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Oberliga: Alen Kulenovic spielte in Schweden, Slowenien, Bosnien und Mazedonien

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Von: Robert Giese

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Alen Kulenovic geht dahin, wo es wehtut: Auf dem
Alen Kulenovic geht dahin, wo es wehtut: Auf dem © TAP

Handball-Oberligist SG Bruchköbel hat für die kommende Saison einen echten Transfer-Coup gelandet und Alen Kulenovic für sich gewinnen können (wir berichteten). Der 2,03 Meter große Linkshänder hat bereits jede Menge internationale Erfahrung gesammelt, ist inzwischen aber in Deutschland heimisch geworden und lief in den vergangenen vier Jahren für den TV Gelnhausen in der 3. Liga auf.

Bruchköbel – Neuzugang Alen Kulenovic will der SG Bruchköbel vor allem mit seiner großen Erfahrung helfen – auch wenn er mit der Dreispitzhalle bisher keine allzu schönen Erinnerungen verbindet.

Der 33-Jährige war früher ein regelrechter Wandervogel: Er spielte nicht nur für Vereine in seiner Heimat Bosnien-Herzegowina, sondern insgesamt in rund einem halben Dutzend Länder (unter anderem Schweden, Slowakei, Mazedonien) quer durch Europa. „Meine schönste Zeit hatte ich in Slowenien“, erzählt der Linkshänder, der für RD Riko Ribnica auflief, „dort habe ich im EHF-Cup unter anderem gegen die Füchse Berlin gespielt.“

Zwar zog sein Verein in der Gruppenphase zweimal den Kürzeren, Alen Kulenovic bewies mit insgesamt fünf Treffern gegen den deutschen Spitzenklub dabei aber seine Torgefährlichkeit auf Top-Niveau.

TV Gelnhausen verlängerte den Vertrag Alen Kulenovic nicht

Nach Deutschland habe es ihn vor etwa vier Jahren gezogen, weil er sich eine Zukunft nach dem Handball aufbauen wollte – „als Handballprofi kann man schließlich nicht ewig arbeiten.“ Jasmin Camdzic, der Torwarttrainer der HSG Wetzlar, lotste den Rückraumspieler in den Main-Kinzig-Kreis zum TV Gelnhausen, wo Alen Kulenovic in den vergangenen Spielzeiten unter Vertrag stand und sich sehr wohlfühlte. Nach der aktuellen Saison sei sein Kontrakt dort aber ausgelaufen, und da die Barbarossastädter vermehrt auf die eigene Jugend setzen, wurde der Vertrag mit Alen Kulenovic nicht verlängert.

Über Ante Vuko, den Teammanager bei der SG Bruchköbel, kam der Kontakt zum Oberligisten zustande, der sich diese Chance nicht entgehen ließ und den großgewachsenen Linkshänder verpflichtete.

Alen Kulenovic soll mit Sergej Zutic für SGB-Tore sorgen

In Bruchköbel wird Kulenovic, der in der vergangenen Drittliga-Saison 61 Feldtore für Gelnhausen erzielte, zusammen mit Sergej Zutic das wohl beste Duo der Oberliga im rechten Rückraum bilden.

Der Neuzugang gibt dem ebenfalls neuen SGB-Coach Torsten Weber auch zusätzliche taktische Optionen, schließlich ist Kulenovic dank seiner 2,03 Meter Körpergröße ein gefährlicher Distanzschütze und dürfte sich mit Zutic, dessen Stärken im Eins-gegen-Eins liegen, gut ergänzen.

Auch für Kulenovic ist der Wechsel in die Dreispitzhalle eine gute Lösung, schließlich bekomme er bei der SGB die Familie – seine Frau und er haben eine 17 Monate alte Tochter –, seine Ausbildung zum Elektroniker, die er gerade absolviert, sowie den Sport am besten unter einen Hut.

„Ich hatte auch noch andere Angebote“, sagt Kulenovic, für den Deutschland längst zur zweiten Heimat geworden ist, aber das Gesamtpaket in Bruchköbel sei am besten gewesen, weshalb er die Offerte der SGB schließlich angenommen habe.

Keine guten Erinnerungen an ein Gastspiel in Bruchköbel

Mit Bruchköbel und der Dreispitzhalle verbindet der Linkshänder zumindest bisher allerdings nicht die besten Erinnerungen: Als Kulenovic dort im Februar 2018 mit dem TV Gelnhausen zum Drittliga-Derby antrat, brach er sich in mehreren Aktionen gegen den Bruchköbeler Daniel Zourek das Brustbein und das Nasenbein und musste heftig blutend das Spielfeld verlassen.

Der Bruchköbeler Neuzugang nimmt das im Rückblick mit Humor: „Ich hoffe“, meint er und lacht, „dass ich in Bruchköbel noch bessere Erfahrungen machen kann.“

Von Robert Giese

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