Enttäuschendes 0:1 gegen Kassel Huskies

Löwen wieder zu harmlos

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Auch David Elsner (links) scheitert am starken Kasseler Torwart Mika Järvinen.

Frankfurt - Fast 6600 Eishockeyfans waren an den Frankfurter Ratsweg geströmt, um das Spitzenspiel der 2. Liga (DEL2) zwischen dem Tabellenzweiten Kassel Huskies und seinem Verfolger auf Platz vier, den Löwen Frankfurt, zu sehen.

Die Besucher erwarteten voller Spannung das vierte Hessenderby der Saison, das in den drei vorherigen Vergleichen jeweils vom Auswärtsteam gewonnen worden war. Beide Aufsteiger überzeugen in dieser Spielzeit mit eigenem Profil und konstanten Leistungen und setzen auf kanadisch geprägte Teams mit einem finnischen Torhüter, der Spiele alleine entscheiden kann. Dieses Mal strahlte der Husky-Finne Mika Järvinen nach 60 fast emotionslosen Minuten, denn sein Team setzte sich im Derby mit 1:0 (1:0, 0:0, 0:0) durch

Die Frankfurter Löwen mussten weiterhin auf den verletzten Clarke Breitkreuz und kurzfristig auf Angreifer Christian Wichert verzichten, während die Nordhessen den gesperrten Peter Flache ersetzen mussten. Im Eröffnungsdrittel begannen die Huskies engagiert und waren das bessere Team. Gleich das erste Überzahlspiel nutzten sie zum Führungstreffer durch Daniel Schmölz (9.). Fortan dominierten die Löwen, konnten Järvinen aber nicht bezwingen. Auf der Gegenseite vergab Adriano Carciola beim nächsten Überzahlspiel das 0:2 – er scheiterte an der Latte des Löwen-Tores (16.).

Der zweite Abschnitt sah die Löwen mit leichten Vorteilen aber wenig gefährlich. Mika Järvinen war bei den wenigen Chancen gut auf dem Posten, die restlichen vielversprechenden Aktionen verhinderten die Löwen selbst durch ihre Abschlussschwäche. Die Frankfurter Fans waren enttäuscht, sangen: „Wir wollen euch kämpfen sehen.“ Im letzten Drittel waren die Löwen zwar auf dem Vormarsch, selten jedoch wirkten ihre Aktionen strukturiert und durchdacht. Das Passspiel war zu ungenau und meist eine leichte Beute für defensiv gut stehende Kasseler. Selbst eine 74-sekündige 5:3-Überzahl ließen die Löwen ungenutzt, die wenigen Schüsse waren unplatziert und wirkten oft zufällig.

Den knappen Vorsprung retteten die Huskies so verdient über die Zeit, da die Löwen auch nach der Herausnahme ihres Torwarts die letzte Chance durch Stürmer Justin Kirsch ausließen, der alleine vor dem Tor auftauchte, dann mit dem Abschluss aber zu lange zögerte und vergab.

Eishockey: Löwen verlieren Hessenderby (Archiv)

Eishockey: Löwen verlieren Hessenderby

Löwen-Coach Tim Kehler zeigte sich sehr enttäuscht und sah „den Unterschied im Überzahlspiel, bei dem auch die Ideen fehlten“. Unter dem Strich blieben die Löwen erstmals in dieser Saison in einem Heimspiel ohne Tor und mussten nach dem 2:3 am Freitag gegen die Fischtown Pinguine aus Bremerhaven die zweite Niederlage dieses Wochenendes quittieren. Weil auch die Bremerhavener bei Tabellenführer Bietigheim 2:4 verloren, blieben die Löwen vorerst Vierter. Neben Bremerhaven und den Dresdener Eislöwen sind aber nun auch die Starbulls Rosenheim bis auf zwei Punkte an den Löwen dran, während der Rückstand auf Kassel auf 14 Punkte anwuchs. 

ulan

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