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Kreisderby: Griffige Marköbeler und Doppel-Rot für Bruchköbel

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Zugegriffen: Marköbels Michael Kuhl (links) geht bei Bruchköbels Milad Ahmadi auf Tuchfühlung.
Zugegriffen: Marköbels Michael Kuhl (links) geht bei Bruchköbels Milad Ahmadi auf Tuchfühlung. © Scheiber/Göbel

Nur drei von zehn Partien fanden in der Fußball-Gruppenliga Frankfurt Ost am ersten Dezember-Wochenende bei ordentlichem Fußballwetter statt. Doch diese Partie hatten es in sich. Die SG Marköbel krönte ein starkes Halbjahr mit einem prestigereichen 3:1-Derbysieg bei der SG Bruchköbel. Eine Heimniederlage setzte es für den SVG Steinheim (2:4 gegen Bayern Alzenau II). Abstiegskandidat FC Hanau 93 II überraschte mit einem 2:2-Unentschieden bei Germania Dörnigheim.

SG Bruchköbel - SG Marköbel 1:3 (1:1): Verdienter Derbysieg für die SGM, die mit 34 Punkten in die Winterpause geht. „Marköbel war sehr solide und stabil, während wir uns immer schnelle Ballverluste geleistet haben und im Spielaufbau schwach waren“, fasste SGB-Sprecher Lutz Hofmann das Geschehen zusammen. SGM-Trainer Wolfram Rohleder war vor allem mit der Defensivleistung zufrieden. „Wir haben nicht viel zugelassen“, sprach der Coach von einem erneut „griffigen Auftritt“ seiner Mannschaft.

Die Hammersbacher ließen sich auch vom frühen Rückstand nicht schocken. Felix Tugend hatte nach zehn Minuten mit einem 18-Meter-Schuss das Netz wackeln lassen. In der 22. Minute glichen die Gäste aus. Nach einem schnellen Doppelpass mit Niklas Oppermann traf Daniel Schabet per Linksschuss. Drei Minuten vor der Pause zwang Gästestürmer Can Kayalar Yannik Thummerer im SGB-Tor zu einer Glanzparade.

Nach der Pause war das Spiel weiter intensiv. Bruchköbel agierte bemüht, brachte aber außer Halbchancen kaum etwas zustande. Effektiver waren die Gäste. Nach einer Schabet-Flanke köpfte Michael Meinzer zum 1:2 ein (69.). Kristian Skocibuasic und Leonel Vargas-Vicente vergaben in der Schlussviertelstunde Ausgleichsmöglichkeiten. In der 81. Minute traf Kayalar per Kopf zum 1:3 - wieder kam die Vorarbeit vom starken Schabet. In der Schlussphase flog SGB-Torwart Thummerer wegen Schiedsrichterbeleidigung vom Platz. Auch Bruchköbels Co-Trainer Dennis Rauch sah den Roten Karton.

Bruchköbel: Thummerer - Ennin (73. El Homrani), Rohner, Kern, Barcik, Müller, Tugend (47. Kappes), Skocibusic, Ahmadi, Barthelmie, Vargas-Vicente

Marköbel: Sticher - Vetchel, Meinzer, Rackensperger, Karges, Mäser, Oppermann (69. M. Wesenberg), Kuhl, Bashir (82. Roloff), Schabet, Kayalar (90.+1 Neun)

Tore: 1:0 Tugend (10.), 1:1 Schabet (22.), 1:2 Meinzer (69.), 1:3 Kayalar (81.) - Schiedsrichter: Burghard (Rüsselsheim) - Besondere Vorkommnisse: Rote Karte für Bruchköbels Torwart Thummerer (81.) wegen Schiedsrichterbeleidigung und Co-Trainer Rauch - Zuschauer: 120 - Beste Spieler: geschlossene Mannschaftsleistung / Schabet, Meinzer

Germania Dörnigheim - FC Hanau 93 II 2:2 (2:2): Das Derby an der Dicken Buche begann kurios mit zwei Billardtreffern. Zunächst wurde Dörnigheims Innenverteidiger Luka Schäfer von einem eigenen Mann angeschossen und der Ball landete zum 0:1 im Netz (8.). Fünf Minuten später eine fast identische Szene. Diesmal bekam Dennis Gogol die Kugel ab - und wieder flog sie im hohen Bogen über Germania-Keeper Aleksa Lapcic hinweg ins Tor. Zwei sehr glückliche Treffer für den Außenseiter, die aber durch gezieltes Anlaufen erst möglich wurden. „Wir haben sofort an die gute Leistung des Steinheim-Spiels angeknüpft“, freute sich HFC-Teammanager Matthias Merten. Auch wenn die Germania nach und nach mehr Zugriff bekam und sich Vorteile erspielte, blieb die junge Hanauer Truppe immer gefährlich. Insbesondere Kenan Ferguson stellte die Kostiris-Elf vor knifflige Aufgaben.

Das Blatt schien sich zu wenden, als Dörnigheim relativ schnell Antworten fand. Zunächst traf Emanuel Becker nach einem Angriff über links aus kurzer Distanz (21.). In der 36. Minute landete der Ball vor den Füßen von Mario Cardaci, der HFC-Keeper Khaiss Wahab mit einem technisch sauberen Abschluss ins Toreck keine Chance ließ.

Wer im zweiten Abschnitt einen Sturmlauf der Gastgeber erwartet hatte, wurde enttäuscht. Die Germania setzte zu wenige Akzente. Eine gute Szene in der 54. Minute: Mimoun Attanin spielte Becker herrlich frei, doch der scheiterte am gut reagierenden Wahab. Auf der Gegenseite war Yannick Krause über rechts frei durch, zielte aber knapp vorbei. „Wir haben gegen gut spielende Hanauer leider nie wirklich zu unserer Normalform gefunden“, analysierte Dörnigheims Pressesprecher Joseph Büffel.

Dörnigheim: Lapcic - Borack (46. Hoekelekli), Schäfer, Friedel, Hofmann (50. Boos), Roth, Trajanov, Özkan, Attanin, Becker, Cardaci (70. Turan)

Hanau: Wahab - Tokic, Shoshaj, Bothor, De Carvalho, Krause, Merten (25. Pinto), Singh, Yalcin, Gogol, Ferguson

Tore: 0:1 Eigentor (8.), 0:2 Gogol (13.), 1:2 Becker (21.), 2:2 Cardaci (36.) - Schiedsrichter: Wiesner (Frankfurt) - Zuschauer: 80 - Beste Spieler: Lapcic, Roth / Ferguson, Bothor

SVG Steinheim - FC Bayern Alzenau II 2:4 (2:2): Nach dem 6:0-Erfolg gegen Türk Gücü Hanau wollte SVG-Trainer Murat Kurtulus mit seiner Mannschaft gegen seinen Ex-Club nachlegen, doch daraus wurde nichts. „Am Ende hat man schon gemerkt, dass uns das Spiel vom Mittwoch noch in den Knochen gesteckt hat“, meinte Steinheims Fußball-Abteilungsleiter Bernd Hartmann.

Das Match am Pfaffenbrunnen war kurzweilig. Beide Teams begegneten sich auf Augenhöhe und setzten auf Offensivfußball. Der frühere Alzenauer Jugendspieler Johannes Rachor brachte die Kurtulus-Elf nach einer Viertelstunde in Führung. Tim Krützmann glich nach 34 Minuten aus. Munter ging es weiter. In der 40. Minuten ging der SVG erneut in Führung, wieder nach einer Ecke, diesmal durch traf Jacob Hartmann. Mit einer Pausenführung wurde es für die Gastgeber nichts, da Maik Felchle in der Nachspielzeit einen Konter der Gäste zum 2:2 abschloss.

In Hälfte zwei bekamen die Alzenauer etwas Oberwasser. Mit einem abgefälschten Schuss erzielte Emrecan Heptazeler in der 81. Minute das 2:3. Dann wurde es dramatisch: Wegen einer schweren Verletzung eines Alzenauer Spielers war die Partie rund 25 Minuten unterbrochen. Gästeakteur Etienne Rivera stürzte so unglücklich, sodass aufgrund einer schweren Schulterverletzung neben dem Sanitätsdienst noch ein Notarzteinsatz erforderlich war. „Nach der langen Unterbrechung war der Spielfluss dahin, nach dem vierten Tor der Gäste für das Ding endgültig gelaufen“, berichtete Hartmann.

Steinheim: Guse - Hartmann, Boateng, Skok, Brighache, Özkan (87. Lakatos), Philipp (57. Mujanovic), C. Busch, Camara, Rachor, Schörner (46. Löffler)

Tore: 1:0 Rachor (15.), 1:1 Krützmann (34.), 2:1 Hartmann (40.), 2:2 Felchle (45.+1), 2:3 Heptazeler (81.), 2:4 Sen (90.+23) - Schiedsrichter: Fahrenholz (Bensheim) - Zuschauer: 70 - Beste Spieler: Hartmann, Rachor / Heptazeler

Von Frank Schneider

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