Offenbacher in Tiflis

Fecht-EM: Medaillenträume in Georgien

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Richard Schmidt.

Offenbach - Premiere für Richard Schmidt, Teilnahme Nummer 13 für Monika Sozanska: Die beiden Degenfechter des FC Offenbach reisen mit höchst unterschiedlichen Erfahrungen zur Europameisterschaft der Aktiven nach Tiflis in Georgien (12. bis 17. Juni). Von Holger Appel 

Wobei Schmidt mit dieser Stadt gute Erinnerungen verbindet. Der 24-Jährige holte in Georgiens Hauptstadt mit der deutschen Auswahl Platz zwei bei der U23-EM vor drei Jahren. „Das war meine erste Medaille bei einem großen internationalen Turnier. Ich werte das als gutes Omen für meine erste EM bei den Aktiven“, sagt Schmidt vor dem Abflug nach Georgien.

Er sei gut trainiert und gut in Form - trotz der knappen Niederlage gegen seinen Freund und Vereinskollegen Nikolaus Bodoczi vor drei Wochen im Achtelfinale bei den deutschen Meisterschaften in Leipzig. Schmidt, der in Würzburg im sechsten Semester Jura studiert, sagt mit Blick auf Tiflis: „Ich zähle bei der Europameisterschaft sicher nicht zu den Favoriten, reise aber nicht wegen der goldenen Ananas dorthin. Wenn Tagesform und Lauf stimmen und dann auch das nötige Quäntchen Glück dazu kommt, kann ich schon in den vorderen Bereich kommen. Ich sehe diese EM aber eher als Chance, denn als Pflicht, um mich zu präsentieren“, sagt er.

„Wenn Richard bei der EM gut ficht, ist das Viertelfinale im Einzel sicher machbar. Wenn alles optimal läuft, würde ich auch eine Medaille nicht ausschließen. Falls er aber schon im 64er Tableau auf einen der absoluten Weltklasseathleten trifft, kann auch schon früh Schluss sein“, lässt sich FCO-Trainer Miklos Bodoczi zu keiner Prognose hinreißen.

Mit der Mannschaft (Lukas Bellmann und Fabian Herzberg aus Leverkusen sowie Raphael Steinberger aus Solingen) will der frühere Tauberbischofsheimer Schmidt in den Kampf um die Medaillen eingreifen. Aber auch da sei es „kein Weltuntergang, wenn es nicht klappt“. Mit Blick auf die Heim-Weltmeisterschaft vier Wochen später in Leipzig wäre eine ordentliche Platzierung im Teamwettbewerb aber wichtig, um in der Weltrangliste aufzusteigen und somit bei der WM im 16er K.o. nicht gleich auf die nahezu unschlagbaren Franzosen oder Italiener zu treffen.

Über die 34 Jahre alte Monika Sozanska, erst zu Jahresbeginn aus Leipzig nach Offenbach gewechselt, wird der erfahrene Trainer Bodoczi, der bereits seit 1990 beim FCO arbeitet, konkreter: „Monika kann im Einzel sicher eine Medaille gewinnen. Sie ist technisch und taktisch gut, auch mit ihrer Beinarbeit bin ich sehr zufrieden. Sie ist eine klasse Kämpferin.“

Im vergangenen Jahr bei der EM im polnischen Torun belegte Sozanska im Einzel den fünften Rang. 2012 im italienischen Legnano hatte sie Bronze erkämpft, 2008 in Kiew Silber mit der Mannschaft. „Als Leistungssportlerin will ich immer gewinnen. Das ist und bleibt das Ziel“, sagt Sozanska und ergänzt: „Ich würde mein EM-Medaillenkonto natürlich sehr gern weiter erhöhen - auch wenn ich weiß, dass die Konkurrenz stark ist.“ Sozanska gibt aber zu, dass sie die EM eher als Generalprobe für die WM in Leipzig sieht. „Leipzig überstrahlt einfach alles. Aber ich möchte in Tiflis gut und erfolgreich fechten, Spaß haben und vielleicht noch die eine oder andere Erkenntnis mit Blick auf die WM gewinnen.“

In der Mannschaft mit Beate Christmann aus Tauberbischofsheim, Alexandra Ehler aus Heidenheim sowie der Leverkusenerin Alexandra Ndolo wäre ein Platz in den Top acht eine ordentliche Platzierung, „aber von mehr träumen darf man immer“, wie Sozanska sagt. Ihre Offenbacher Vereinskollegin Nadine Stahlberg fällt für die Europameisterschaft wie berichtet verletzungsbedingt aus. Stahlbergs erneute Fußverletzung hat sich mittlerweile aber gebessert. Sie will in zwei bis drei Wochen wieder ins Training einsteigen, hofft weiter auf ihre WM-Teilnahme im Juli in Leipzig.

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