Fußball

Kreisliga A: Kein Schiedsrichter, drei Elfmeter, ein Eigentor

Einen offenen Schlagabtausch lieferten sich Julian Schneider (Ostheim, links) und Yusuf Murat Burak (Hanau). Foto: TAP

Fußball. Ein Schiedsrichter, der nicht erscheint, drei Elfmeter, eine Rote Karte, ein Eigentor: Der Spieltag der Kreisliga A hatte wirklich jede Menge zu bieten – und das waren nur die Ereignisse aus dem Spiel der zweiten Mannschaft des VfR Kesselstadt gegen den FSV Neuberg!

Von Robert GieseÄhnlich turbulent wie an der Pumpstation ging es auch in Niederdorfelden zu, wo die Partie wegen einer Verletzung eine Dreiviertelstunde unterbrochen werden musste, in Bischofsheim stolperte derweil der bisherige Tabellenführer aus Hüttengesäß.

Turbulentes Spiel der Kesselstadt-Reserve gegen Neuberg

VfR Kesselstadt II – FSV Neuberg 3:4 (1:1): In Kesselstadt ging es schon vor dem Anpfiff hoch her, da der eigentlich angesetzte Unparteiische nicht erschien, wurde ein im Publikum befindlicher Schiedsrichter als Spielleiter rekrutiert – und hatte fortan alle Hände voll zu tun. Kurz nach der Gästeführung sprach er den Hausherren einen Handelfmeter zu, den der Neuberger Keeper Lukas Schubert aber parierte. Lange konnte sich Schubert darüber aber nicht freuen, denn nur wenige Minuten später musste er nach einer Notbremse mit Rot vom Platz, den fälligen Elfmeter verwandelte Ashraf Bouaissa.

Nach dem Seitenwechsel ging es weiter rund: Erst ging der VfR durch ein Eigentor der Neuberger in Führung, schon zwei Zeigerumdrehungen später glich Florian Schröter nach einer Ecke aber aus, ehe Ahmad Sadat die Kesselstädter nur weitere zwei Minuten darauf erneut in Führung brachte.

Doch das war längst nicht alles: Schröter besorgte nach gut einer Stunde wieder den Ausgleich, ehe Stefano Riccardi mit einem verwandelten Foulelfmeter den Siegtreffer für Neuberg erzielte. „Ein Unentschieden wäre gerecht gewesen, wir haben insgesamt gut gespielt“, meinte VfR-Sprecher Thorsten Wolter.

Tore:0:1 Zymmer (19.), 1:1 Bouaissa (28., Foulelfmeter), 2:1 Philipp (48., Eigentor), 2:2 Schröter (50.), 3:2 Sadat (52.), , 3:3 Schröter (61.), 3:4 Riccardi (79., Foulelfmeter) – Zuschauer: 60 – Schiedsrichter: Simon (Hanau) – Besonderes Vorkommnis: Rote Karte für Schubert (FSV, 27., Notbremse) – Beste Spieler:Nemes/Schubert, Utzmann

FSV Bischofsheim II – Spvgg. Hütengesäß 3:2 (2:1): Die Hausherren erwischten den Tabellenführer kalt und legten einen wahren Blitzstart hin: Nach nicht einmal zehn Minuten führte der FSV nach Treffern von Denis Weisbrod und Leon Schlüter bereits mit 2:0.

„Anders als in den vorherigen Spielen stand auch unsere Abwehr recht stabil, so dass wir nicht gleich Gegentore kassiert haben“, meinte FSV-Sprecher Klaus Pawlytko. Zumindest der Anschluss durch Kilian Stein gelang den Gästen vor der Pause aber noch.

Zehn Minuten nach Wiederanpfiff glich Demir Kaynak für Hüttengesäß aus, davon ließen sich die Gastgeber aber nicht entmutigen. „Wir haben weiter gekämpft und mit viel Einsatz gespielt“, zeigte sich Pawlytko zufrieden, Lohn der Mühe war der 3:2-Siegtreffer von Samed Sejdovic knapp zehn Minuten vor dem Abpfiff, den die Gäste nicht mehr kontern konnten und in der Tabelle damit vom ersten auf den dritten Rang abrutschten.

Tore:1:0 Weisbrod (3.), 2:0 Schlüter (7.), 2:1 Stein (26.), 2:2 Kaynak (55.), 3:2 Sejdovic (82.) – Zuschauer:20 – Schiedsrichter:Schneider (Offenbach) – Beste Spieler:Weisbrod, Mecke/geschlossene Mannschaftsleistung

Germania Dörnigheim II – Victoria Heldenbergen 2:4 (1:2):Die Gastgeber gerieten gleich unter Druck und Heldenbergen kam zu zwei guten Chancen, von denen Marc Meininger schon nach sechs Minuten nach einer Standardsituation eine zur Führung nutzte. Nachdem Nikolaos Moysaidis nach 20 Minuten ausgeglichen hatte, waren die Dörnigheimer besser im Spiel, gerieten aber nach einem weiteren Standard noch vor dem Seitenwechsel erneut in Rückstand – diesmal hatte Tobias Prüssmeyer verwandelt.

Nach Wiederanpfiff fielen zunächst keine weiteren Treffer, ehe Meininger rund eine Viertelstunde vor Schluss sein zweites Tor markierte. Markus Kaiser ließ Dörnigheim zehn Minuten später durch seinen Anschlusstreffer noch einmal auf einen Punktgewinn hoffen, ehe Meininger mit seinem dritten Streich in der Nachspielzeit alles klar machte. „Heldenbergen hat nicht unverdient gewonnen“, kommentierte der Dörnigheimer Trainer Patrick Ofcarek die Heimniederlage.

Tore:0:1, 1:3, 2:4 Meininger (6., 76., 90.+3), 1:1 Moysaidis (20.), 1:2 Prüssmeyer (31.), 2:3 Kaiser (84.)Zuschauer: 50 – Schiedsrichter: Stich (Karben) – Beste Spieler: Schmidt/Meininger

Schwere Verletzung in Niederdorfelden

TSG Niederdorfelden – Hilalspor Hanau 1:1 (0:0): Fußball geriet in Niederdorfelden schnell zur Nebensache, denn Gästespieler Sefa Denizer fiel nach rund zehn Spielminuten unglücklich auf seinen Arm und verletzte sich offensichtlich schwer am Ellenbogen. „Das sah nicht gut aus“, kommentierte TSG-Sprecher Harry Sarnow die Verletzung, die einen Notarzteinsatz und eine rund 45-minütige Spielunterbrechung zur Folge hatte. Aus sportlicher Sicht gab es im ersten Durchgang hingegen keine nennenswerten Szenen.

Das änderte sich in der zweiten Hälfte, als die Gäste nach einem TSG-Eckball schnell konterten und durch Sefa Kongur in Führung gingen. Den Kampfgeist der Gastgeber konnte das aber nicht dämpfen, und fünf Minuten vor dem Abpfiff belohnte sich Niederdorfelden durch den Ausgleich von Ercan Aydin selbst. Im Anschluss kochten die Emotionen noch ein bisschen hoch, sodass Kongur mit Gelb-Rot vom Platz flog, am Ergebnis änderte sich jedoch nichts mehr. „Wir hätten uns mehr erhofft, können aber mit dem Unentschieden gut leben“, meinte Sarnow, „auch wenn die Punkteteilung wohl keinem Team so richtig weiterhilft.“

Tore:0:1 Kongur (55.), 1:1 Aydin (86.) – Zuschauer:60 – Schiedsrichter:Ebner (Frankfurt) – Besonderes Vorkommnis:Gelb-Rote Karte für Kongur (Hilalspor, 87., Meckern) – Beste Spieler: beide geschlossene Mannschaftsleistung

VfB Großauheim – Spvgg. Langenselbold 5:1 (2:0): In der ersten Hälfte fand in Großauheim ein Spiel auf ein Tor statt, bei dem die Gastgeber erheblich mehr Spielanteile hatten und kaum etwas zuließen. Girolamo Di Giovanni brachte den VfB dann nach nur acht Minuten mit einer direkt verwandelten Ecke in Führung, Artur Martel erhöhte vier Minuten später auf 2:0. Langenselbold entwickelte im zweiten Durchgang mehr Druck und nutzte einen Fehler der Großauheimer, um durch Marc Sauer zum Anschlusstreffer zu kommen, allerdings stellte Martel kurz darauf den alten Abstand wieder her.

„In dieser Phase hätte es für Langenselbold auch einen Elfmeter geben können, was dann ein möglicher Knackpunkt hätte sein können“, räumte VfB-Coach Eduard Ziborius ein, doch die Pfeife des Unparteiischen blieb stumm. Stattdessen machten Alexander Krämer und Mavin Schaack alles klar, der Sieg hätte angesichts weiterer hochkarätiger Chancen für die Gastgeber sogar noch höher ausfallen können.

Tore: 1:0 Di Giovanni (8.), 2:0, 3:1 Martel (12., 53.), 2:1 Sauer (48.), 4:1 Krämer (83.), 5:1 Schaack (87.) – Zuschauer: 60 – Schiedsrichter: Weinel (Büdingen) – Beste Spieler: Martel, Schaack, Rodriguez/Sauer

TSV 1860 Hanau – Sportfreunde Ostheim 1:2 (0:1):Die beiden Teams lieferten sich in der ersten Halbzeit einen offenen Schlagabtausch, in dem die Hanauer die erste gute Chance hatten, im Gegenzug aber die Gäste den ersten Treffer markierten – Luca Wegjan traf in der 26. Minute zum 0:1. Tom Adams hätte für die Sportfreunde noch vor dem Seitenwechsel sogar erhöhen können, scheiterte vom Punkt aber an der Latte und ließ die mögliche Vorentscheidung damit aus.

Im zweiten Durchgang ging es kampfbetont weiter, die Partie hatte viele Unterbrechungen. Hendrik Merz erhöhte nach gut einer Stunde auf 0:2, die 1860er konnten erst in den Schlussminuten durch den eingewechselten Loredan Gabor zurückschlagen, für einen Punktgewinn war es da aber schon zu spät. „Das war eine verdiente Niederlage“, meinte TSV-Sprecher Jens Marso, „Ostheim war läuferisch stärker und auch präsenter in den Zweikämpfen.“

Tore: 0:1 Wegjan (26.), 0:2 Merz (57.), 1:2 Gabor (88.) – Zuschauer: 60 – Schiedsrichter: Deddner (Gelnhausen) – Beste Spieler: beide geschlossene Mannschaftsleistung

"Mehr Kampf als Spiel" in der ersten Halbzeit in Büdesheim

FC Büdesheim – Dörnigheimer SV 3:1 (0:1):„Mehr Kampf als Spiel“ gab es in den ersten 45 Minuten in Büdesheim zu sehen, in denen Ilyas Bousiali die Gäste nach einer Viertelstunde nach Ansicht von FCB-Sprecher Olaf Fürchtenicht „etwas glücklich“ in Führung brachte. Das Blatt wendete sich aber nach dem Seitenwechsel und mit der Hereinnahme von Marcel Wawacek, denn der Stürmer stellte nach achtwöchiger Verletzungspause seinen Torriecher gleich eindrucksvoll unter Beweis und traf zehn Minuten nach Wiederanpfiff zum Ausgleich.

In der Folge hätte Mamadou Bah den DSV wieder in Front bringen können, aber der Büdesheimer Schlussmann Roman Porombka parierte überragend. Stattdessen fiel durch Tim Büttner die Führung für die Gastgeber, Wawacek zurrte den Heimsieg in der Nachspielzeit durch seinen zweiten Treffer fest. „Unser Joker hat gleich gestochen“, freute sich Fürchtenicht über die starke Leistung des Rekonvaleszenten – und darüber, dass sein Team vorerst die Abstiegsplätze verlässt.

Tore: 0:1 Bousiali (15.), 1:1, 3:1 Wawacek (55., 90.+3), 2:1 Büttner (78.) –Zuschauer: 80 – Schiedsrichter: Bauer (Blankenbach) – Beste Spieler: beide geschlossene Mannschaftsleistung

Quelle: Hanauer Anzeiger

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