Kapitän des 1. FC Mittelbuchen eifert Bruder Dennis und Sergio Ramos nach

Marco Schotte: Vorbild ist der große Bruder

Stolzer Kapitän: Marco Schotte führt den FC Mittelbuchen auf das Feld. Den Weg zum FCM hat er durch Trainer Roger Neumann gefunden.
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Stolzer Kapitän: Marco Schotte führt den FC Mittelbuchen auf das Feld. Den Weg zum FCM hat er durch Trainer Roger Neumann gefunden.

Hanau – Wie und wohin es Amateurfußballer während ihrer Laufbahn verschlägt, hängt häufig vom eigenen sozialen Umfeld ab. Ein Paradebeispiel hierfür ist der gebürtige Dörnigheimer Marco Schotte, heute Kapitän des 1. FC Mittelbuchen.

Zum Fußball fand er maßgeblich durch seinen zehn Jahre älteren Bruder Dennis. Im Alter von neun Jahren startete Marco Schotte seine insgesamt 23-jährige Zeit bei seinem Heimatverein Germania Dörnigheim. Eine langjährige Nachbarschaft und gewissermaßen auch eine Autopanne hatten dann 2018 ihren Anteil daran, dass Schotte erstmals wechselte – ausgerechnet zum Dörnigheimer Lokalrivalen 1. FC Hochstadt.

Seine Position beschreibt der 34-Jährige als Defensiv-Allrounder. Vorbild hierfür war von Beginn an sein Bruder Dennis, ebenso Verteidiger. Das nötige Handwerk erlernte Marco Schotte an der nun alten Dörnigheimer Eichenheege.

Besonders gerne erinnert sich der „Rechts-, aber links geht auch“-Fuß an die zwei Spielzeiten von 2011 bis 2013, als er gemeinsam mit seinem Bruder für die zweite Mannschaft der Germania auf dem Platz stand. Da beide das Prädikat „knallhart im Zweikampf“ schmückte, konnte es damals „ein bisschen unangenehmer für die Gegenspieler werden“, erinnert sich Schotte mit einem Augenzwinkern.

Doch so wie ausgeteilt wird, muss auch eingesteckt werden. Das weiß der Amateurkicker ebenso wie dessen Profi-Idol Sergio Ramos von Real Madrid. Ärgerlich und sehr schmerzhaft ist es dann, wenn man sich dabei jedoch die Schulter auskugelt, wie es Schotte unglücklicherweise 2014 während eines Gruppenliga-Spiels der Dörnigheimer passierte.

„Es hat ewig gedauert, bis ich den Arm wieder richtig bewegen konnte“, erzählt er und berichtet von einer dreijährigen Leidenszeit, in der er versuchte, mit Physiotherapie und einer sogenannten Schulterluxations-Bandage einer weiteren Operation zu entfliehen. „Vielleicht war es ein Fehler, nicht früher operieren zu lassen“, überlegt er im Rückblick auf die zweite OP 2017, auf die eine mehr als einjährige Sportpause folgte. Im Zuge des Kampfes zurück auf den Platz kamen die anfangs erwähnten sozialen Netze zur Geltung. Überredungskünste von Nachbar und damals Hochstadt-Trainer Roger Neumann sowie ein unerwartetes Gespräch mit Betreuer Mario Theisinger, dessen Auto vor Schotttes Haustür eine Panne hatte, ergaben dessen Wechsel nach Hochstadt.

„Bei der Germania habe ich zu dem Zeitpunkt lange keinen Einsatz gehabt aufgrund der Verletzung, dementsprechend hat sich das so ergeben“, erinnert sich Schotte. Anfangs habe er auch weiterhin mit dem „Schutzpanzer“ gespielt, was ihm trotz des Sportsgeists, der die Amateurligen beseelt, auch den ein oder anderen Spitznamen einbrachte. Heute benötigt Schotte die physische wie psychologische Unterstützung nicht mehr. „Irgendwann haben die Mitspieler und der Kopf gesagt: geht wieder“, erzählt der 34-Jährige froh.

Stabilisierende Unterstützung könnte hingegen das von ihm als Kapitän angeführte Team des 1. FC Mittelbuchen gebrauchen – in den Hanauer Stadtteil folgte Marco Schotte 2019 Trainer Roger Neumann. Mit sieben Punkten aus sieben Spielen bleibt es hinter den eigenen Erwartungen hinsichtlich der unterbrochenen Kreisliga B-Saison zurück. Der Kapitän ist selbstkritisch und erlaubt auch keine Ausreden: „Alles auf Corona zu schieben wäre ein bisschen zu einfach – die anderen haben dieselben Probleme.“

Berufsbedingt weiß er über den Spielverderber Corona gut Bescheid. Zwar weniger aus medizinischer Sicht, aber ohne den Energieelektroniker und seine Kollegen läuft an deren Arbeitsort, dem Uniklinikum Frankfurt nichts.

Somit zerstört Marco Schotte gerne mal die gegnerischen Angriffe auf dem Fußballfeld, beruflich sorgt er hingegen für das störungsfreie Funktionieren der aufwendigen Klinik-Elektronik. Außerhalb seiner regulären Arbeitszeiten bleibt Schotte für Notfälle auch regelmäßig in Rufbereitschaft. Und natürlich ist es schon vorgekommen, dass er hierfür während einer Fußballpartie hektisch an den Spielfeldrand beordert wurde, um dann in voller Montur per Telefon die rettenden Instruktionen gen Frankfurt zu schicken.

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