Kreisoberliga

Kesselstadt will‘s wissen: Mit voller Offensivpower soll endlich der Aufstieg gelingen

Emir Omerovic vom VfR Kesselstadt
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Im Sturm gesetzt: Emir Omerovic trifft im Trikot des VfR Kesselstadt seit Jahren wie er will.

Hanau – Der VfR Kesselstadt zählt seit seiner Rückkehr in die Kreisoberliga zu den Topteams in Hanaus höchster Spielklasse. Am Aufstieg in die Gruppenliga scheiterte das Team jedoch zuletzt mehrfach. Jetzt soll es endlich klappen mit dem ersehnten Triumph – dafür soll der neue Traumsturm sorgen.

Ein Problem mit dem Toreschießen hatten die Kesselstädter wahrlich nicht. In den vergangenen drei Spielzeiten stellte der VfR zweimal die beste Offensive, erzielte im Schnitt rund 100 Tore. Dafür hat vor allem der Torjäger vom Dienst, Emir Omerovic, gesorgt. Als wäre das für die gegnerischen Abwehrreihen nicht Warnung genug, hat der VfR im Sommer mit Jaouad El Kaddouri vom FC Hanau 93 II auch noch den drittbesten Torjäger der wegen Corona abgebrochenen Spielzeit 2019/20 verpflichtet.

Neues Sturmduo des VfR Kesselstadt ergänzt sich

„Die beiden wissen, dass sie für die Tore zuständig sind“, sagt Thorsten Wolter, Sportlicher Leiter der Kesselstädter. Er sieht in El Kaddouri die perfekte Ergänzung zu Omerovic. „Beide sind ganz verschiedene Stürmertypen. Jaouad ist extrem lauffreudig, schnell und aggressiv in den Zweikämpfen. Emir ist der Filigrane, aus keiner Chance macht er zwei Tore.“

Viele Gelegenheiten, sich einzuspielen, hatte das Sturmduo bisher allerdings nicht. Drei Testspiele absolvierten die Kesselstädter, ehe Corona wieder alles durcheinanderwirbelte. „Über den Leistungsstand kann man wenig sagen“, so Wolter mit Blick auf den Saisonauftakt am Sonntag. „Wir hätten fünf, sechs Spiele mehr gebraucht, um auf den Punkt fit zu sein.“ Den anderen Mannschaften im Kreis gehe es allerdings nicht anders.

Training während Corona: Ständiges Auf und Ab beim VfR Kesselstadt

Trainiert wird an der Pumpstation schon seit den ersten Lockerungen. Laufeinheiten, Training ohne Kontakt in Kleingruppen, dann wieder normales Training. Durch das kontaktfreie Training zuletzt wurde die Vorbereitung dann vollkommen zur Achterbahnfahrt. „Wir wissen nicht, wie fit und wie gut wir derzeit sind. Aber jetzt wollen wir einfach nur Fußball spielen“, freut sich Wolter auf den Auftakt.

Durch den wieder leicht verschobenen Saisonbeginn wartet auf die Kesselstädter ein zumindest auf dem Papier leichtes Auftaktprogramm. Zunächst geht es gegen die beiden Aufsteiger Victoria Heldenbergen und FSV Neuberg, dann gegen die vermeintlichen Abstiegskandidaten Safakspor Hanau und SV Oberdorfelden. Für Wolter allerdings keine Selbstläufer. „Was ist in der Kreisoberliga schon leicht? Man sollte nie eine Mannschaft unterschätzen. Neuberg ist zwar Aufsteiger, hat in der A-Liga aber alles geputzt“, sagt der Sportliche Leiter. „Wir lassen jedes Spiel auf uns zukommen.“

Saison 2019/20: Kesselstadt verspielt mit bittere Niederlage den Aufstieg

Im Hinterkopf hat Wolter bei diesen Aussagen das Spiel gegen den KSV Langen-Bergheim im vergangenen Dezember. Als haushoher Favorit verlor der VfR damals 3:4 – und verspielte mit dieser Pleite den Aufstieg. Denn ohne diese Niederlage wäre der beim Saisonabbruch ermittelte Punktequotient minimal höher gewesen als der von Hanau 93 II und die Kesselstädter würden jetzt in der Gruppenliga spielen. Kein Wunder also, dass Wolter seine Mannschaft vor leichtsinnigen Punktverlusten warnt.

Kongenialer Partner? Jaouad El Kaddouri stellte seine Treffsicherheit zuletzt für Hanau 93 II unter Beweis.

Um diese zu vermeiden, hat Trainer Dino Selimovic auch die Defensive wieder mehr ins Blickfeld geschoben. Wenn man beim VfR überhaupt eine Schwachstelle ausmachen will, findet man sie am ehesten in der Abwehr. Auch wenn 30 Gegentore in 22 Spielen in der Kreisoberliga kein Grund zur Panik sind.

Für mehr defensive Stabilität: VfR Kesselstadt stellt System um

Dennoch wird Kesselstadt laut Wolter mit einer Systemumstellung in die neue Saison gehen. Wie genau diese aussehen wird, wollte er jedoch nicht verraten. „Wir wollen hinten sicherer stehen. Vorne schießen wir sowieso unsere Tore.“ Wer am Ende die Treffer erzielt, ob El Kaddouri, Omerovic oder die ebenfalls treffsicheren Emir Drino und Semir Agovic, ist zweitrangig: „Von mir aus kann auch der Torwart die Tore schießen.“

Dann soll es endlich auch mit dem Aufstieg klappen. „Das Ziel sollte nicht sein, wieder Zweiter zu werden und den Aufstieg knapp zu verpassen. Aber auch wenn es nicht klappen sollte, wird in Kesselstadt weiter Fußball gespielt“, sagt Wolter. Und er sollte es wissen. Schließlich ist er seit 2011 in Kesselstadt in der Verantwortung und hat schon diverse Höhen und Tiefen mitgemacht. Jetzt soll die Erfolgsgeschichte der vergangenen Jahre weitergeschrieben werden. Mit Omerovic und El Kaddouri in vorderster Front.

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