Mannschaft ist beim TVG der Star

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Das Bundesligateam des TV Großwallstadt.

Offenbach ‐ Darauf hat man beim TV Großwallstadt lange gewartet: Nach Platz acht im Vorjahr spielt der Bundesligist aus Mainfranken diese Saison zum ersten Mal seit vier Jahren wieder im Europapokal. Doch dieser Erfolg ist zugleich auch eine Verpflichtung für den Traditionsverein. Von Christian Düncher

„Wir wollen zeigen, dass die vergangene Saison keine Eintagsfliege war“, sagt Trainer Michael Biegler, „wir wollen in allen drei Wettbewerben den größtmöglichen Erfolg. Zu Hause müssen wir ohnehin keine Angst haben. Da können wir auch den Guten Paroli bieten.“ Insofern findet es der Trainer jedoch ärgerlich, „dass der Spielplan etwas aus dem Ruder gelaufen ist“ und der TVG an den ersten vier Spieltagen dreimal auswärts antreten muss.

„Das ist ein bisschen traurig. Aber wir sind vorbereitet und haben viel fremde Luft geschnuppert“, sagt Biegler mit Blick auf die Saisonvorbereitung, die unter anderem zwei Trainingslager beinhaltete. So weilte der TVG zuletzt für ein paar Tage in Spanien und sammelte dort bei Testspielen wertvolle Erfahrungen. „Man ist in einem anderen Land, hat die Zuschauer gegen sich und eventuell noch Schiedsrichter, die unglücklich pfeifen - daraus kann man nur lernen“, meint Uli Wolf, der Team-Manager des TVG.

Auch Biegler zeigt sich zufrieden, spricht von einer „Raktenvorbereitung“. Zugleich stellt der erfahrene Trainer aber klar: „Was zählt, ist der Saisonauftakt.“ Und da wartet auf den TVG am Freitag (19.45 Uhr) mit der Partie bei der HSG Ahlen-Hamm gleich eine undankbare Aufgabe. „Das ist ein Aufsteiger, der von der Euphorie lebt“, sagt Biegler, „ich weiß, was uns dort erwartet, war selbst schon mal Leidtragender, als ich dort mit Magdeburg im Pokal verloren habe. Das wird richtig schwer.“

Ohnehin rät Biegler dazu, vorsichtshalber lieber erstmal nach unten zu schauen. „Die Mannschaften hinter uns waren auf dem Transfermarkt sehr aktiv. Es wird interessant sein, zu sehen, wer da richtig liegt“, meint der 49-Jährige, der seinen Kader nur minimal verändert hat. So kam Moritz Schnäpsmeier aus Minden als Ersatz für den rechten Rückraumspieler Einar Holmgeirsson (Ahlen-Hamm) sowie in Marius Liebald (TV Kirchzell) noch eine Ergänzung für die Spielmacherposition. Mehr war auch finanziell nicht möglich. „Bei uns wird es keinen Star geben, der Star ist die Mannschaft“, so Wolf.

Biegler sieht darin sogar einen Vorteil. „Wir sind dadurch nicht so leicht auszurechnen“, meint der Trainer, der vor allem ein Ziel verfolgt: Die junge Mannschaft muss konstanter werden - und variantenreicher. So soll der rechte Rückraumspieler (Steffen Weinhold oder Schäpsmeier) künftig auch in der Abwehr spielen, nachdem es da zuletzt in der Vorwärtsbewegung hakte.

Dass die Dreifachbelastung mit Liga, DHB- und Europapokal für die Spieler zu hoch werden könnte, glaubt Biegler nicht. „Der Tanz auf drei Hochzeiten könnte eher ein mentales Problem werden, wenn auf einmal alle nur noch vom nächsten Europapokalspiel reden.“

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