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Kommt die Winterpause für Fußballer früher?

Begeben sich die Fußballer auf Kreisebene in die Winterpause? Darüber wird aktuell nicht nur auf Kreisebene gesprochen. Fußballwart Dirk Vereeken wünscht sich eine einheitliche Regelung.
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Begeben sich die Fußballer auf Kreisebene in die Winterpause? Darüber wird aktuell nicht nur auf Kreisebene gesprochen. Fußballwart Dirk Vereeken wünscht sich eine einheitliche Regelung.

Vorgezogene Winterpause oder wird das Restprogramm der Fußballer in November und Dezember noch durchgezogen? Dazu gibt es eine Empfehlung des Verbandsausschuss für Spielbetrieb und Fußballentwicklung des Hessischen Fußball-Verbands, einen Hanauer Beschluss und Offenbacher Sonderweg.

Update, 24. November 2021, 16.30 Uhr: Die heimischen Fußballer gehen nicht früher in die Winterpause: Der Verbandsausschuss für Spielbetrieb und Fußballentwicklung des Hessischen Fußball-Verbands (HFV) hat sich in einer virtuellen Sitzung am Dienstagabend darauf geeinigt, die Fortführung der Saison zu empfehlen. Diesem Entschluss folgt Dirk Vereeken, Hanauer Kreisfußballwart, und schickt die Kreisligen nicht vorzeitig in die Winterpause – gleiches gilt für die überregionalen Ligen.

„Wir schließen uns dem Beschluss des Verbandsausschusses an. Das hatten wir im Vorfeld intern diskutiert“, beendet der Hanauer Fußball-Boss die Diskussionen um das Vorziehen der Winterpause. Einen derartigen Sonderweg geht die Kreisoberliga Offenbach, deren Vereine ebenfalls am Dienstagabend per Videokonferenz beschlossen haben, die Winterpause sofort einzuläuten. Auf den Hanauer Kreisliga-Plätzen wird somit noch bis spätestens Sonntag, 5. Dezember, gespielt. In der Hessenliga sind die letzten Spiele des Jahres für Samstag, 11. Dezember, terminiert.

„Der Hessische Fußball-Verband möchte seinen Spielbetrieb bis zur Winterpause aufrecht erhalten, solange von behördlicher Seite keine dem entgegenstehende Einschränkungen erfolgen“, lautet das Ergebnis der Sitzung des Verbandsausschusses. „Die meisten Kreisfußballwarte und Vereine der Hessenliga möchten die in vielen Fällen wenigen restlichen Spiele vor der Winterpause noch bestreiten. Vor dem Hintergrund eines wirksamen Hygienekonzepts und dem Vertrauen in die Achtsamkeit unserer Vereine stimmen wir diesem Wunsch gerne zu“, erklärte der Ausschussvorsitzende Thorsten Bastian. Anders der Bayerische Fußball-Verband, der gestern für alle Amateurfußballer die Winterpause ausgerufen hat.

Erstmeldung, 22. November 2021: Angesichts der sich weiter anspannenden Pandemielage stellt sich die Frage, wie es diese Fußballsaison auf Kreisebene mit der Wertung der bisher erbrachten Leistungen aussieht. Kreisfußballwart Dirk Vereeken konnte zumindest bezüglich der Wertung der Saison ein nur minimal eingeschränktes grünes Licht geben: „Jeder soll gegen jeden gespielt haben, dann können wir die Tabelle gelten lassen.“

Im Prinzip könne die Saison also gewertet werden, da die Hinrunden der kreisweit ausgespielten Kreisligen A bis C und der Kreisoberliga bis auf wenige Nachholspiele abgeschlossen sind. Eine wie in der ersten Corona-Saison 2019/2020 angewendete Quotientenregel sei somit nur noch notwendig, wenn die Rückrunde begonnen, dann aber abgebrochen wird und Mannschaften unterschiedlich oft gespielt haben. Vereeken deutete diesbezüglich an, dass im hypothetischen Fall einer nur wenige Spieltage alten und dann abgebrochenen Rückrunde wahrscheinlich die Hinrunden-Tabelle gewertet werden würde.

Eine Idee, den Vereinen nicht nur wegen der aktuellen Corona-Lage eine längere Verschnaufpause zu gewähren, ist, die in den Kreisligen offiziell am 5. Dezember startende Winterpause auf im Prinzip „ab sofort“ vorzuziehen. Der Gedanke sei von Stefan Reuß, Präsident des Hessischen Fußballverbands angeregt worden, berichtete Dirk Vereeken. Die zentrale Frage dabei: Muss es überhaupt noch sein, die nächsten zwei Spieltage vor der Winterpause zu absolvieren? „Es spricht nichts dagegen, die Winterpause vorzuziehen“, findet der Hanauer Kreisfußballwart. „Die Begründung ist dabei nicht nur Corona - viele Vereine haben auch viele Verletzte und Kranke.“ Zudem scheint es ihm sinnvoller, die 2021 verbliebenen Fußballpartien zwischen Anfang März und Ende Mai nachzuholen, da dann auch die Wetterbedingungen mutmaßlich besser sein werden. Die Entscheidung darüber sei laut Vereeken der Einheitlichkeit wegen Verbandssache. Der Verbandsausschuss für Spielbetrieb und Fußballentwicklung wird am Dienstag, 23. November, darüber sprechen. Für die Kreisoberliga Offenbach fällt die Entscheidung heute unabhängig vom Verband (siehe Kasten).

Die Lage in überregionalen Ligen und Nachbarkreisen

In allen anderen regionalen Ligen fehlen in dieser schwierigen Pandemie-Phase noch das eine oder andere Nachholspiel, um die Wertungsgrundlage zu erreichen. In der Gruppenliga Frankfurt Ost kann das mit den für Mittwochabend angesetzten Partien Türk Gücü Hanau gegen FCA Gedern und SG Bruchköbel gegen FSV Bad Orb gelingen.
Die zweigeteilte Hessenliga (insgesamt 22 Mannschaften) mit dem FC Erlensee und Hanau 93 hinkt bei den Aktiven noch weiter hinterher. Sie kann erst nach der Gruppenphase gewertet werden, bevor es in Auf- oder Abstiegsrunde geht. Da fehlen somit noch zwei beziehungsweise drei Spieltage.
Beispiel Kreisoberliga Offenbach: Mit dem für Donnerstagabend geplanten Nachholspiel zwischen der SG Götzenhain und der TSG Neu-Isenburg würde sie die Wertungsgrundlage erreichen. Offenbachs Kreisfußballwart Jörg Wagner kann sich angesichts der hohen Inzidenzzahlen vorstellen, dem Beispiel des Hochtaunuskreises zu folgen und in der 18 Vereine starken Kreisoberliga die Winterpause vorzuziehen.
Die Entscheidung fällt heute Abend. Wagner hat mit Klassenleiter Günter Korth, seinem Stellvertreter Thomas Geis und den Vertretern der Kreisoberligisten eine Videokonferenz angesetzt. app

Ganz klar für Vereeken ist aber: „Die Nachholspiele würde ich schon gerne noch durchziehen!“ Dass nun, etwa drei Monate nach Saisonbeginn, alle Spielklassen im Kreis quasi eine fertige Hinrunde gespielt haben, freut den Kreisfußballwart: „Diese Saison hat super geklappt, die Klassenleiter haben das gut gemacht“, lobt er Achim Schrödter und Franz Krause, die für die Klassenleitung der Senioren zuständig sind.

Auch wenn es mit dem Zeitplan also gut funktioniert hat: Unzufrieden ist Vereeken mit der Umsetzung der Hygiene-Maßnahmen. „Nicht jeder Verein hält sich an die Maßnahmen“, nimmt der Kreisfußballwart kein Blatt vor den Mund. Am Wochenende sei er auf verschiedenen Plätzen unterwegs gewesen und habe „keine Maßnahmen“ gesehen, obwohl er die Vereine in den vergangenen Wochen und Monaten mehrfach zur Einhaltung der Maßnahmen gemahnt hat. (Von Lennart Nickel)

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