Fußball

Murat Kurtulus ist neuer Trainer des DFB-Stützpunktes Hanau

Vom Spieler zum Trainer: Einst ging Murat Kurtulus unter anderem für Hanau 93 (links ein Bild von 2013) auf Torejagd. Jetzt ist er DFB-Stützpunkttrainer in Hanau. Archivbild: TAP/Foto: PM

Fußball. Murat Kurtulus ist Fußballer durch und durch. Der gebürtige Hanauer begann im Alter von sechs Jahren mit dem Kicken. Mittlerweile ist er Trainer und seit Beginn dieses Jahres neben Carlo Nemec und Marian Guzan fester Bestandteil des Trainerteams des DFB-Stützpunktes Hanau.

Von Nils Moock

Er folgt damit auf Reinhard Ziegler, der eine feste Größe im Trainerteam war und den Stützpunkt im Jahr 2002 mit aufbaute.

„Mit Reinhard haben wir sehr gut zusammengearbeitet. Mit ihm haben wir einen wichtigen Bestandteil unseres Trainerteams verloren“, bedauert Zieglers Wegbegleiter Carlo Nemec dessen Übertritt in den Ruhestand. Dennoch sei er überzeugt, dass mit Murat Kurtulus „ein kollegialer Typ und hervorragender Mensch“ die Nachfolge antritt.

Kurtulus war einst Profi in der zweiten türkischen Liga

Der 45-Jährige kickte bis zur U19 im Nachwuchs der Offenbacher Kickers. Von dort wechselte er zur SV Jügesheim in die Landesliga Süd. Einige Jahre später unterschrieb er in der Türkei einen Profi-Vertrag und stand dort für Kartalspor in der 2. Liga auf dem Platz. „Als Spieler will man natürlich immer nach oben kommen. Von daher war der Profivertrag etwas Einmaliges. Aber es muss auch sonst passen.“

Aus familiären Gründen zog es ihn zurück nach Deutschland. 2002 feierte der ehemalige Stürmer beim TSV Lämmerspiel seinen persönlich größten Erfolg: Torschützenkönig in der Landesliga-Süd. Auch im Kreis Hanau lief Kurtulus für mehrere Vereine auf. So stand er unter anderem für den FC Hanau 93, den FC Mittelbuchen, die Spvgg. Hüttengesäß und den SVG Steinheim auf dem Platz.

Als Trainer seine Erfahrung weitergeben

„Fußball hat eine große Bedeutung in meinem Leben. Ohne Fußball funktioniert es bei mir einfach nicht“, erklärt der Rechtsfuß seine Liebe zum Sport. Auch deshalb entschied er sich, nach seiner aktiven Karriere seine Erfahrungen an Jugendspieler weiterzugeben. Seine Trainerkarriere begann bei der U19 von Viktoria Griesheim in der Hessenliga.

Derzeit steht er an der Seitenlinie der U17 der SG Rosenhöhe Offenbach. Zudem hospitierte er zwei Jahre als Ersatztrainer beim DFB-Stützpunkt, ehe er nun fester Bestandteil des Trainerteams wurde. Seine beiden Kollegen kennt er aber schon deutlich länger. Carlo Nemec war einst in Steinheim sein Trainer, Marian Guzan sein Mitspieler.

Ziel ist die A-Lizenz

Die Trainerlizenz hat Kurtulus vor vier Jahren erworben. Aktuell besitzt er die DFB-Elite-B Lizenz. „Ich habe schon als Spieler alles sehr professionell gesehen. Ich bin sehr ehrgeizig. Auf jeden Fall will ich die A-Lizenz.“ Diese Mentalität versucht er auch an seine Spieler weiterzugeben.

„Ich bin ein Winner-Typ. Ich habe den Willen, jedes Spiel zu gewinnen, auch wenn es natürlich nicht immer klappt. Aber das sage ich meinen Jungs auch immer“, zeigt sich Kurtulus entschlossen, der das Kicken an sich noch nicht sein lassen kann: „Wenn ich Zeit habe, kicke ich gerne bei der Traditionsmannschaft des OFC mit. Das macht unglaublich viel Spaß.“

Drei Trainer für 42 Spieler

Aktuell sind die besten Spieler der Jahrgänge 2005 bis 2008 aus dem Kreis Hanau im DFB-Stützpunkt. Insgesamt 42 Spieler, die Kurtulus, Nemec und Guzan trainieren. Ziel ist es, den talentierten Spielern eine Grundausbildung zukommen zu lassen, an ihren Defiziten zu arbeiten und sie so zu fördern, dass sie sich weiterentwickeln können.

„Allerdings ist es bei so vielen Spielern schwierig, auf jeden Spieler einzeln einzugehen“, gibt der 45-Jährige zu.Die hohe Konkurrenzsituation innerhalb des Auswahlteams sorgt bei vielen Talenten für Leistungsdruck. „Man muss den Spielern Sicherheit geben und den Druck nehmen. Kommunikation ist sehr wichtig. Wir sagen ihnen: 'Bleib' locker, du hast hier zwar eine einmalige Chance, aber eine schlechte Einheit ist kein Untergang. Das ist doch menschlich.'“

Viele Bundesliga-Scouts bei den Spielen

Für die Spieler ist es tatsächlich eine einmalige Chance. Spiele gegen andere Stützpunkte oder Nachwuchsmannschaften der Bundesligaklubs locken Scouts und Trainer an. Der Weg in den Profibereich sei hart, Talent alleine reiche nicht: „Wille und Ehrgeiz sind zwei Grundvoraussetzungen. Es reicht nicht, nur während der Einheiten zu trainieren. Man muss auch zu Hause, privat arbeiten. Außerdem müssen die Spieler kritik- und aufnahmefähig sein.“

Auf seine Zeit als Stützpunkttrainer freut sich der zweifache Familienvater: „Ich bin Hanauer. Da ist es optimal für mich, die Jungs aus dem Umkreis fördern zu dürfen. Ich will ihnen etwas von dem mitgeben, was ich selbst erlebt habe. Gleichzeitig bietet es mir selbst die Chance, mich weiterzuentwickeln.“

Fußball-Gen nicht an die Töchter weitergegeben

Seit zwölf Jahren ist Kurtulus selbstständig in der Telekommunikationsbranche tätig. Da bleibt nicht viel Zeit für andere Hobbys: „Ich habe vielleicht einen freien Tag in der Woche.“ Fast unvorstellbar: Seine beiden Töchter können nichts mit Fußball anfangen. „Meine zwei Mädels haben nichts mit Fußball am Hut. Da kommen sie definitiv nicht nach dem Papa“, erzählt er schmunzelnd.

Quelle: Hanauer Anzeiger

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