SG Wiking Offenbach

Trainingsstart und neuer Achter – Hochstimmung bei den Ruderern

Gesichter der SG Wiking. Trainer Demir Türsan und Vorsitzender Detlef Reissmann (rechts).
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Gesichter der SG Wiking. Trainer Demir Türsan und Vorsitzender Detlef Reissmann (rechts).

Die Ruderer dürfen nach den Vorgaben der hessischen Landesregierung und des Sportbundes wieder in den großen Booten trainieren. Bei der SG Wiking Offenbach ist die Freude darüber groß, denn sie hat einen neuen Achter, das Paradeboot dieses Sports.

Offenbach – Die Reise von Detlef Reissmann und Demir Türsan in den vergangenen Tagen nach Wien hat sich gelohnt für die SG Wiking. Der Vorsitzende und der Trainer der Ruderer kamen aus Österreichs Hauptstadt mit einem Achter zurück – in den blauen Vereinsfarben der SGW. Sie hatten das Angebot einer privat organisierten Mastersmannschaft im Internet entdeckt, das Preis-/Leistungsverhältnis für gut empfunden und das Boot mit in die Heimat im Offenbacher Nordwesten genommen. Der alte Achter stammt aus dem Jahr 1972, „damit kann man zwar noch fahren, aber keine Rennen mehr gewinnen. Da benötigt man schon das nötige Material“, berichtet Reissmann.

Demir Türsan und Reissmann haben für den Kauf des neuen Vorzeigebootes mit Blick auf die zusätzliche Motivation ihrer Athleten einen guten Zeitpunkt gewählt in einer Saison, in der aufgrund der Corona-Pandemie kaum Regatten stattfinden werden. Denn die Ruderer dürfen seit kurzem im Training raus aus den Einern und freuen sich „wie verrückt“ (Reissmann) auf die großen Boote, „denn Rudern ist ein Mannschaftssport“, wie Trainer Türsan immer wieder betont. Er erinnert lächelnd an das Sprichwort, dass „wir alle in einem Boot sitzen“. Reissmann ergänzt: „Es ist schön, eine Zeit im Einer zu fahren. Er ist wichtig für die Balance. Aber die Spezialisierung auf Einer ist eher die Ausnahme und folgt erst in späteren Jahren. Die Lust auf die Großboote ist daher riesig. Bei uns stehen die Mannschaftsboote wie Vierer und Achter einfach im Blickpunkt.“

Der neue Achter soll dann 2021 in Kooperation mit dem Offenbacher Leibnizgymnasium auch beim beliebten Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ in Berlin zum Einsatz kommen, wie der Vorsitzende berichtet.

Zurzeit trainiert der 56-jährige Türsan bei der SG Wiking täglich fast 40 Athleten in den vorgeschriebenen Kleingruppen mit maximal zehn Athleten und zeitlichem Abstand. Sie üben alters-, leistungs- und gewichtsbezogen; an Land und auf dem Wasser. „Wir versuchen weiterhin, heute besser zu sein als gestern und morgen besser als heute. Wir befinden uns in einem stetigen Entwicklungsprozess und passen uns kurzfristig den Regatten an“, berichtet Trainer Türsan.

In der vergangenen Saison hatte er in Roslyn Walshe, Aleksandra Choroszucha, Linus Ludwig, Ben Majer sowie Steuermann David Untermann einen überragenden Mixed-Doppelvierer in seinen Reihen, der ungeschlagen seine Bahnen in der U15 zog. „Wir machen hier eine Aufbauarbeit, die mit Blick auf die nächsten Jahre sicher nicht umsonst ist“, sagt der 68 Jahre alte Vorsitzende Reissmann.

Trainer Türsan hat die Hoffnung auf Wettkämpfe in diesem Jahr nicht aufgegeben und berichtet von möglichen Stationen in Linz, Großauheim, Schierstein und Villach. Dass der Verband und die Stadt Eschwege als Austragungsort die Hessenmeisterschaft im Oktober abgesagt haben, lässt ihn nicht frustriert, sondern kämpferisch zurück. Er schaut am Bootshaus über den Main und sagt: „Das hier ist die beste Lage, keine Strömung, windgeschützt – wir werden in Kooperation mit den anderen Vereinen der Region nach einer Alternative suchen.“

Laut Reissmann sind 80 Prozent der hessischen Ruderer im Süden des Bundeslandes zu Hause. „Wenn wir das hier machen, kann fast jeder zu Hause duschen und übernachten. Equipment und Knowhow haben wir hier in der Region alle.“ Die Offenbacher hätten gern ein Heimspiel auf hessischer Landesebene. Schließlich hatten sie zu Beginn der Corona-Pandemie als erster und einziger Ruderverein ein funktionierendes Hygienekonzept entwickelt, das es ihnen ermöglichte, zwei Wochen länger trainieren zu können als alle anderen Vereine in Deutschland. VON HOLGER APPEL

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