Coronavirus-Epidemie im Bezirk Offenbach-Hanau

OFC-Handballer nach Saison-Abbruch abgestiegen – Konsequenzen auch für andere Vereine

Frustrierende Situation: Christian Weis (links) von den Offenbacher Kickers im Duell mit dem Groß-Rohrheimer Niklas Fries. Beide Clubs steigen ab aus der Landesliga. Foto: klemenz

Die Handball-Saison im Bezirk Offenbach Offenbach Hanau ist beendet. Für einige Mannschaften ist das vorzeitige Ende der Spielzeit bitter.

Offenbach – „Das ist konsequent und richtig. Alles andere wäre doch nur ein Herumgeeiere. “ Das sagt Manfred Leber, der Bezirkswart Offenbach-Hanau, zum vorzeitigen Saisonende in den hessischen Handballklassen aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus. Wie der Hessische Handball-Verband vermeldet, sind die aktuellen Tabellen die Abschlusstabellen.

Trotzdem sind auf hessischer Ebene noch nicht alle Entscheidungen gefallen, denn die 3. Liga hat den Spielbetrieb zunächst bis 19. April ausgesetzt. Dass die Drittligisten der Region – die Männer der HSG Rodgau Nieder-Roden und die HSG Hanau – in dieser Saison aber nochmals um Punkte spielen, bezeichnet Bezirkswart Leber als „illusorisch“. Stand jetzt würde aus der 3. Liga der TV Kirchzell in die Oberliga Hessen absteigen. In der Folge müssten drei Oberligisten absteigen, zwei davon, TuSpo Obernburg und Rot-Weiß Babenhausen, in die Landesliga Süd, was dort laut Leber zu vier Absteigern führt: Fürth/Krumbach, Groß-Rohrheim, Umstadt/Habitzheim und somit auch die sich im Aufwind befindenden Offenbacher Kickers (zuletzt 8:2 Punkte). „Das ist extrem bitter“, sagt Leber. Die HSG Hanau II steigt aus der Landesliga Süd auf in die Oberliga.

Aus der Bezirksoberliga Offenbach-Hanau rückt Niederrodenbach auf in die Landesliga, der TSV Klein-Auheim und die HSG Preagberg steigen ab in die A-Liga, obwohl sie weniger Spiele als die Konkurrenten absolviert und noch Hoffnungen auf den Klassenerhalt hatten. „Da kann man nichts machen. Der Stand ist quasi so eingefroren“, berichtet Leber.

Die A-Ligisten SG Hainburg und Niederrodenbach II dürfen nächste Saison in der Bezirksoberliga antreten. Absteigen aus der Bezirksliga A muss nur die HSG Obertshausen/Heusenstamm, die ihr Team ohnehin zurückgezogen hatte, da aus der B-Liga nur die HSG Oberhessen in die A-Liga aufsteigt. Der B-Liga-Zweite HSG Preagberg II und der Dritte TV Langenselbold II dürfen nicht aufsteigen, da ihre erste Mannschaft bereits in der A-Liga spielt. Der Vierte der B-Liga ist in keinem Fall aufstiegsberechtigt. Das ist bitter für die TGS Seligenstadt II, die mit 23:7 Punkten nur aufgrund ein, zwei noch ausstehender Nachholspiele Vierter ist. Die HSG Hanau III dagegen darf trotz nur 2:30 Punkten in der A-Liga bleiben.

Isenburg/Zeppelinheim und Kinzigtal II müssen zurück in die Bezirksliga C, Bruchköbel III und Obertshausen/Heusenstamm II steigen auf. Die HSG hätte nach dem Rückzug der ersten Mannschaft somit auf jeden Fall einen Platz in der Bezirksliga A.

Die Frauen der HSG Rodgau Nieder-Roden sind Drittletzter der 3. Liga Ost und steigen ab in die Oberliga. Dort treffen sie in der nächsten Saison auf die TSG Bürgel, die aus der Landesliga Süd aufrückt. „Wir freuen uns natürlich sehr über den Aufstieg, auch wenn wir ihn gern auf dem Parkett geholt hätten“, berichtet Thorsten Wollek, Abteilungsleiter der TSG Bürgel.

Da neben der HSG Rodgau auch die TSG Ober-Eschbach aus der 3. Liga in die Oberliga Hessen absteigen muss, müssen vier Oberligisten in die Landesligen runter, darunter in Schlusslicht TGB Darmstadt und dem Vorletzten HSG Weiterstadt/Braunshardt/Worfelden zwei in die Südgruppe, die in der Folge ebenfalls vier Teams verlassen müssen: Eines davon ist die HSG Dietzenbach, die wegen eines abgezogenen Punktes wegen zu wenig gestellter Schiedsrichter und dem verlorenen direkten Vergleich mit der HSG Bachgau Viertletzter ist.

Die Frauen der HSG Hanau haben als Erster der Bezirksoberliga Offenbach-Hanau das Aufstiegsrecht, aber bereits angekündigt, dass sie es nicht wahrnehmen wollen. Auf diesem Stand ist auch Manfred Leber, offiziell hat ihm die HSG das aber noch nicht bestätigt. Die HSG Dreieich würde als Tabellenzweiter aufsteigen. Die Meldefrist für die neue Saison beginnt an Ostern und geht laut Leber bis Mitte Mai.

Dietesheim/Mühlheim und die HSG Kinzigtal steigen ab in die Bezirksliga A, aus der Flieden und die HSG Maintal aufsteigen. Der Tabellenzweite Bruchköbel II darf nicht aufsteigen, da die erste Mannschaft schon in der Bezirksoberliga beheimatet ist.

Die Männer der HSG Langen führen die Bezirksoberliga Darmstadt an. Für den Vorsitzenden Christian Steinbacher ist aber der Aufstieg noch nicht sicher. „Die Situation ist leider völlig unklar. Wir bekommen noch zwei Punkte abgezogen, da wir das Schiedsrichter-Soll nicht erfüllt haben. Dann sind wir punktgleich mit der ESG Crumstadt/Goddelau. Der direkte Vergleich zählt eventuell nicht, da noch nicht alle Mannschaften gegeneinander gespielt haben. Wenn das Torverhältnis entscheiden sollte, würden wir wegen einem Tor nicht aufsteigen.“ Bezirksvorsitzender Klaus Bernshausen bestätigt diese Einschätzung, für ihn sind im Gegensatz zu seinem Kollegen Manfred Leber „noch einige Fragen offen, die ich gern mit dem Verband klären würde. Mit Blick auf die Tabelle ist die HSG Langen aufgestiegen. Dennoch möchte ich das noch nicht bestätigen“, sagt er. Gleiches gilt für die Frauen der SG Egelsbach, die die Bezirksoberliga Darmstadt knapp vor Walldorf II anführen.  

mos/app/jb

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