Hanau

Kreisoberliga: Kesselstadt verärgert über Rodenbacher Einspruch

Fußball. Gab es einen Pfiff oder nicht? Und war der vermeintliche Pfiff in der Nachspielzeit ausschlaggebend für das Endergebnis? Diese Fragen wird nun das Kreissportgericht beantworten müssen.

Von David Lindenfeld

Der FC Germania Niederrodenbach hat am Sonntagabend Einspruch gegen die Spielwertung der mit 0:2 verlorenen Kreisoberligapartie beim VfR Kesselstadt eingelegt. Aus Sicht der Germania hatte Schiedsrichter Elvedin Vranesic kurz vor dem 2:0 einen Freistoß gepfiffen und das Spiel dann doch ohne Unterbrechung fortgesetzt. Der Kesselstädter Trainer Armin Curt hat diesen Pfiff nicht gehört und spricht von einem „Skandal“, sollte das Spiel wiederholt werden.

Es lief die Nachspielzeit, als die Rodenbacher beim Stand von 0:1 einen Freistoß in die VfR-Mauer schossen und Kesselstadt zum Konter ansetzte, den die Germania mit einem wohl regelwidrigen Tackling unterbinden wollte. Was sich im Anschluss auf dem Sportplatz an der Pumpstation ereignete, haben die beiden Trainer unterschiedlich wahrgenommen.

Jochen Breideband, Coach der Germania, spricht von einem Pfiff des Schiedsrichters, der zu hören gewesen war. Das Spiel sei trotzdem fortgesetzt worden, weil der Kesselstädter Spieler auf den Beinen blieb, und der Schiedsrichter mit seinen Armen Vorteil signalisiert habe, berichtet Breideband, dessen Team nach dieser Aktion das 0:2 kassierte. Für den Niederrodenbacher Coach ein klarer Regelverstoß, durch den seiner Mannschaft die Möglichkeit genommen wurde, die Partie noch auszugleichen. Deshalb der Einspruch gegen die Spielwertung.

Kesselstadts Trainer Curt hat keinen Pfiff des Schiedsrichters gehört. „Wenn es diesen Pfiff gegeben hat, hat ihn meiner Meinung nach keiner der Zuschauer hören können. Wenn überhaupt nur die Spieler“, so Curt, der von einer aufgeladenen und lauten Atmosphäre sprach, da viele Zuschauer mit Zwischenrufen den Abpfiff gefordert hatten.

"Nicht spielentscheidend"

Gegen einen Pfiff des Schiedsrichters spricht für ihn, dass die Germania-Spieler weiter gelaufen seien. „Die Rodenbacher sind nicht stehen geblieben und haben versucht, ein zweites Mal zu foulen“, so Curt. Im Spielbericht auf der Homepage der Germania ist zu lesen, dass die Niederrodenbacher „zum Teil stehen geblieben waren“.

Breideband spricht zudem davon, dass es völlig unerheblich sei, wie viele Spieler letztlich wirklich standen oder irritiert worden sind. Sofern ein Pfiff ertöne, müsse das Spiel laut den Regelstatuten unterbrochen werden.

Laut dem Eintrag des Schiedsrichters fiel der Treffer von Emir Omerovic zum 2:0 in der vierten Minute der Nachspielzeit. Fünf Zusatzminuten hatte Vranesic Curt zufolge angezeigt. Der Kesselstädter Coach ärgert sich über den Einspruch, da die Entscheidung des Unparteiischen aus seiner Sicht nicht „spielentscheidend“ gewesen ist. „Spielrelevant wäre es beim Stand von 0:0 gewesen, aber so auf keinen Fall. Für mich wäre es ein Skandal, falls es zu einem Wiederholungsspiel kommen sollte.“

Zunächst schriftliche Befragung

Breideband sieht das anders. Sein Team hätte zumindest theoretisch noch die Chance gehabt, in der letzten Minute den Ausgleich zu erzielen. „Wir würden als Verein keinen Protest einlegen, wenn dieser keine Substanz hätte und wir nicht der Überzeugung wären, dass hier ein klarer Regelverstoß vorliegt.“

Die Niederrodenbacher haben sich Breideband zufolge die Kontaktdaten von neutralen Zuschauern geben lassen, die den Pfiff ebenfalls gehört hätten und dies bestätigen könnten. Wichtig sei ihm, dass nun alle bei der Wahrheit bleiben.

Der Vorsitzende des Sportgerichts, Günter Klein-Alstädde, teilte auf Nachfrage zur weiteren Vorgehensweise mit, dass die beteiligten Vereine und der Schiedsrichter nun schriftlich befragt werden. Im Anschluss könnte es zu einer sportgerichtlichen Verhandlung kommen, bei der entschieden würde, ob dem Niederrodenbacher Einspruch gegen die Spielwertung stattgegeben werde oder nicht.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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