Basketball-Talent aus Langen

Basketball-Talent Sari Cornelius ist mit 18 Jahren schon eine der Großen

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Dribbeln mit zwei Bällen: Auch auf technische Feinheiten wird im Individualtraining viel Wert gelegt.

Basketball-Talent Sari Cornelius schuftet im Langener BTI für ihre Karriere und nimmt dafür ein straffes Programm in Kauf. „Das Konzept gefällt mir“, sagt die 18-Jährige aus dem Zweitliga-Kader der Rhein-Main Baskets.

Langen – Wenn es zur Sache geht und der Schweiß fließt, der Körper an Grenzen stößt, ist Sari Cornelius in ihrem Element. „Ich bin gerne im Kraftraum“, sagt sie schmunzelnd. Genau dort, das weiß die junge Basketballerin aus Erfahrung, schafft man die Grundlagen für eine kräftezehrende Saison. Im Fall von Cornelius, 18 Jahre, befindet sich dieser Kraftraum in Langens Basketball-Teilzeit Internat. Zweimal pro Woche schuftet sie dort unter Anleitung von Athletik-Trainern. Der Fokus liegt auf dem Rücken, neben dem Knie die Problemzone vieler Basketballer. Auch Cornelius hatte dort häufiger Beschwerden, erlitt im vergangenen Jahr einen Bandscheibenvorfall.

Doch Aufgeben kam für die gebürtige Darmstädterin nicht in Frage. Auf ärztlichen Rat trat sie zwar mit dem Ball etwas kürzer, arbeitete dafür umso fleißiger, um ihren Körper wieder fit zu bekommen. Auch oder vor allem in den Räumlichkeiten des BTI. „Nur freitags haben wir immer frei“, erzählt Cornelius, die seit vier Jahren das Internat besucht. An ihre Anfänge erinnert sie sich noch genau. „Da war ich noch die Kleine unter den Großen. Der damalige BTI-Leiter Frank Müller hat unserem Hessen-Kader das Konzept vorgestellt und mein Interesse geweckt.“ Es folgten ein Probetraining und Gespräche mit Peter Kortmann, damals für die weiblichen Talente im Langener Internat zuständig. Und Cornelius sagte zu. „Ich hatte vorher schon viel individuell trainiert, aber wollte mehr in der Athletik machen.“ Im ersten Jahr, erinnert sie sich, genoss sie teilweise sogar eine Einzelbetreuung.

Seitdem pendelte sie mehrmals die Woche zwischen ihrem Wohnort Darmstadt, wo sie einst spielte und bis zum Abitur 2019 zur Schule ging, dem BTI, der Langener Sehring-Halle und dem TV Hofheim, für den sie auch weiterhin in der Regionalliga auf Korbjagd geht. Nach elf Spielen stehen dort 95 Punkte zur Buche. „In der vergangenen Saison war ich auch noch in der U18-Bundesliga im Einsatz“, erzählt Cornelius, die bereits ihre dritte Spielzeit bei den Frauen der Rhein-Main Baskets bestreitet. Ihr Debüt in der 2. Liga gab sie bereits mit 16 Jahren.

Dribbeln mit zwei Bällen: Auch auf technische Feinheiten wird im Individualtraining viel Wert gelegt.

Das streng getaktete Programm nimmt Cornelius, die mit elf Jahren zum Basketball kam und sich zuvor auch als Schwimmerin probierte, gerne in Kauf. Während der Zugfahrten tauscht sie sich mit Baskets-Teamkollegin Jule Seegräber aus, die ebenfalls das BTI besucht. Und an weiterer Unterstützung mangelt es nicht. Mal hilft der Fahrdienst des Internats aus, der die Athleten von der Schule in die Hallen kutschiert, häufig übernehmen die Eltern. Seit ein paar Monaten hat sich die Situation ohnehin etwas entspannt - Cornelius darf selbst ans Steuer.

Das Personal im BTI habe sich in den vergangenen vier Jahren zwar mehrfach geändert, nicht aber die Ausrichtung, erzählt sie. Was sie besonders schätzt? Das sind eher die elementaren Dinge. „Es wird in den Einheiten viel geworfen, gepasst und gedribbelt. Es gibt zumeist ein Thema, das wir dann in Eins-gegen-eins-Situationen aufarbeiten.“ Zumeist unter den Augen von BTI-Leiter Thorsten Schulz, der auch ihr Trainer bei den Baskets ist.

Cornelius sieht darin für sich einen Vorteil: „Ich finde es besser, nicht mit zu vielen Trainern zu arbeiten. So kann man sich auf eine Handschrift konzentrieren“, betont die 18-Jährige. Eine Sonderbehandlung im Ligabetrieb gibt es freilich nicht. Noch kommt die vielseitig einsetzbare 1.83 Meter große Flügelspielerin bei den Zweitliga-Partien der Baskets eher selten zum Einsatz, knapp fünf Minuten im Schnitt.

„Es gibt sicher tausende Kleinigkeiten, die man noch verbessern kann“, meint Cornelius. Technische Feinheiten und Entscheidungsfindung zählen dazu. Ihre nächsten Ziele mit den Baskets: Mehr ins Team einbringen, mehr Spielanteile und die Play-off-Teilnahme.

Derweil neigt sich ihre BTI-Zeit dem Ende entgegen. „Ich gehöre ja jetzt zu den Großen und bin keine Schülerin mehr, für die das Konzept in erster Linie ausgelegt ist“, betont sie. Im kommenden Sommer will die Werkstudentin einen Studiengang belegen, am liebsten etwas mit Chemie oder Bio. Im Basketball-Teilzeit-Internat wird Cornelius dennoch hin und wieder anzutreffen sein. „Ich werde das Angebot mit dem Krafttraining sicher weiter nutzen“, schmunzelt sie.

VON JÖRN POLZIN

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