Handball

Kickers bleiben lieber allein

Manuel Dieter

Die für 2021/22 geplante Handballspielgemeinschaft Offenbach aus den Vereinen TSG Bürgel, OFC Kickers und TGS Bieber kommt vorerst nicht zustande. 

Offenbach – Manuel Dieter, Abteilungsleiter der OFC-Handballer, sagte gestern nach rund sieben Monaten mit Gesprächen und Informationsveranstaltungen, dass sein Verein „die Bildung einer HSG mit dem kompletten Spielbetrieb aller drei Offenbacher Handballklubs aktuell nicht weiter verfolgen wird. Wir haben den Prozess beendet und werden weiter unseren eigenen Weg gehen“.

Dieter berichtete gestern Nachmittag: „Wir haben die Gespräche mit Bürgel und Bieber ja nicht geführt, weil es uns aktuell schlecht geht, sondern mit Blick auf die Zukunft. Aber wir sind letztlich doch zum Fazit gekommen, dass die HSG nicht die beste Variante für uns ist. Auch fehlen uns die Mitglieder, die engagiert an der Umsetzung einer HSG mitarbeiten würden“, musste Dieter nach vielen internen Gesprächen zugeben. Die Handball-Abteilung der Kickers hat 400 Mitglieder. Die Männer kämpfen in der Landesliga um den Klassenerhalt, die Frauen treten in der Bezirksliga A an. Der OFC hat zwei weitere Männer- und insgesamt neun Jugendmannschaften.

Dieter ergänzte: „Aus unserer Sicht waren die Gespräche mit den beiden anderen Vereinen jedoch richtig und wichtig, um Gemeinsamkeiten und Zielstellungen auszuloten. Wir sind auch weiterhin gesprächsbereit und offen, was vereinzelte Kooperationen im Jugendbereich betrifft.“ Seinen Angaben zufolge stellt die große Lösung ein zu großes Risiko für den OFC dar, der womöglich seine Werte und Stärken innerhalb einer Spielgemeinschaft verlieren würde. Er verwies dabei auf den „mannschaftsübergreifenden familiären Charakter beim OFC. Wir haben Angst, dass der verloren gehen könnte.“ Der OFC will jetzt die Jugendarbeit und den Breitensport stärken.

Diese Argumente kann Sven Lenort, Trainer und Vorstandsmitglied der TSG Bürgel, durchaus nachvollziehen. Er sagte: „Ich bin überrascht von dieser Entscheidung, aber nicht enttäuscht. Ich denke, dass letztlich doch alle Seiten hätten profitieren können. Aber die HSG ist natürlich kein Muss.“ Florian Müller, Abteilungsleiter der TGS Bieber, ergänzte: „Die Argumente des OFC sind verständlich. Aber in diesem großen Projekt stecken viel Arbeit und schlaflose Nächte. Dass es jetzt scheitert, ist schon enttäuschend.“

Rainer Lehmann, Vorstandsmitglied der TGS Bürgel und Sprecher der geplanten HSG, meinte: „Dass die klassische HSG jetzt vom Tisch ist, ist langfristig sehr schade für den Handball in der Stadt Offenbach.“ Er kündigte an, das Angebot an die TGS Bieber aufrecht zu halten. „Wir wollen uns gegenseitig helfen und unterstützen“, sagte Lehmann mit Blick auf die unterschiedlichen Ausrichtungen der Vereine. Die TSG spielt mit den Männern in der Oberliga, hofft auf den Sprung in die 3. Liga. Die Frauen hoffen auf den Aufstieg in die Oberliga. Die TSG hat mehr als 500 Mitglieder in der Handball-Abteilung. Sie hat insgesamt drei Männer, zwei Frauen- und zwölf Jugendteams gemeldet.

Bei der TGS Bieber mit 230 Mitgliedern in der Handball-Abteilung steht mehr der Breitensport im Blickpunkt. Die Männer spielen in der Bezirksliga D, die Frauen in der Bezirksliga B. Die TGS stellt fünf Jugendmannschaften. Wie Müller berichtet, steht bei der TGS am nächsten Mittwoch eine Vorstandssitzung an. Auf der Tagesordnung steht die Stadtteil-Kooperation mit Bürgel.

VON HOLGER APPEL

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