Serie: Junge Sportler und Corona

Offenbacher Ruder-Talent Gutmann träumt vom Jugend-Nationalteam

Den Pokal in den Händen. Héctor Pio-Rendón Gutmann im September 2020 nach dem Sieg in Villach.
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Den Pokal in den Händen: Héctor Pio-Rendón Gutmann im September 2020 nach dem Sieg in Villach.

Ruderer Héctor Pio-Rendón Gutmann von Undine Offenbach hofft auf baldige Einsätze und will trotz seiner spanischen Wurzeln gerne für Deutschland starten.

Offenbach – Nur zwei Regatten im gesamten Jahr 2020, aber zwei starke Ergebnisse: Undine-Ruderer Héctor Pio-Rendón Gutmann (16) hat für große Freude bei seinem Trainer Jochen Weber gesorgt. „Hector hat einen recht langen Anlauf gebraucht, bis er vom Leistungssport nicht nur überzeugt, sondern auch bereit war, die nötigen Opfer zu bringen. Nämlich Training und Verzicht auf andere Freizeitaktivitäten.

Jetzt kann er gut auf die technischen Details eingehen, er probiert alles konsequent aus und ist richtig schnell geworden“, berichtet der erfahrene Trainer über das Talent in schwierigen Zeiten. Gutmann hört das natürlich gern und hat noch viel vor.

Héctor, in welchem Rahmen war es Dir 2020 möglich, zu trainieren?

Wir konnten beim ersten Lockdown lange nicht auf dem Wasser rudern, haben auf dem Ergometer trainiert, waren Rad fahren, Inline skaten und joggen. Also eine bute Mischung für das komplette Undine-Team. Dann war die Freude bei der Rückkehr aufs Wasser sehr groß.

Mit welchen Erwartungen bist Du damals aufs Wasser zurückgekehrt?

Corona hat meine Erwartungen schrumpfen lassen. Man hat in diesen Zeiten, wo es möglich war, ja trainiert, ohne zu wissen, wofür. Das Ziel, eine Regatta, war meist nicht in greifbarer Nähe. Da war es bei aller Freude schwer, sich immer zu motivieren. Da war der Trainer auch im mentalen Bereich gefragt. Aber mit Blick auf die einzigen beiden Wettkämpfe mit Erfolg.

Das heißt?

Ich war zum richtigen Zeitpunkt fit und bereit. Einmal bei den deutschen Jugend-Meisterschaften in Hamburg mit Platz sechs und einmal im September bei der internationalen Regatta in Villach auf dem Ossiacher See. Da habe ich unter 63 Teilnehmern das Finale vor einem Kontrahenten aus Tschechien klar gewonnen. Das war top und sicher der größte Erfolg meiner Karriere. Und kurz darauf kam der zweite Lockdown. Wieder nur Ergometer, Krafttraining und Laufen. Das macht traurig. Zumal es neue Pläne gab.

Welche?

Ich rudere zwar gern im Einer, weil ich da alles selbst bestimmen kann, habe mich aber im September mit Felix Klingenberg mal im Zweier versucht. Das hat richtig Spaß gemacht. Da hat man schnell gesehen, dass das passt, dass das ein Top-Zweier werden kann, dass Potenzial da ist. Unser Trainer Jochen Weber fand das wohl auch ganz gut, sonst hätte er schon längst sein Veto eingelegt.

Was wünschst Du Dir aus sportlicher Sicht für das Jahr 2021?

Schön wäre es, wenn wieder regelmäßig Regatten stattfinden würden, man den Rhythmus findet und weiß, wofür man trainiert. Ich hätte große Lust, mich für große Wettkämpfe wie Europa- und Weltmeisterschaften zu qualifizieren. Ich will auf jeden Fall in die Jugend-Nationalmannschaft.

Wie kann Dir das gelingen?

Ich muss im Wasser und auf dem Ergometer unter die besten sieben meines Jahrgangs kommen. Normalerweise sollte das machbar sein.

In welche Nationalmannschaft angesichts Deiner Möglichkeiten?

Ich rudere für einen Offenbacher Verein, trainiere gern auf dem Main. Also trotz meiner spanischen Wurzeln für die deutsche Auswahl.

Das Gespräch führte Holger Appel

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