Aus Liebe zum Rugby: Rawcliffe hilft noch einmal

Ian Rawcliffe BSC-Abteilungsleiter

Offenbach – Er kann es auch im Alter von 70 Jahren nicht lassen. „Ich lebe und liebe Rugby“, sagt Ian Rawcliffe.

Aus diesem Grund hat der in Rödermark lebende Brite, der von 1996 bis 2004 sowie von 2013 bis 2015 Präsident des Deutschen Rugby-Verbandes war, vor einiger Zeit erneut das Amt des Abteilungsleiters beim BSC Offenbach übernommen und will helfen, dem Zweitliga-Aufsteiger ein stabiles Fundament zu verpassen.

„Wir erleben die Anfänge des Profi-Rugbys in Deutschland, aber einiges läuft noch amateurhaft. Man muss diese Zeit durchhalten, es wird noch Jahre dauern“, meint Rawcliffe. Auch der BSC verfügt dank einiger Förderer über die finanziellen Mittel, um professionelle Strukturen aufzubauen – und hat offenbar aus der Vergangenheit gelernt.

Man habe einst „Mist gebaut“ beim BSC, so Rawcliffe. Statt erneut alles in die erste Mannschaft zu stecken, soll nun auch die Jugendarbeit forciert werden. „Wir haben ein paar bezahlte Spieler, die wir in Schulen schicken“, sagt der Abteilungsleiter. Man sei zudem bereit, andere hessische Vereine hierbei zu unterstützen, um das Niveau auf Landesebene zu verbessern. „Die Frankfurter mussten mit ihren Nachwuchsteams nach England und Frankreich reisen, um werthaltige Gegner zu finden“, erklärt Rawcliffe.

Sogar von einer Akademie beim BSC wird geträumt. Die Idee hatte der Ex-Offenbacher Tobi Quick, der 2014 die Rugby-Abteilung des HSV Götzenhain gründete, die mit dem BSC im Jugendbereich kooperiert. Als Vorbild dient das Stützpunkttraining in Heidelberg. „Es wäre nicht unvernünftig, so etwas mittelfristig in Hessen zu haben“, meint Rawcliffe: „Wir haben aber gerade erst begonnen.“ Einen Raum gibt es schon. Die Rugby-Abteilung hat die ehemalige Tennishütte des BSC übernommen und renoviert. Hier sollen Schulungen stattfinden.

Rawcliffe weiß, dass der Weg weit und voller Steine ist. „Wenn man mit Sechsjährigen beginnt, muss man sie zwölf Jahre betreuen, bis daraus Herren-Spieler werden.“ Zudem sei viel Aufklärungsarbeit nötig. „Rugby wird immer noch oft mit Football verwechselt. Die Leute fragen, ob man einen Helm kaufen muss. Wenn man aber erst mal erklärt hat, was Rugby ist, fällt es nicht schwer, Kooperationspartner zu finden.“  cd

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