Zweitliga-Frauen: „Wir sind krasser Außenseiter“

TSV Langstadt beim Final Four im Pokal ohne Pietkiewicz

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Nur für Langstadts Alena Lemmer ist das Final Four kein Neuland: Die 20-Jährige nahm einmal mit TuSem Essen am Endrundenturnier des deutschen Pokals teil. Von 2014 bis 2017 spielte sie für Essen in der Bundesliga.

Langstadt - Die Vorfreude ist groß beim Überraschungsteam im Tischtennis-Pokal der Frauen. Als erster Zweitligist überhaupt geht der TSV Langstadt am Sonntag (ab 10 Uhr) in der Swiss Life Hall in Hannover beim Final Four an die Platten.

Beim Qualifikationsturnier in Seligenstadt am 20. August 2017 hatte der TSV Langstadt sensationell die namhaften Erstligisten Kolbermoor und Böblingen ausgeschaltet. Nach dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte gilt es nun, sich in der erlauchten Runde von Hannover - neben Langstadt sind Triple-Sieger Berlin, dessen ärgster Meisterschaftsrivale Bingen/Münster-Sarmsheim und Bad Driburg vertreten - achtbar zu schlagen.
An einen Pokalsieg ist realistisch nicht zu denken, auch das Endspiel dürfte kaum zu erreichen sein. Sicher hätte man im Normalfall eine kleine Außenseiterchance besessen, die Vorschlussrunde gegen den auf dem Papier noch am ehesten zu packenden Gegner TuS Bad Driburg zu überstehen, zumal der Tabellenvierte des Oberhauses ohne seine erfahrenste Spielerin Nadine Bollmeier auskommen muss - die ehemalige deutsche Nationalspielerin pausiert zurzeit wegen ihrer Schwangerschaft. Doch auch bei Langstadt wird die wichtigste Spielerin - ohne den anderen, die alle eine großartige Saison spielen, zu nahe zu treten - fehlen. Die international erfahrene Polin Monika Pietkiewicz, der gerade bei einem solch hochkarätigen Turnier automatisch die Rolle der Führungsspielerin zugefallen wäre, kann nicht dabei sein, da sie aus privaten Gründen in ihrer Heimat sein muss.

So wird der „Underdog“, der vielleicht in der kommenden Saison nur noch Gegnerinnen dieses Kalibers haben wird - der Aufstieg ist bekanntlich ein seriöses Thema in Langstadt -, das Trio Alena Lemmer, Janina Kämmerer und Sonja Busemann in den Ring schicken. Lemmer ist zwar jung, hat aber schon in der 1. Liga gespielt und war mit Essen auch bereits bei einem Final Four vertreten, Busemann ist eine routinierte Spielerin, die schon alles in diesem Sport kennengelernt hat und den beiden jungen Spielerinnen Ruhe und Stabilität geben soll. Sie selbst dürfte es auf diesem Niveau aber schwer haben. „Die Mannschaft hat ja beim Qualifikations-Turnier in Seligenstadt gezeigt, dass sie auch gegen Bundesligisten bestehen kann“, so Busemann, die eigentlich in der 2. Mannschaft aufschlägt. „Wenn wir es schaffen, in Führung zu gehen, wird der Bundesligist vielleicht etwas nervös. Es bleibt aber natürlich dabei: Wir sind krasser Außenseiter.“

Von den beiden starken Inderinnen weilt zurzeit keine in Deutschland und die wiedergenesene Anne Bundesmann soll zur gleichen Zeit das Regionalligateam des TSV zum Sieg gegen Aufstiegs-Mitkonkurrent Kleve führen.

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Halbfinalgegner Bad Driburg kann mit der deutschen Nationalspielerin Nina Mittelham immerhin die aktuelle Nummer 76 der Welt bringen, zudem mit der Luxemburgerin Sarah de Nutte sogar die Nummer 64 des internationalen Rankings. Ferner stehen die Chinesin Su Yan, die in der 1. Liga ausgeglichen steht, die erfahrene Holländerin Linda van de Leur-Creemers sowie Europas Toptalent im Schülerinnen-Bereich, die 14-jährige Nordhessin Sophia Klee, zur Verfügung. Klee hat als jüngste deutsche Erstligaspielerin aller Zeiten bereits drei Matches in der laufenden Runde gewonnen. Am Sonntag soll sie mit Mittelham und de Nutte aufschlagen. Insgesamt ist das wohl einfach noch eine Nummer zu groß für die ersatzgeschwächten Langstädterinnen. „Als Außenseiter haben wir nichts zu verlieren, das ist für uns natürlich eine angenehme Situation“, meint Alena Lemmer. „Wir freuen uns auf das Spiel und die Atmosphäre“, betont TSV-Manager Manfred Kämmerer. (rosch)

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