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2. Liga nach zwei Jahren erreicht: Floorballer der TSG Erlensee jubeln

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Von: Julia Meiss

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Der Aufstieg ist amtlich: Die 1. Herren-Großfeld-Mannschaft der Floorballer der TSG Erlensee um Kapitän Patrick Trageser (stehend, Zweiter von links) steigt in die 2. Bundesliga auf.
Der Aufstieg ist amtlich: Die 1. Herren-Großfeld-Mannschaft der Floorballer der TSG Erlensee um Kapitän Patrick Trageser (stehend, Zweiter von links) steigt in die 2. Bundesliga auf. © Privat

13 von 14 Spielen auf dem Großfeld gewonnen und mit 40 von 42 möglichen Punkten Hessenmeister geworden: Die erste Herren-Floorball-Mannschaft der TSG Erlensee feiert den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Seit einigen Tagen steht fest, dass es keine Play-off-Spiele um den Aufstieg geben wird, denn aus dem Kreis der aufstiegsberechtigten Vereine haben lediglich Erlensee und Frankfurt die Hand gehoben und dürfen damit ohne zusätzliche Spiele hoch.

Erlensee – Für die Erlenseer ist damit eine Hängepartie beendet, denn den Aufstieg hatte die Mannschaft von Florian Rudin schon vor zwei Jahren angepeilt. Dem machte aber die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung. Bereits im März 2020 stand das Team um Kapitän Patrick Trageser im Play-off-Finale um den Aufstieg. Damals hieß der Gegner Griedel, allerdings kam es wegen des Saisonabbruchs aufgrund des Pandemie-Ausbruchs nicht zu dem Spiel. Beim Rückblick muss der 34-jährige Patrick Trageser tief Luft holen, denn es folgte eine nervenaufreibende Zeit.

Zunächst startete Erlensee im Sommer 2020 in die Vorbereitung und auch in die Saison, die allerdings nach zwei Spieltagen erneut abgebrochen werden musste - die TSG hatte beide Spiele gewonnen. „Im Floorball muss man vor Saisonbeginn melden, ob man aufsteigen möchte. Das waren in dem Fall wir, Frankfurt und Mainz“, sagt der gelernte Fußball-Stürmer. Da Erlensee und Mainz die beiden ersten Plätze belegten, bekamen sie vom deutschen Dachverband jeweils das Aufstiegsrecht zugesichert. Dagegen legte Frankfurt Widerspruch ein und es sollte ein längeres Prozedere folgen, ehe der Verband dem Ganzen einen Riegel vorgeschoben hat: keine Aufsteiger aus Hessen.

Jungen Spielern eine hochklassige Zukunft bieten

Danach war bei den Erlenseern zunächst Aufbauarbeit zu leisten. „Das war ein ganz schöner Schlag für uns. Wir haben viele junge Spieler, denen wir mit der 2. Liga eine Perspektive bieten möchten“, war in dieser Phase auch der Kapitän als Gesprächspartner gefragt. Die Mannschaft blieb zusammen und griff in dieser Regionalliga-Saison erneut an - und das mehr als überzeugend.

Lohn ist nun der direkte Aufstieg, der aber sofort die Organisatoren auf den Plan gerufen hat. Die Großfeld-Mannschaft trainiert zurzeit zweimal pro Woche. Einmal in der Großsporthalle Erlensee und einmal in der kleineren Erlenhalle. Die Großfeld-Variante des rasanten Sports, der vom Eishockey abstammt, kann nur in der großen Halle trainiert werden. Bei der Großfeldvariante wird mit fünf Spielern plus Keeper pro Mannschaft auf dem Handballfeld mit Bande gespielt. Zudem wird die Erlenhalle hin und wieder von der Stadt Erlensee für andere Zwecke beansprucht. Um dem gehobenen Feld der 2. Liga gewachsen sein zu können, sind die Erlenseer nun stolze Besitzer einer zweiten Hallenzeit in der Großsporthalle.

In der 2. Liga geht es körperbetonter zur Sache

Mehr Training sei auch nötig, denn laut Trageser erwarte die TSGE in der höheren Liga ein schnelleres und körperbetonteres Spiel. „Wir haben im Pokal schon gegen Zweitligisten gespielt und wissen, was auf uns zukommt. In der 2. Liga müssen wir das körperlichere Spiel annehmen“, so Trageser. Da bleibe weniger Zeit, den Ball anzunehmen und weiterzupassen als in der Regionalliga. Der Arbeitsvermittler bei der Arbeitsagentur ist aber optimistisch, dass das Team dafür gewappnet sein wird. Er spricht von einer guten Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern, wobei Trageser mit seinen 34 Jahren zur älteren Fraktion gehört.

Der Erlenseer spielt seit „gut 15 Jahren“ Floorball in Erlensee. Davor waren Tennis und Fußball seine Sportarten. Der Stürmer kickte in der Jugend beim VfR Kesselstadt und bei den Senioren für den SV Wolfgang. Irgendwann habe er die Fußballschuhe an den Nagel gehängt und spielt seitdem nur noch Floorball. Zu dem schnellen Hallensport ist er damals durch eine Internetanzeige gekommen. „Ich habe gerne Eishockey geschaut und bin dann zum Probetraining gegangen.“ Und seitdem ist er dabei geblieben.

Erfolgreiche Saison auf mehreren Ebenen

Die Saison ist eine erfolgreiche für die Aktiventeams der TSG Erlensee. Die Damen-Kleinfeld-Mannschaft setzte sich als amtierender Hessenmeister im Qualifikationsturnier durch und startet am 2. und 3. Juli bei den Deutschen Meisterschaften. Auch die Kleinfeld-Herrenmannschaft kämpft um die Deutsche Meisterschaft am 2. und 3. Juli in Hannover. Zudem fahren die TSGE-Eigengewächse Eileen Traxel und Maya Birnbaum in diesem August zur U19-Weltmeisterschaft.

Besonders die Schnelligkeit habe es Patrick Trageser angetan. „Auch wenn eine Mannschaft mit vier, fünf Toren führt, heißt das noch nichts. Im Floorball kann noch viel passieren.“ Treu geblieben ist er seiner Position: Auch beim Floorball steht er im Sturm und war in der vergangenen Saison mit 60 Scorerpunkten aus zwölf Spielen nach seinem Sturmpartner Dominik Rudin (84 Scorerpunkte aus zwölf Spielen) der zweittorgefährlichste Erlenseer.

Mittlerweile bringt er sich auch neben dem Platz als Abteilungsleiter ein. Dass viele der jungen Aktivenspieler aus dem eigenen Verein kommen und das Floorballspielen bei der TSG Erlensee von der Pike auf gelernt haben, macht den Sparten-Chef stolz. Andererseits habe die Corona-Pandemie genau diesen Prozess verlangsamt. Einige Jugendspieler seien abgesprungen, bei anderen sei die sportliche Entwicklung langsamer vonstatten gegangen als in Jahren ohne Corona und erzwungene Sport-Stopps.

Sportart Floorball bekannter machen

Dem will der Verein entgegenwirken und sich breiter aufstellen. Dabei ist sich der Club des Schattens bewusst, den die Fußballer des FC Erlensee mit ihrer vorbildlichen Jugendarbeit auf andere Vereine in der Umgebung werfen. Dem möchten die Floorballer besonders mit Aufklärung entgegentreten, denn oftmals sei die Mannschaftssportart unbekannt. (Von Julia Meiss)

1. Herren-Großfeld-Mannschaft: Noah Pongratz, Patrick Effenberger; Johannes Herrmann, Philipp Weytkunat, Dominik Rudin, Daniel Tack, Benjamin Rudin, Eileen Traxel, Niklas Grünewald, Patrick Eichner, Nils Feuer, Patrick Trageser, Sven Berg, Max Kaltschnee, Daniel Schneider, Luca Lauermann, Ruben Brauer.

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