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Mit 31-Frau-Kader in die Gruppenliga: FC Mittelbuchen II greift nach dem Aufstieg

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Von: Julia Meiss

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Großer Kader, großes Ziel: Der FC Mittelbuchen II möchte am Ende der Saison den Aufstieg bejubeln.
Großer Kader, großes Ziel: Der FC Mittelbuchen II möchte am Ende der Saison den Aufstieg bejubeln. © Privat

Der FC Mittelbuchen erntet die Früchte seiner guten Jugendarbeit der vergangenen Jahre und peilt mit dem 31-Frau-Kader der zweiten Mannschaft den Aufstieg in die Fußball-Gruppenliga an. „70 bis 80 Prozent der Spielerinnen sind zwischen 16 und 19 Jahre alt. 2020 sind 15 Spielerinnen aus der U16 hochgekommen“, gibt Trainerin Pia Fischer einen Einblick in die Struktur des Teams.

Hanau – Bisher blickt die 29-jährige Trainerin auf eine gute Saison, lediglich in einem Spiel hat ihre Mannschaft in der Kreisoberliga Frankfurt nicht die volle Punktzahl eingeheimst. Gegen den FC Gudesding Frankfurt gab es vor einer Woche ein 0:0. An diesem Spieltag kehrte ihre Elf in die Erfolgsspur zurück und besiegte die FSG Dietzenbach-Offenthal mit 2:0 (1:0). Annika Hohmann brachte den FCM vom Elfmeterpunkt aus in Führung (17.), Carina Gawlitt legte in der 87. Minute das 2:0 nach. „Ich bin zufrieden, die Mädels haben viel umgesetzt, was wir im Training besprochen und geübt haben. Aber vor dem Tor waren wir nicht zwingend genug“, wünscht sich die Trainerin mehr Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor. Das soll im letzten Punktspiel des Jahres besser werden. Am Samstag ist der FC Mittelbuchen II beim 1. FFV Oberursel zu Gast (17 Uhr).

In der Verantwortung an der Seitenlinie steht die Hanauerin Pia Fischer seit 2020, coacht die Hessenliga-Reserve also in der dritten Saison. Dabei bringt sie ihre eigenen Erfahrungen als Spielerin ein. Die Laborantin spielt Fußball, seitdem sie sieben Jahre alt ist und ist für Eintracht Frankfurt in der Regionalliga aufgelaufen. „Außer ins Tor und in den Sturm konnte man mich eigentlich überall hinstellen“, blickt Pia Fischer lachend auf ihre Fußball-Karriere zurück. Ob auf Außen, im Mittelfeld oder der Innenverteidigung, Pia Fischer hat „dort gespielt, wo mich die Mannschaft gebraucht hat.“ Schwere Knieverletzungen zwangen sie dann 2020 dazu, die Karriere zu beenden. Kreuzbandrisse und mehrfache Meniskusverletzungen in beiden Knien haben letztlich zu der Entscheidung geführt, mit der sie „mittlerweile fein“ ist.

Enorme Kadergröße: Trainerin Pia Fischer muss aussortieren

Von ihrer eigenen Flexibilität auf dem Spielfeld profitiert Fischer nun als Trainerin und ist in der Lage, das Spiel aus verschiedenen Blickwinkeln zu lesen. Da Pia Fischers eigene Karriere zudem noch nicht so lange her ist, kann sie sich gut in die Spielerinnen reinversetzen. Zudem fordert sie, was sie selbst bereit war zu leisten: Sich in den Dienst der Mannschaft stellen. Das ist auch zwingend nötig, denn die enorme Kadergröße von 31 Spielerinnen zwingt die Trainerin dazu, vor Spieltagen auszusortieren. Wegen Krankheiten und Urlaub gab es zwar auch schon Spiele, in denen sich die Mannschaft von alleine aufgestellt hat, ansonsten muss die Trainerin entscheiden, wer in den Spieltagskader kommt. Dabei vollzieht sie eine Gratwanderung zwischen dem Leistungsprinzip, denn das Ziel lautet Aufstieg, und der Weiterentwicklung der jungen Spielerinnen.

Im vergangenen Sommer sind derer neun hinzukommen und absolvieren ihre erste Saison im Erwachsenenbereich. „Besonders die jungen Spielerinnen brauchen Spielpraxis, um sich entwickeln zu können. Ich gebe ihnen die Möglichkeit, schaue aber auch darauf, wer die Mannschaft weiterbringt und wer für Stabilität sorgt“, umreißt die Hanauerin ihre Vorgehensweise. Groll gebe es deshalb innerhalb des Teams nicht, wie Pia Fischer und auch Oliver Erber, Trainer des Hessenliga-Teams, sagen. Vielmehr spricht Erber von einem „super Zusammenhalt. Außerdem gibt es eine enge Verzahnung zwischen den beiden Teams. Das war vor ein paar Jahren noch nicht so“. Der Hessenliga-Trainer ist hörbar stolz auf die Entwicklung innerhalb der vergangenen drei Jahre.

Pia Fischer legt großen Wert auf saubere Technik

Dass die zweite Mannschaft den Konkurrenzkampf annimmt, beweist auch die Trainingsbeteiligung, mit der die Trainerin sehr zufrieden sei. „Alle haben Bock zu lernen.“ Das zeige sich auch in der Entwicklung der Spielerinnen im technischen und taktischen Bereich, wobei sich Pia Fischer in diesem Fall als „manchmal vielleicht zu penible“ Trainerin bezeichnet. Sie lege großen Wert auf eine saubere Technik. Im Spiel will sie ihre Schützlinge mutig sehen. Durch Angriffspressing soll sich die Mannschaft schnell Torchancen erarbeiten. Wichtig ist Pia Fischer dabei auch eine gute Kommunikation auf dem Platz und dass die Mädels „auch in schwierigen Situationen positiv bleiben“.

Verlassen kann sich Pia Fischer dabei etwa auf Stürmerin Celina Limpert, die eine „brutal schnelle Spielerin“ ist. Ebenfalls eine Säule des Teams ist mit Nele Knaak eine junge Spielerin. Sie kam im vergangenen Jahr aus der eigenen Jugend und ist nun nach einem Jahr Pause auf dem Platz zurück. „Sie ist genauso schnell wie Celina und hat auch einen guten Abschluss“, erzählt Pia Fischer, die mit Jennifer Horst ihre rechte Hand auf dem Platz hat. Horst fungiert nämlich als Co-Spielertrainerin in einer Doppelfunktion. Für Wirbel im Mittelfeld sorgt Neuzugang Katie Kröll, die aus der Dortelweiler U17-Bundesliga-Mannschaft gekommen ist. Darüber hinaus bringe jede Spielerin ihren Teil ein, um das Ziel Aufstieg zu erreichen.

Den Aufstieg der zweiten Mannschaft stuft auch Oliver Erber hoch ein, um das mittelfristige Ziel des Vereins, die Verzahnung zwischen A- und B-Team, weiter voranbringen zu können. „Dann ist der Sprung in die Hessenliga nicht so groß“, will sich der Verein für die Zukunft im Frauenfußball stabil aufstellen. (Von Julia Meiss)

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