SG Hainhausen

Eine große Herausforderung: Trainer Thies lässt nichts unversucht

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Freuen sich auf das Abenteuer Bundesliga (von links): Patrick Himmer, Sebastian Keller, Max Hausmann, Stefan Stehle, Max Bäcker, Eric Müller, Lukas Reisenbüchler, Marcel Schulz, Lars Götz und Lukas Hausmann.

Das erste Bundesliga-Jahr der Vereinshistorie wird für die SG Hainhausen eine Herausforderung. Trainer Frank Thies lässt deswegen nichts unversucht – Trainingslager und Videoanalysen inklusive.

Rodgau – Es ist ein schlichtes Bild, das sich den Zuschauern bietet. Vier Kegelbahnen, sonst nichts. Die Wände sind bepinselt mit einem Bild der Stadt Frankfurt – der Main, die Ignatz-Bubis-Brücke, die Skyline. Neon-gelbe und rote Zahlen zeigen den Spielstand an, beinahe im Sekundentakt kommen grüne, schwarze oder rotbraune Kugeln ins Bild gerollt und räumen die Kegel ab.

Schon seit einigen Jahren übertragen die Kegler der SG Hainhausen die Partien ihrer ersten Herrenmannschaft live im Internet. Zwischen 100 und 150 Zuschauer klinken sich laut Sportwart und Trainer Frank Thies pro Spiel ein – beachtlich. Künftig werden die Mitgucker erstklassiges Kegeln zu sehen bekommen, denn am Samstag steht für die Hainhausener das erste Bundesliga-Spiel der Vereinshistorie an. Um 12 Uhr kommt der KSC Bahnfrei Damm aus Aschaffenburg vorbei.

„Die Jungs sind nervös“, gibt Thies zu. „Aber ist doch logisch: Das ist unbekanntes Terrain.“ Hinzu kommt, dass sich die Rolle durch den Aufstieg im März verändert hat. „Jetzt sind wir nicht mehr der Gejagte, jetzt müssen wir ums Überleben kämpfen.“

Ein harter Kampf wird das Abenteuer 1. Bundesliga für die Rodgauer in jedem Fall. Da die höchste Spielklasse der Deutschen Classic-Kegler Union (DCU) im kommenden Sommer von elf auf zehn Teams verkleinert wird, könnte es gleich vier Absteiger geben. Die Neunt- bis Elftplatzierten müssen direkt runter in Liga zwei, der Achte in die Relegation. „Unser Ziel ist Platz acht“, sagt Thies. Dafür hat er in der Sommerpause nichts unversucht gelassen. Für ein Wochenende ging es zum Olympiazentrum Schifferstadt in Rheinland-Pfalz, für ausgiebiges Training und Teambuilding. Auch eine Physiotherapeutin hatte Thies mitgebracht, die mehrere knackige Fitnesseinheiten anleitete. „Sie hat die Jungs ganz schön hart rangenommen“, erzählt der Sportwart, „aber sie haben brav mitgemacht.“ Bei einer sehr ehrlichen Gesprächsrunde ließ Thies die Spieler zudem erzählen, was ihre Ziele sind – und auch, was sie an ihren Teamkollegen stört. „Zum Glück war es nicht viel.“

Die mentalen Aspekte – Nervenstärke, guter Teamgeist – sind dem Coach wichtig: „Je höher man im Sport spielt, desto mehr passiert im Kopf.“ Und auch sonst setzt Thies, der seit 2015 die Hainhausener Kegler anleitet, auf professionelle Arbeitsmethoden, filmt etwa häufig die Trainingseinheiten – und bittet danach am Beamer zur Videoanalyse. „Wenn ich einem Spieler sage, dein Kniewinkel muss zwei Zentimeter höher sein, dann hilft es, wenn er das auch im Video sieht“, so Thies. Wenn gewünscht, sogar in Superzeitlupe.

In große Euphorie verfällt der Sportwart jedoch nicht. Nach dem Auftakt gegen den langjährigen Erstligisten Aschaffenburg folgen zwei schwere Auswärtsspiele bei Vizemeister Sandhausen und Titelträger Eppelheim. Es könne gut sein, dass sein Team mit zwei oder gar drei Niederlagen in die neue Saison startet, vermutet Thies. „Mal gucken, wie die Mannschaft das wegsteckt.“

Kader: Eric Müller, Stefan Stehle, Marcel Schulz, Lukas Hausmann, Maximilian Hausmann, Patrick Himmer, Lars Götz, Sebastian Keller

VON MANUEL SCHUBERT

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