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Nur beim Kapitän läuft es blendend: Während Moritz Kosch in bester Form ist, wartet die SG Bruchköbel auf ersten Sieg

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Torgefährlicher Taktgeber: Moritz Kosch (am Ball) blüht beim Oberligisten SG Bruchköbel als Spielmacher und Kapitän auf. Für die Mannschaft läuft es im Gesamten aber noch nicht so rund.
Torgefährlicher Taktgeber: Moritz Kosch (am Ball) blüht beim Oberligisten SG Bruchköbel als Spielmacher und Kapitän auf. Für die Mannschaft läuft es im Gesamten aber noch nicht so rund. © Scheiber

Vier Spieltage sind in der Handball-Oberliga vergangen, und die SG Bruchköbel wartet noch auf ihren ersten Sieg. Nach zwei Niederlagen gegen zwei der Favoriten der Nord-Staffel gab es zuletzt immerhin zweimal ein Unentschieden für die SGB. Und nun geht es auch noch zum Tabellenführer (siehe Infobox). Doch während beim Team von Torsten Weber noch nicht alles rund läuft, dreht ein Spieler aktuell richtig auf.

Bruchköbel – Den durchwachsenen Start seiner Mannschaft in die neue Spielzeit kann sich Moritz Kosch, der seit Saisonbeginn nicht nur Spielmacher, sondern auch Kapitän der Mannschaft ist, recht einfach erklären. „Wir hatten“, erläutert der Rückraumspieler, „im Vergleich zum Vorjahr schließlich ziemlich viele Veränderungen im Kader, darunter Abgänge von gestandenen Spielern.“ Hrvoje Batinovic, Milos Kreckovic und zuletzt auch Jannik Hoffmann - gleich mehrere Leistungsträger brachen ihre Zelte in Bruchköbel ab.

Hinzu komme das Verletzungspech, wie der 23-Jährige ergänzt: „Im Moment fallen unter anderem Leon Eck und Sergej Zutic aus, die ebenfalls zu den Stammspielern zählen“ - ein Aderlass, der wohl jeden Verein vor Probleme stellen würde. Die Neuzugänge, die zum Teil erst kurz vor Saisonbeginn zur Mannschaft stießen, würden zwar gut integriert, „aber wir müssen uns erst finden. In so kurzer Zeit kann man nicht erwarten, dass blindes Verständnis zwischen den Spielern herrscht, wie es früher in Bruchköbel war. Doch wir sind auf einem guten Weg und werden von Woche zu Woche eingespielter.“

Dass es mit dem doppelten Punktgewinn bisher nicht geklappt hat, ärgert den Langenselbolder, denn in den beiden vergangenen Partien habe die SGB Chancen auf den Sieg gehabt. „Wir waren in beiden Spielen eine Zeit lang überlegen, haben es aber versäumt, den Sack zuzumachen. Wir könnten und sollten“, ergänzt der Mittelmann mit Blick auf die Tabelle, in der seine Mannschaft auf dem vorletzten Rang liegt, „besser dastehen. Aber daraus müssen wir lernen.“ Den schmalen Kader sieht der Rechtshänder, der auch schon für die HSG Hanau und die HSG Kahl/Kleinostheim auflief, angesichts des guten Fitnesslevels der Spieler nicht als Grund für den durchwachsenen Saisonstart. „Sicher, personelle Alternativen würden uns guttun, und gegen Pohlheim hätten wir so vielleicht etwas Zählbares geholt“, blickt Kosch auf das erste Heimspiel zurück, aber der Kader sei grundsätzlich groß genug - wenn alle Spieler einsatzbereit seien. „Ohne Verletzte“, ist sich der Spielmacher sicher, „stünden wir auf einem anderen Tabellenplatz.“

Etwas durcheinander ist die Situation derweil nicht nur im Lazarett der SGB, sondern auch in den Hallen der Nord-Staffel der Oberliga - bei einigen Vereinen wie den Bruchköbelern ist Harz gestattet, andere Clubs untersagen die Nutzung des Haftmittels. „Wir im Team finden Handball mit Harz besser und attraktiver“, positioniert sich der SGB-Kapitän klar, „und es ist ungünstig, dass wir da teilweise von Woche zu Woche wechseln müssen, weil Harzen in einigen Hallen erlaubt ist und in anderen nicht.“ Kosch und seine Mitspieler blicken daher mit einem gewissen Neid in die Süd-Staffel der Oberliga, wo das Haftmittel bei allen Vereinen Standard ist - und würden sich auch in der eigenen Staffel einen flächendeckenden Harz-Einsatz wünschen.

Die Verwendung des Haftmittels, die seit dieser Spielzeit in der Oberliga möglich ist, scheint Koschs eigenes Spiel jedenfalls zu beflügeln - In den bisher vier Partien hat er bereits 22 Treffer erzielt und ist damit nicht nur der erfolgreichste Schütze seiner eigenen Mannschaft, sondern auch unter den besten zehn Torjägern der gesamten Staffel. Eine Erklärung für seine Treffsicherheit hat Kosch nicht. „Ich gebe einfach Gas, will die Mannschaft unterstützen und mein Bestes geben - und freue mich, wenn ich dem Team durch meine Tore helfen kann.“

Mit Blick auf die bisherigen Spiele ergänzt der Rückraumspieler: „Mir wäre es aber lieber, wenn wir schon mehr Punkte geholt hätten. Dafür würde ich sofort auf einige meiner Tore verzichten.“

Von Robert Giese

SGB zu Gast beim Tabellenführer

Vor dem Auswärtsspiel der SG Bruchköbel bei der HSG Kleenheim-Langgöns sind die Rollen zwischen beiden Teams klar verteilt: Hier der Spitzenreiter der Nord-Staffel der Oberliga, der in vier Spielen viermal gewonnen hat, dort die noch sieglosen Bruchköbeler.

SGB-Coach Torsten Weber hofft bei der Partie am Sonntag ab 17 Uhr auf den einen oder anderen Rückkehrer aus dem Lazarett, setzt auf eine stabile Abwehr und die Fitness seiner Spieler. „Auf dem Papier ist Kleenheim der klare Favorit, aber wir sind auf Punkte angewiesen.“ Sein Team werde alles daran setzen, weitere Zähler zu sammeln, dafür sollen im Angriff die Vorgaben besser umgesetzt werden als zuletzt.

Helfen könnten einige Rekonvaleszenten, allen voran Jonah Wolff, der die restlichen Rückraumspieler entlasten soll. Auf den Tabellenführer, der mit David Straßheim und Fabian Hoepfner gleich zwei sehr torgefährliche Spieler in seinen Reihen hat, haben sich die Bruchköbeler so gut wie möglich vorbereitet: „Wir haben uns ein oder zwei Dinge für sie ausgedacht“, kündigt Weber an.

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