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Mehdi Loune lebt seinen Profitraum: Eintracht-Vertrag zum 18. Geburtstag

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Voller Einsatz für Eintracht Frankfurt: Der Hanauer Mehdi Loune hat beim Europa-League-Sieger einen dreijährigen Profivertrag unterschrieben und will sich nun seine Sporen verdienen.
Voller Einsatz für Eintracht Frankfurt: Der Hanauer Mehdi Loune hat beim Europa-League-Sieger einen dreijährigen Profivertrag unterschrieben und will sich nun seine Sporen verdienen. © Imago

Das schönste Geschenk zu seinem 18. Geburtstag Mitte Mai bekam der Hanauer Mehdi Loune von der SG Eintracht Frankfurt: Einen Dreijahresvertrag als Fußballprofi. Damit hat der junge Mann, der sich seine ersten Sporen auf dem Fußballplatz des VfR Kesselstadt verdient hat, ein erstes Ziel erreicht. Vom 1. Juli 2022 an gehört er zum Stamm der U19- und U21-Teams sowie zum Profikader der Riederwälder.

Hanau – Vor einem Jahr hatte sich diese Zeitung schon einmal mit dem spielgestaltenden Mittelfeldspieler getroffen, der schon einige Spiele in deutschen U-Nationalmannschaften absolviert hatte. Damals war er gerade vom Arab-Cup der U20 mit dem marokkanischen Nationalteam zurückgekommen und hatte gestanden, dass das nordafrikanische Land „gefühlt meine Heimat und mein Vaterland ist“, er aber auch „beim Abspielen der deutschen Nationalhymne eine Gänsehaut bekommen hat, denn hier bin ich geboren“.

Nun also hat der 18-Jährige einen weiteren und vielleicht entscheidenden Schritt gemacht, um seinem Traum Profifußballer noch näher zu kommen. Denn die Schule hat er hinter sich gelassen, mit fünfmal Training in der Woche - davon an zwei Tagen zwei Einheiten - war das Pensum in der Eugen-Kaiser-Schule nicht mehr zu schaffen: „Das war einfach zu viel“. Aber ironischerweise erhielt er den entscheidenden Anruf von SGE-Teammanager Timo Hardung in der Sporthalle seiner Schule. „Zuerst dachte ich, da treibt einer einen üblen Scherz mit mir, aber beim Nachfragen erkannte ich die Stimme und die bot mir einen Profivertrag an“, berichtete Mehdi Loune noch sichtlich beeindruckt.

Dann ging es aber ganz schnell. Sein Berater, der mit seinen Eltern gut bekannt ist, und sein Vater setzten sich zusammen, prüften die Modalitäten und machten eigene Vorschläge. Die Verhandlungen waren unkompliziert und Mehdi Loune unterzeichnete einen Dreijahresvertrag bei. „Der Tag der Unterschrift war schon ein besonderes Erlebnis. Und die Tatsache, nun einen Profivertrag in der Tasche zu haben“, gestand er. Doch er weiß auch, auf was er sich eingelassen hat. „Ich habe bislang schon auf meine Ernährung geachtet und meinen Lebensstil angepasst. Aber Profifußball ist mit den U-Teams nicht vergleichbar, alles geht viel schneller und ich muss unbedingt an meiner Athletik arbeiten.“

Wie oft er mit der Bundesligamannschaft pro Woche trainieren wird, ist noch offen, die Trainingspläne bekommt er erst während der Sommerpause. Immerhin kennt er den U19-Trainer, der coachte ihn bereits in der U15 - den U21-Trainer wird er erst kennenlernen. Chefcoach Oliver Glasner hat hingegen mit dem Nachwuchsmann beim Training schon gesprochen und dem Mittelfeldmotor Tipps gegeben: „Er ist unheimlich nett, völlig unkompliziert und kümmert sich auch um den Nachwuchs“, so das Urteil von des Rechtsfußes.

Auch bei den Profikollegen, bei denen er schon mittrainieren durfte, sei er sehr nett aufgenommen worden. Der Mittelfeldspieler, der von sich sagt, er habe ein gutes Auge und gestalte gerne das Spiel aus dem vorderen Mittelfeld heraus, hat in der abgelaufenen Saison neun Assists und zwei Tore auf der Habenseite. Ihm ist bewusst, dass er in den nächsten Monaten sehr hart arbeiten muss, um den Trainerteams aufzufallen und die Chance zu bekommen, zumindest einmal auf der Ersatzbank der Profis Platz nehmen zu dürfen. Dass dahin der Weg aber auch noch lang sein kann, ist dem bodenständigen 18-Jährigen durchaus bewusst, der bislang von schweren Verletzungen verschont geblieben ist.

In der Familie Loune - der Vater betreibt eine Fußballschule in Hanau und Umgebung, der ältere Bruder spielt in Nürnberg in der U23 - war die Freude über den Vertrag und der Stolz auf Mehdi sehr groß: „Wir sind alle fußballverrückt. Und dass ich den Vertrag bei der SGE bekommen habe, hat natürlich alle gefreut - auch meine Kumpels“, stellte er fest.

Zunächst bleibt er bei seinen Eltern und dem 16-jährigen zweiten Bruder in Hanau wohnen, macht aber den Führerschein, denn aufgrund des hohen Trainingsaufwands werden sich die Fahrten an den Riederwald und zum Stadion häufen. Und dann wird sich Mehdi Loune von seinem ersten Verdienst als Profi ein Auto kaufen.

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