Handballer entfachen Riesen-Euphorie

HSG Hanau: Mentale Stärke als großes Plus

Grenzenloser Jubel nach dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte: Die Handballer der HSG Hanau wollen nach dem Meistertitel in der Oberliga in der kommenden Saison in der 3. Liga bestehen. Dafür ziehen sie in eine größere Halle um.
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Grenzenloser Jubel nach dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte: Die Handballer der HSG Hanau wollen nach dem Meistertitel in der Oberliga in der kommenden Saison in der 3. Liga bestehen. Dafür ziehen sie in eine größere Halle um.

Hanau - Der Handball boomt in der Brüder-Grimm-Stadt. Fans und Spieler freuen sich auf die 3. Liga. Meistertrainer Patrick Beer nennt die mentale Stärke und Ausgeglichenheit der HSG Hanau als Hauptgründe für den Titelgewinn in der Oberliga. Von Patrick Leonhardt

Am Ende ließen sich die Handballer der HSG Hanau auch von einer „extremen Wettbewerbsverzerrung“, so Trainer Patrick Beer, durch den TV Hüttenberg nicht von der Erfolgsspur abbringen und sicherten sich mit einem 24:18-Sieg gegen die extrem verstärkte zweite Mannschaft des TVH die Meisterschaft in der Oberliga Hessen und damit den erstmaligen Aufstieg in die 3. Liga.

„Unser Ziel war es, den dritten Platz aus der Vorsaison zu bestätigen. Die großen Favoriten waren Gensungen/Felsberg und Pohlheim“, blickt Bär auf den Rundenstart. Doch die beiden ehemaligen Drittligisten - beide mit „ganz anderem Etat und Spielermaterial“ (Beer) in die Saison gestartet - erfüllten die Erwartungen nicht. „Am zweiten Spieltag haben wir in Gesungen gespielt und nach 23 Minuten mit 5:15 zurückgelegen, da dachte ich: Ja, die werden Meister“, erinnert sich Beer. Doch viele gute Einzelspieler machen noch keine Mannschaft und so verabschiedete sich die ESG bereits in der Hinrunde aus dem Kreis der Titelaspiranten.

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Im Unterschied zu den Hanauern. „Unser Vorteil war, dass wir eine eingespielte Mannschaft hatten. Dass Bruchköbel unser größter Konkurrent wird, war ebenso eine Überraschung“, sagt Beer, der nach dem 26:23-Sieg gegen die SGB im Hinrundenspiel erstmals an den Titelgewinn glaubte. „Da hatten wir alle Topteams hinter uns. Und im Umfeld eine riesengroße Euphorie.“

Und so marschierten die Hanauer mit begeisternden Leistungen durch die Rückrunde. Einzig die 29:30-Niederlage bei der MT Melsungen II „war ein Ausrutscher“, sagt Beer. „Aber genau da war der größte Schritt zu erkennen, den wir in dieser Saison gemacht haben.“ Denn statt sich von einer Niederlage - wie in der Vorsaison - vom Weg abbringen zu lassen, zeigten sich die Hanauer dieses Mal unbeirrt. „Mental haben wir einen großen Schritt nach vorne gemacht“, lobt Beer.

Handball: HSG Hanau feiert Aufstieg

HSG Hanau - TV Hüttenberg II in der Handball-Oberliga: Bilder
HSG Hanau - TV Hüttenberg II in der Handball-Oberliga: Bilder
HSG Hanau - TV Hüttenberg II in der Handball-Oberliga: Bilder
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Handball: HSG Hanau feiert Aufstieg

„Ich könnte über jeden eine positive Geschichte erzählen“, sagt Beer über seine Spieler und lobt die Ausgeglichenheit des Kaders. Kleinigkeiten hebt er dann aber doch hervor: „Jan Erik Ritter hat bis zu seiner Verletzung Topleistungen abgerufen und die Mannschaft geführt, hat kein Training verpasst. Und besser als Eric Schaeffter in der Hinrunde kann man die Position halblinks nicht ausfüllen. Yaron Pillmann hat die Mannschaft unheimlich angetrieben und im Training Zeichen gesetzt, Youngster Jannik Ruppert ist trotz seiner Verletzungen einen sehr weiten Weg gegangen.“ Ziel der Hanauer in der 3. Liga ist „mit aller Macht der Klassenerhalt“, erklärt Beer. „Wir können uns auch während der Runde schnell weiterentwickeln und das müssen wir auch. Der Schritt von der Oberliga in die 3. Liga ist einer der größten überhaupt. Wir gehen aus dem Amateur- in den semiprofessionellen bis professionellen Bereich.“

Nicht mehr dabei ist dann Robin Marquardt, der zum TV Gelnhausen wechselt, neu ist Kreisläufer Hannes Geist (Kahl/Kleinostheim), der Dirk Etzel (wird Spielertrainer in Hainburg) ersetzt. Noch sind die Planungen nicht abgeschlossen. Zudem haben die Hanauer einen Umzug ins Auge gefasst, wollen ihre Heimspiele künftig in der Main-Kinzig-Halle bestreiten. „Da gehen 1300 bis 1400 Zuschauer rein“, erklärt Beer und stellt fest: „Die Handball-Stadt Hanau entwickelt sich.“

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