WHITE WINGS HANAU

Mental blockiert bei 59:72-Niederlage gegen Baskets Speyer: „So können wir nicht spielen“

Für ein Hanauer Highlight sorgte Center Victor Demetrio per Dunking. Bei seinem Debüt gegen Speyer kam der Brasilianer auf sechs Punkte.
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Für ein Hanauer Highlight sorgte Center Victor Demetrio per Dunking. Bei seinem Debüt gegen Speyer kam der Brasilianer auf sechs Punkte.

Langersehnte Heimpremiere vor Zuschauern, mit neuformiertem Team und einer besonderen Aktion: Alles war angerichtet für einen erfolgreichen Abend der Drittliga-Basketballer der Hanau White Wings. Doch nach der enttäuschenden 59:72 (31:34)-Niederlage gegen Speyer herrschte Ernüchterung allenthalben.

Hanau – Bedient war auch Hanaus Cheftrainer Kamil Piechucki: „So können wir nicht spielen. Die Verantwortung in der Mannschaft kann und wird nicht nur auf den Schultern von zwei oder drei Spielern liegen. Auch die jungen, unerfahrenen Spieler müssen mehr Verantwortung übernehmen. Wir haben keinen Lebron James, der uns die Partien alleine entscheiden kann“, mahnte Piechucki.

Von Beginn an war den Gastgebern nach dreiwöchiger Spielpause der fehlende Rhythmus anzumerken. Zu hektisch und unkonzentriert im Aufbau, zu ungenau im Abschluss. So dauerte es mehr als drei Minuten, ehe Victor Demetrio die ersten Hanauer Punkte erzielte. Als der brasilianische Debütant ebenso wie US-Spielmacher JD Tisdale mit jeweils zwei Fouls früh auf der Bank Platz nehmen mussten, spielte das den Gästen um den Ex-Hanauer Michael Acosta Marte in die Karten. „So haben wir uns das Leben schwer gemacht. Unsere jungen Spieler waren früh dazu gezwungen, Verantwortung zu übernehmen und das Spiel weiterzuführen. Man hat gesehen, dass sie darauf noch nicht so recht vorbereitet waren“, erläuterte Piechucki.

Besonders aus der Distanz ist Hanau zu harmlos

Zwar blieben die Hanauer bis zur Halbzeit (31:34) dran, verloren aber nach der Pause schnell den Anschluss. Gerade aus der Distanz wollten die Würfe nicht fallen. Nur drei von insgesamt 16 Versuchen landeten im Netz. Auch die Ausbeute von der Freiwurflinie (57 Prozent) fiel sehr durchwachsen aus. Weiteres Manko: die vielen Ballverluste. 23 Mal verloren die Hanauer das Spielgerät, was sich zunehmend auch in den Köpfen festsetzte. „Die Mannschaft war mental blockiert“, stellte Piechucki fest. Was mir gefehlt hat, waren Energie und Schnelligkeit.“

Für Speyer lief es dank vieler zweiter Wurfchancen auf der Gegenseite besser. Zum Ende hin bäumten sich die White Wings noch einmal auf, konnten aber das desaströse dritte Viertel (7:19) nicht mehr wettmachen.

Der fehlende Spielrhythmus wird die sieglosen Hanauer weiter begleiten. Der FC Bayern II hat das anstehende Auswärtsspiel auf 27. November verlegt, somit geht es für die White Wings erst am 27. Oktober gegen Karlsruhe weiter. „Wir gehen mit einem weniger guten Gefühl im Bauch in eine lange Trainingsphase“, so Piechuki.

Einen positiven Randaspekt gab es aber doch noch am Samstagabend: 23 der 273 Zuschauer nahmen an der von den White Wings gemeinsam mit der Johanniter Unfallhilfe Hanau, dem mobilen Impfteam des Main-Kinzig-Kreises sowie der Stabsstelle Hygiene der Stadt Hanau ins Leben gerufen Impfaktion teil. (Von Jörn Polzin)

Hanau White Wings: Tisdale (23), Braimoh (6), Hecker (3), Krause (7), Katumbayi (2), Vasovic (2), Walz (8), Demetrio (6), Eibelshäuser

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