Fußball

Kreispokalfinale: SG Bruchköbel in Außenseiterrolle

Kompromisloses verteidigen: Rico Fleischer (rechts) und die SG Bruchköbel haben in der Gruppenliga mit einem starken Abwehrverbund geglänzt. Im Kreispokalfinale wollen sie die Offensive von 1960 Hanau stoppen. Archivfoto: TAP

Fußball. Im Hanauer Herbert-Dröse-Stadion steigt am Pfingstmontag der letzte Höhepunkt der laufenden Fußballsaison. Verbandsligist SC 1960 Hanau und Gruppenligist SG Bruchköbel stehen sich im Finale des Kreispokals gegenüber.

Von Frank Schneider

Die Trainer Okan Sari (SC 1960 Hanau) und Albert Repp (Bruchköbel) freuen sich zwar beide auf das prestigeträchtige Spiel vor wahrscheinlich wieder stattlicher Kulisse. Als Höhepunkt des vom Hanauer Kreisfußballausschuss veranstalteten Endspieltags soll das Finale um 16 Uhr angepfiffen werden.

So ganz glücklich sind die beiden Übungsleiter über die Terminierung jedoch nicht gewesen. Der Grund liegt auf der Hand: Für die Teams liegt das letzte Pflichtspiel schon zwei Wochen zurück. Interessant: Beide Mannschaften haben hinsichtlich der Vorbereitung eine identische Strategie gewählt. Nach dem letzten Punktspiel gab es eine Woche frei. In dieser Woche wurde in Hanau und Bruchköbel wieder trainiert, um sich auf den Kampf um den Kreispokal vorzubereiten.

Nachfolger wird gesucht

Gesucht wird ein Nachfolger von Titelträger FC Hanau 93. Der neue Cupsieger darf in der neuen Saison freilich auch die Farben des Fußballkreises Hanau im Hessenpokal vertreten. Auch hier winken lukrative Partien.

„Manche Spieler haben Urlaub gebucht, da kann man ihnen auch keinen Vorwurf machen, da man ja nicht davon ausgehen kann, dass man ins Finale einzieht“, erzählt Bruchköbels Coach Albert Repp. Auch sein „Chef“, Fußballabteilungsleiter Oliver Gust, wird aus Urlaubsgründen das Match gegen den Verbandsligisten verpassen. „Das ist schade, denn ich bin ein Pokal-Fan. Ich hatte mir vorsorglich die Termine für die Aufstiegsrunde freigehalten, aber irgendwann muss ich mich auch nach meiner Frau richten und jetzt bin ich halt im Urlaub“, schmunzelt Gust und wird seinem Team aus der Ferne die Daumen drücken.

Von der Papierform scheint der Verbandsligavierte aus der Grimmstadt Favorit zu sein, Albert Repp rechnet sich dennoch eine gute Außenseiterchance aus. „Wir fahren dahin, um den Pott mit nach Hause zu nehmen. Es geht für uns keineswegs nur um Schadensbegrenzung“, so die klare Ansage des 55-Jährigen. Dass mit Dorian Ahouandjinou einer der stärksten Spieler im Urlaub weilt, schmeckt Repp natürlich nicht. Auch die verletzten Marius Dickerhoff und Maximilian Walter hätte er gerne dabei gehabt.

Krönung einer sehr guten Saison

„Wir haben in der Runde auch meistens nur 15 fitte Spieler im Kader gehabt und sind trotzdem Dritter geworden“, meint Repp. Ein Pokalsieg wäre für die SGB die Krönung einer sehr guten Saison. „Wer hätte denn gedacht, dass wir als durchgereichter Verbandsliga-Absteiger nach einem personellen Umbruch Dritter werden“, fragt Repp und stellt sogleich fest: Auch im Falle einer Finalniederlage wird sein Saisonfazit positiv ausfallen.

Von der Taktik wäre es gewiss keine Überraschung, wenn der Gruppenligist auf Defensive setzen würde. Die stabile Deckung war schließlich in der abgelaufenen Saison eine große Stärke der SGB. Ein uns andere Mal hat die Abwehr um den starken Torwart Yannik Dauth die „Null“ gehalten. Das wird freilich gegen den SC 1960 Hanau schwer werden. „Unser Gegner verfügt über eine enorme Offensivqualität, doch wir müssen abwarten, wen sie überhaupt aufbieten werden“, sagt Repp und deutet damit an, dass aufgrund des größeren Gesamtkaders der HSC im Vorfeld nur schwer ausrechenbar ist.

„Wir freuen uns auf ein schönes Spiel“, sagt HSC-Sportchef und Interimstrainer Okan Sari. In der kommenden Woche will er den künftigen Trainer des Verbandsligisten vorstellen. Sein wiederholtes Kurzzeit-Engagement auf der Trainerbank will Sari gerne mit einem Titel krönen. Co-Trainer Berkan Güngör hat derweil extra seinen Urlaub umgebucht und wird von München aus direkt zum Spiel anreisen. „Er will unbedingt dabei sein“, berichtet Sari.

Kein in die Karten scheuen möglich

Hinsichtlich der Aufstellung lässt er sich nicht in die Karten schauen. „Der ein oder andere Urlauber wird fehlen, dafür stoßen A-Jugendliche zum Kader“, erzählt Sari. Auch Sercan Demir könnte nach längerer Pause wieder zum Einsatz kommen.

Der Verbandsligist setzte sich im Halbfinale nach Elfmeterschießen gegen den Stadt- und Ligarivalen FC Hanau 93 durch und will nun auch den letzten Schritt zum Titel gehen. Mit dem Kreispokalsieg würde eine Saison mit Höhen, aber auch einigen Tiefen ein versöhnliches Ende nehmen. „Bruchköbel macht einen guten Job und ist in der Defensive gut aufgestellt. Für mich stehen die Chancen 50:50“, glaubt Okan Sari. Für ihn wird die bessere Tagesperformance am Ende den Ausschlag geben.

Ein möglicher Pokalsieg soll auch ein Abschiedsgeschenk für die wegwechselnden Spieler sein. In diesem Zusammenhang gab Sari in seiner Funktion als Sportchef die Abgänge von Takero Itoi (Rot-Weiß Walldorf), Patrick Bleibdrey (JSK Rodgau) und Gjorgi Trajanov (Germania Dörnigheim) bekannt.

Quelle: Hanauer Anzeiger

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare