mannheim, da gibt es genug Möglichkeiten. Und meine Familie ist trotzdem nicht weit weg. In einer Stunde bin ich in Babenhausen, das passt perfekt.

Und nach Hanau dauert es auch nicht viel länger. Wird man Sie denn kommende Saison auch mal bei dem einen oder anderen Heimspiel der HSG in der Halle sehen?

Auf jeden Fall. Wenn ich die Zeit finde, werde ich vorbeikommen und die Jungs mal aus dem blauen Block heraus anfeuern. Vor zwei Jahren war ich in der 3. Liga schon mal als Zuschauer in der Halle. Ich freue mich darauf, das mal als Unbeteiligter ganz entspannt von außen zu verfolgen.

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