Nur lobende Worte für Offenbacher Fechtclub

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Rollstuhlfechten in Offenbach Christopher Kremer kämpft gegen seinen Rostocker Kollegen Sebastian Gadow.

Offenbach - Ira Ziegler war begeistert: „Der Fechtclub von 1863 hat sich sehr viel Mühe gegeben. Vor allem Waldemar Krug hat sich um jedes kleinste Detail gekümmert." Krug war es, der als Präsident des FCO die Deutschen Meisterschaften im Rollstuhlfechten nach Offenbach geholt hatte. Von Heiko Schneider

Auch Oberbürgermeister Horst Schneider lobte: „Immer wieder gab es in Offenbach Rollstuhlfechter und auch jetzt setzt sich der Fechtclub Offenbach für den Behindertensport ein und ist Ansprechpartner und Trainingsstätte für Sportler mit Handicap im Frankfurter Raum." Für dieses vorbildliche Engagement wurden dem Club vom Deutschen Olympischen Sportbund 2005 die „Sterne des Sports" verliehen.

Unerwartet viele Zuschauer sahen den 14 Teilnehmern bei ihren Gefechten mit Degen, Florett und Säbel zu. Unter den Teilnehmern war die Deutsche Nationalmannschaft um Simone Briese-Baetke (Tauberbischofsheim), Zarife Imeri (Esslingen), Dimitrij Rout (Rostock) und Uwe Bartmann (Jena).

Annabel Breuer spielt um Meisterschaft im Basketball

Leider kann Annabel Breuer nicht hier sein. Sie ist ein großes Talent und hat mit ihren 17 Jahren ein riesiges Potenzial", erklärte Ziegler, die Vorsitzende des Deutschen Rollstuhlverbandes im Fachbereich Fechten. Breuer, die trotz ihres jungen Alters bereits mehrere Medaillen auf nationalen und internationalen Meisterschaften gewann, hat neben dem Fechten ein weiteres Hobby: Basketball. Und auch dort ist sie talentiert und kämpft derzeit mit der deutschen Nationalmannschaft im britischen Stoke Mandeville um die Europameisterschaft im Rollstuhlbasketball.

Das Teilnehmerfeld ist trotzdem gut besetzt. Und vor allem ist es sehr jung. Bei den Deutschen Meisterschaften vor fünf Jahren lag das Durchschnittsalter bei etwa 40 Jahren. Heute haben wir nur noch zwei Teilnehmer, die so alt sind", war Ziegler stolz auf den Nachwuchs.

Kampf um die Medaillen

Die Sportler kämpften je nach Behinderungsgrad in verschiedenen Kategorien um den Meistertitel. In der Kategorie A der Herren sicherte sich Dimitrij Rout mit Degen und Säbel Gold vor Martines Budich, dieser gewann dafür Gold mit dem Florett vor Rout. In den Kategorien B/C dominierte der routinierte Uwe Bartmann das Geschehen und wurde mit allen drei Waffen Deutscher Meister. Simone Briese-Baetke holte Gold bei den Damen mit Florett und Degen, Zarife Imeri wurde Deutsche Meisterin mit dem Säbel.

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Offenes Ohr für die Rollstuhlfechter

Die 25 Jahre alte Zarife Imeri nahm schon mehrfach erfolgreich an Europameisterschaften und 2004 auch an den Paralympics teil. Dabei kam sie eher durch Zufall zum Rollstuhlfechten. „Ich war auf einer Schule für Körperbehinderte. Dort wurde Rollifechten als AG angeboten und ich machte da eher aus Spaß mit, weil Freunde mich dorthin mitschleiften", erzählte sie bei den Meisterschaften und lobte: „Ich finde die Atmosphäre hier in Offenbach sehr schön und finde es toll, wie viele Leute hier zuschauen." Das sind die Athleten nicht gewohnt.

Auch Ziegler freute sich über die vielen Zuschauer und sah darin Potenzial: „Ich wünsche mir, dass der FC Offenbach mit der Ausrichtung der Deutschen Meisterschaften 2009 auch in der Öffentlichkeit große Aufmerksamkeit erreicht und möglichst bereits im nächsten Jahr mit einem eigenen Team bei den Meisterschaften in Minden dabei sein wird."

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