Richard Mueller ist schnell und treffsicher

Speedy Gonzales der Löwen

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Manchmal schneller als der Puck. Löwen-Stürmer Richard Mueller (rechts) in der Partie gegen Bietigheim mit Bastian Steingross.

Frankfurt - Rechtsaußen Richard Mueller ist wohl der schnellste Eishockey-Spieler der Löwen Frankfurt und auch mit großer Wahrscheinlichkeit in der gesamten Zweiten Liga (DEL2). Von Uwe Lange 

Ein Raunen geht durch die Eishallen der Republik, wenn Mueller wie einst Speedy Gonzales über das Eis flitzt. Doch in dieser Spielzeit besticht der 32-jährige Deutsch-Kanadier auch durch seine Treffsicherheit, nachdem im Vorjahr noch der fehlende Abschluss als kleines Manko ausgemacht wurde. Mit 28 Treffern führt er vor den beiden Heimspielen heute (19:30 Uhr) gegen die Fishtown Pinguins und am Sonntag (18:30 Uhr) gegen die Kassel Huskies die Torjägerliste der Liga an.

Richard Mueller, was ist geschehen? Vergangene Oberliga-Saison waren Sie eher ein Chancentod, diese Saison sind Sie die Nummer eins der Torjäger - was haben Sie verändert?

Ehrlich: Nichts! Ich mache nichts anderes als in der letzten Saison, habe vielleicht das Quäntchen Glück mehr als im Vorjahr, was du als erfolgreicher Stürmer und Torjäger einfach brauchst. Der Puck springt mir einfach besser und öfter auf den Schläger, den Rest macht auch die Routine des Alters.

Ihnen beim Laufen zuzuschauen, ist ein Genuss. Kann man das lernen und trainieren oder ist das einfach nur Talent?

Von alledem ein bisschen. In meinen Jugendjahren hatte ich einen Coach, der mit besonderen Übungen unsere läuferischen Fähigkeiten schulte und förderte. Dann traf ich in Karen Magnussen die Weltmeisterin von 1973 im Eiskunstlauf, die mir die nächsten 15 Jahre als Trainer viele Techniken zeigte, wir man die Schlittschuhe optimal einsetzen kann. Heute sehe ich sie als die Mutter des Erfolgs. Aber auch die Gene spielen eine Rolle, ich komme aus einer sehr sportlichen Familie. Mein Vater schafft mit fast 73 Jahren an die 100 Liegestütze, seinen Körperbau habe ich sicherlich geerbt.

Der Vertrag mit den Löwen läuft nach dieser Spielzeit aus. Wie sehen Sie die Chance auf einen Verbleib in Frankfurt?

Sportdirektor Rich Chernomaz und die Löwen sind mein erster Ansprechpartner. Da meine Frau Erica und ich uns mit Sohn Nathan in Obertshausen sehr wohl fühlen, sehe ich gute Chancen für einen Verbleib am Main, zumal uns die Stadt und das gesamte Umfeld – neben meiner Zeit in Hamburg – am besten gefällt.

Ihr Ziel wird sicherlich die oberste Spielklasse sein, Sie haben immerhin auch sechs Länderspiele auf dem Buckel?

Ja, natürlich, das Ziel eines jeden Sportlers muss es immer sein, ganz oben zu spielen, aber weshalb nicht mit den Löwen?

Trotz dreier Meistertitel mit Berlin schwärmen Sie immer wieder vom Aufstieg mit den Löwen im April!

Den Ostersamstag 2014 werde ich nie vergessen, als wir den in Crimmitschau besiegelten Aufstieg zu Hause mit unseren 7000 Fans feierten. So eine Euphorie und Glückseligkeit hatte ich noch nie erlebt, beim Gedanken daran habe ich jetzt noch einen Kloß im Hals.

Wie lauten Ihre Ziele mit den Löwen für 2015?

Als Liganeuling früh den Klassenerhalt zu sichern und in die Play-offs einzuziehen, wäre überragend. Und dort ein paar Favoriten ärgern.

Zum Abschluss noch der Blick auf das Wochenende mit dem Hessenderby...

Die Spiele gegen Kassel sind diejenigen, auf die du die ganze Saison wartest und für die du täglich so hart trainierst. Volles Haus, tolle Kulisse, Riesen-Stimmung, jedes Derby hat Play-off-Charakter. Als Dritter wollen wir den Abstand zum Zweiten aus Kassel unbedingt verkürzen.

Derbykracher Bad Nauheim gegen Löwen Frankfurt

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