Fußball

Kreispokal: SC 1960 Hanau holt sich erstmals den Pott

Im dritten Anlauf hat es endlich geklappt: Der SC 1960 Hanau ist nach einem 3:0 gegen die SG Bruchköbel Kreispokalsieger. Foto: TAP

Fußball. Im dritten Anlauf hat es endlich geklappt. Der SC 1960 Hanau gewann gestern vor 700 Zuschauern im Herbert-Dröse-Stadion durch einen verdienten 3:0 (0:0)-Sieg gegen die SG Bruchköbel erstmals den Hanauer Kreispokal.

Von Gert Bechert

Im letzten Jahr gab es eine 0:1-Niederlage nach Verlängerung gegen den FC Hanau 93, 2012 zog der HSC gegen die SG Marköbel mit 2:5 den Kürzeren. „Ich bin stolz auf meine Jungs. Dieser Sieg geht in die Vereinshistorie ein. Wenigstens ein Pokal wandert in unsere Vitrine“, spielte Interimscoach Okan Sari auf den verpassten Hessenligaaufstieg an.

Hanau cleverer und ballsicherer

Am verdienten Sieg des klassenhöheren Verbandsligisten gab es keine Zweifel. Auch Albert Repp sprach von einem gerechten Ausgang. „Der HSC war cleverer und einen Tick ballsicherer als wir“, war der SGB-Coach trotzdem mit dem Auftritt seiner Mannschaft rundum zufrieden. „Was die Spieler in dieser Saison geleistet haben, konnte man nach dem Abstieg aus der Verbandsliga nicht erwarten. Der dritte Platz in der Gruppenliga und der Einzug ins Pokalfinale sind unter dem Strich hervorragend“.

Eine Halbzeit hielt die SGB gut mit und hätte sogar in Führung gehen können, ja müssen. Schon nach zwei Minuten setzte sich Marco Kappes rechts durch, passte nach innen, wo Tobias Kühn vollkommen freistehend über das Tor ballerte. Eine solche Riesenchance bot sich dem Gruppenligisten nicht mehr. Fast im Gegenzug hatte Baris Özdemir (4.) die Führung auf dem Fuß. Nach einem Freistoß scheiterte der HSC-Torjäger aus kürzester Distanz an SGB-Keeper Janis Gräfe, der absprachegemäß im Pokal anstelle von Stammkeeper Yannik Dauth zwischen den Pfosten stand.

SGB bleibt durch Konter gefährlich

Nach einer knappen Viertelstunde bot sich Travis Parker (14.) eine weitere gute Möglichkeit. Nach Vorarbeit von Takero Itoi traf er den Ball nicht richtig. Danach verflachte die Partie. Die besten Chancen boten sich noch Kühn (20.) und Felix Tugend (31.) auf Bruchköbeler Seite und Özdemir (25.) beim HSC. „Wir haben zwar ein Chancenplus, die Bruchköbeler sind mit ihren schnellen Kontern aber stets gefährlich“, meinte Sari in der Halbzeitpause.

Er schien in der Kabine die richtigen Worte gefunden zu haben. Sein Team startete zielstrebig in den zweiten Durchgang und ging kurz nach Wiederbeginn in Führung. Nach einer Rechtsflanke Parkers zirkelte Özdemir (49.) das Leder unhaltbar ins lange Eck. Mit der Einwechslung von Sercan Demir in der 55. Minute gewann das HSC-Spiel noch mehr an Struktur. Der Filigrantechniker hatte in der 61. Minute nach einem Solo das 2:0 auf dem Fuß, verfehlte aber von der Strafraumgrenze knapp das Tor. Wenig später schickte Özdemir den pfeilschnellen Parker (68.) auf die Reise, dessen Schuss Gräfe noch zur Ecke abwehrte. Vier Zeigerumdrehungen später war es aber passiert.

Unschöner Abgang von Itoi

Parker passte quer zum mitgelaufenen Itoi (72.), der nur noch einzuschieben brauchte. Wenig später war für Itoi, der zum Hessenliga-Aufsteiger RW Walldorf wechselt, das Spiel abrupt zu Ende. Wegen Nachtretens sah er die Rote Karte (76.). Doch auch in Unterzahl geriet der Sieg nicht mehr in Gefahr. Vielmehr setzte Demir noch einen drauf. Einen von Felix Rohner an Parker verursachten Strafstoß verwandelte Demir (83.) sicher zum 3:0-Endstand. Matchwinner war zweifelsohne Parker, der nach dem Seitenwechsel den Turbo einschaltete.

Der 28-Jährige gab die Lobeshymnen aber gerne an die gesamte Mannschaft weiter. „Das war eine überragende Mannschaftsleistung. Im ersten Durchgang haben wir uns noch schwer getan, nach dem 1:0 lief es aber von Minute zu Minute besser.“ Ohne Turbo geht es eben nicht!

Hanau: Pellowski – Bleibdrey, Gültekin, Mahboob, Trajanov – Parker (90. Erinc), Gaadaoui (80. Okutan), Mastilovic (55. Demir), Aydin, Itoi – Özdemir Bruchköbel: Gräfe – Rohner, Barcik, Fleischer, Lehr (56. Walter) – Kappes (80. Nacci), Arslan, Özkan, Tugend, Strüter – Kühn (56. Quantz)Tore:1:0 Özdemir (49.), 2:0 Itoi (72.), 3:0 Demir (83./FE) – Schiedsrichter: Enzmann (Ober-Mörlen) – Zuschauer: 700 – Besonderes Vorkommnis: Rot für Itoi (76.) wegen Nachtretens – Beste Spieler: Parker, Itoi/Rohner, Arslan

Quelle: Hanauer Anzeiger

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare