Erstes Halbfinale im Tischtennis

Langstadt schnuppert an Sensation

Cheng Hsien-Tzu hätte für Langstadt ausgleichen können, verlor aber knapp. Foto: Roscher

Langstadt – Die erste Halbfinalrunde der Bundesliga ist gespielt, die Sensation ist ausgeblieben. Dabei waren die Tischtennis-Frauen des TSV Langstadt nicht weit entfernt von einer Überraschung gegen Titelsammler ttc berlin eastside. Am Ende hieß es 4:6.

„Wir wollten in erster Linie dieses Spiel vor unseren tollen Fans nach einer prima Saison genießen und haben es genossen“, so Langstadts Topstar Petrissa Solja nach der kurzweiligen, phasenweise spannenden Partie, in der der Aufsteiger alles andere als Kanonenfutter für die „Übermannschaft“ war. „Wir wussten, wie schwer es werden würde, gegen Berlin etwas zu holen, und hatten uns höchstens eine minimale Chance auf ein Unentschieden ausgerechnet“, so die Weltranglisten-24.. „Viel hat ja nicht gefehlt, nur hätten wir vorne dazu halt alle vier Spiele gewinnen müssen. Aber wir sind auch so zufrieden und haben unseren Fans noch mal etwas geboten.“

Erfolgreichste deutsche Vereinsmannschaft

Langstadt führte 3:1 und 4:3, doch die erfolgreichste deutsche Vereinsmannschaft der letzten Jahre war hinten einfach zu stark besetzt, sodass am Ende doch noch ein knapper Sieg für den renommierten Hauptstadtklub heraussprang.

Bei Langstadt überragte unter den Augen von Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf erneut Solja, die Ungarns Topspielerin Georgina Pota sowie die dreimalige Team-Europameisterin Shan Xiaona jeweils 3:1 bezwang. Auch Cheng Hsien-Tzu bot eine starke Leistung und ließ Shan beim 3:0 keine Chance. Später fand sie in Pota ihre Meisterin, war beim 8:11, 12:14 und 12:14 aber nicht chancenlos. Ihr Sieg hätte Langstadt zum Remis verholfen, doch es kam anders. Sie verspielte in Durchgang zwei eine 10:8- und 12:11-Führung sowie im dritten Satz ein 6:2 und 7:4, um ihrerseits 7:10 zurückzuliegen, unter dem Jubel der Fans drei Matchbälle abzuwehren und sich mit 11:10 und 12:11 Satzbälle zu erspielen, die sie aber vergab.

Chengs Niederlage

Nach Chengs Niederlage war klar, dass ein Unentschieden kaum möglich sein würde, da Berlin hinten zu gut besetzt ist. Doppel-Europameisterin Nina Mittelham, jeweils 3:1-Siegerin gegen Alena Lemmer und Janina Kämmerer, und die Schwedin Matilda Ekholm, die gegen beide keinen Satz abgab, ließen nichts anbrennen.

Manfred Kämmerer, Sportlicher Leiter des TSV, zog dennoch ein positives Fazit. „Wir haben den Zuschauern gegen Ende einer großartigen Premierensaison noch mal ein tolles Event geboten.“ Zum anstehenden Rückspiel sagte er: „Abschenken werden wir das bestimmt nicht. Wir wollen auch in Berlin noch mal alles geben und einen guten Eindruck hinterlassen.“

Doch für die zweite Partie am Freitag (19.00 Uhr) liegen nun fast alle Trümpfe bei Berlin, da den Hauptstädterinnen schon ein Unentschieden zum Weiterkommen reicht.

TSV Langstadt: Solja (2), Cheng (1), Lemmer, Kämmerer, Solja/Cheng (1), Lemmer/Kämmerer

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